17.05.2018
News  
 

Ein Marktplatz der Berufswahl

Bisher war begleitend zum Berufsfestival stets – wenn auch hinter vorgehaltener Hand – vom „Kampf um die Lehrlinge“ gesprochen worden. In der 17. Auflage zeigt sich schon eine leichte Trendwende. Dennoch will man beim Bemühen um die Fachkräfte von morgen nicht nachlassen.

Kitzbühel  | Ausbildung mit Lehre – das garantiert eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit und eine solide Berufsperspektive, wie WK-Obmann Klaus Lackner unterstreicht. Welche Möglichkeiten denn genau offen stehen, zeigt das Berufsfestival Jahr für Jahr auf. So präsentierten 20 Betriebe aus dem ganzen Bezirk insgesamt 30 Lehrberufe.

Wie berichtet werden in diesem Sommer außerdem neue Lehrberufe erwartet – für großes Aufsehen sorgte unter anderem „E-commerce-Kaufmann bzw. -frau“. „Die Nachfrage nach diesen neuen Lehrberufen ist da“, bestätigt Klaus Lackner. Doch auch bei den schon seit jeher bestehenden tut sich einiges – Stichwort Digitalisierung. Somit konnten die rund 450 Schüler der siebten Schulstufe aus dem Bezirk auf den einzelnen Ständen einiges erfahren. Sie erhielten einen praktischen Einblick in allerlei Handwerks-, Gewerbe- und Handelsberufe. Auch der Tourismus war natürlich vertreten, ebenso wie das AMS und das Bildungsconsulting der Wirtschaftskammer.

Knapp die Hälfte wählt die Lehre

Derzeit stehen 1.019 Lehrlinge in 410 Betrieben in Ausbildung. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe im Bezirk ging von 2016 auf 2017 signifikant zurück: Statt 437 sind es nur mehr 410. Klaus Lackner begründet das unter anderem mit der gesunkenen Lehrlingsgesamtzahl.  

Die meisten Lehrbetriebe sind in der Sparte Gewerbe und Handwerk zu finden, gefolgt vom Handel sowie dem Tourismus. Nach Anzahl der beschäftigten Lehrlinge rückt der Tourismus jedoch auf den zweiten Platz der Sparten vor.

Aktuell gibt es 75 offene Lehrstellen zur sofortigen Besetzung sowie 268, die zu einem späteren Zeitpunkt offen stehen, informiert Lackner. Demgegenüber stehen nur fünf Lehrlinge, die aktuell eine Lehrstelle suchen. Ein deutliches Bild, das die Situation im Bezirk umreißt. Dennoch ist Tirol das gelobte Land, was die Quote jener Jugendlichen betrifft, die eine Lehre beginnen, wie Lackner unterstreicht: „Im Westen wählen zwischen 45 und 50 Prozent aller Schulabgänger diesen Weg. Es besteht ein starkes West-Ost-Gefälle.“ Denn in anderen Bundesländern beträgt die Quote nur rund 15 Prozent. „Bei uns spielt der Tourismus eine Rolle und das Engagement der Gremien“, weiß Lackner. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, sind 85 Prozent der Jugendlichen, die eine Lehre beginnen, zufrieden mit ihrer Ausbildung. Der Karriereweg geht anschließend weiter, wie Lackner ergänzt. Denn 28 Prozent der einstigen Lehrlinge sind in ihrer Branche in einer leitenden Funktion tätig und jeder zehnte macht sich selbstständig.

Mit den Möglichkeiten der „Lehre mit Matura“ bzw. der Lehre im zweiten Bildungsweg  erhielt die duale Ausbildung einen weiteren Schub. Damit will man dem Trend zur höheren Schule etwas entgegensetzen. Denn dieser sei „ungebrochen“, wie Klaus Lackner und auch Bezirkschulinspektor Georg Scharnagl unterstreichen.  Wer den Leistungsanforderungen dieser Schulen nicht entspricht, fällt oftmals aus dem System heraus und ist womöglich dann auch für die Lehre verloren. Auch dieses Problem will die Wirtschaft stärker fokussieren. Nicht zuletzt brach Scharnagl in diesem Zusammenhang eine Lanze für die Polytechnischen Schulen.
Seit jeher werden beim Berufsfestival auch die Eltern in den Prozess eingebunden und informiert. Rund 150 nahmen diese Möglichkeit heuer wahr.
Elisabeth Galehr

Bild: „Anpacken“ lautete die Devise für die Schüler beim 17. Berufsfestival im K3 in Kitzbühel. Viele Berufsbilder warteten darauf, von den jungen Menschen erkundet zu werden. Foto: Galehr

Daten & Fakten
Beliebteste Lehrberufe
Bezirk | Mädchen: Einzelhandelskauffrau; 2. Bürokauffrau; 3. Friseurin; 4. Hotel- und Gastgewerbeassistentin; 5. Köchin; 6. Pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin; 7. Restaurantfachfrau; 8. Konditorin; 9. Kosmetikerin; 10. Metalltechnikerin. Burschen: 1. Metalltechniker; 2. Elektrotechniker; 3. Kfz-Techniker; 4. Einzelhandelskaufmann; 5. Installationstechniker; 6. Maurer; 7. Koch; 8. Zimmerer; 9. Tischler; 10. Mechatroniker.

 
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