11.10.2019
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Ein Aufbruch in die Zeitenwende

Der Bundesverband Österreichischer Tourismusmanager (BÖTM) feierte in der Region St. Johann 60-Jahr-Jubiläum – und gab sich dabei gleich ein neues Gesicht. Eines, das besser in die Zukunft des Tourismus blicken kann.
 
St. Johann | Die Branche bereitet sich für den großen Aufbruch vor. Denn, wie es Florian Größwang, Leiter Partnermanagement Österreich Werbung (ÖW), formuliert: „Wir stehen derzeit im Tourismus an einer Zeitenwende.“ Der Gast kommuniziert immer schneller, trifft seine Urlaubsentscheidungen per Knopfdruck – und in weiterer Folge womöglich sogar auf Empfehlung des freundlichen digitalen Helferleins, Stichwort Alexa und Siri. Der Weg vom Gast zur Zieldestination sollte möglichst reibungslos gestaltbar sein. Zudem, so Größwang, sollten sich die Regionen darauf einstellen, ihr Marketing zu überdenken. Denn es sei keineswegs zielführend, wenn jeder nur sein eigenes Süppchen kocht – gegen global agierende Spieler hat eine kleine Region sonst keine Chance: „Gemeinsame länder- und branchenübergreifende Zusammenarbeit ist wichtiger denn je“, so der Tenor von Größwang. Unter anderem sollen Märkte künftig gemeinsam erschlossen werden. Erste Schritte im konzertierten Vorgehen werden bereits in Sachen Produktentwicklung oder Mobilitätskonzepten gesetzt. Die künftige Positionierung zielt nicht so sehr auf Märkte ab, sondern auf Zielgruppen und Communitys. Wie man eine bestimmte Zielgruppe erreichen kann – nämlich die „Generation Z“ – führte der jüngste Redner des Kongresses aus, der 17-jährige Start-up-Gründer Charles Bahr. Die Acht- bis 23-Jährigen tummeln sich im Schnitt alle zwei Jahre in einem neuen, „angesagten“ digitalen Medium, so Bahr.

Spielregeln im Umgang mit der Generation Z
Aktuell im Trend ist unter anderem die Plattform „Tik Tok“.  Sie bietet insofern Chancen (z.B. für touristische Arbeitgeber, um Recruiting zu betreiben), als es derzeit beachtlich viele Nutzer aber im Vergleich dazu noch relativ wenige Anbieter von Inhalt gibt. Aber Achtung: Es gilt immer, die Spielregeln einzuhalten. Plumpes Marketing und eindeutige Werbung wird von der Gemeinschaft geächtet. Clever gemachte „Challenges“ oder gut platzierte Streuung über professionelle Influencer funktionieren da schon besser.
Abgesehen von den neuesten Kanälen, sind die weitläufiger bekannten wie etwa Instagram, Snapchat oder Youtube nach wie vor relevant. Einen sehr einleuchtenden und leicht zu befolgenden Tipp hatte Bahr schließlich noch abschließend parat: „Wenn ihr diese Generation ansprechen wollt – holt sie euch rein zu euren Meetings.“
Bei aller nüchternen Strategieplanung durfte das Hautnahe natürlich auch nicht zu kurz kommen. Rainer Schönfelder ist bekanntlich nicht nur ein Ex-Skiprofi, sondern auch Hotelier. In seinem Vortrag ließ er die Anwesenden teilhaben an seinen bunten – teils sehr schmerzhaft erlangten – Erfahrungen. Bodenhaftung und Selbsterkenntnis sind dabei wichtige Instrumente, um im Geschäftsleben nicht zu straucheln. In eigener Sache ließ er sich nicht nehmen darauf hinzuweisen, dass gerade im Segment der günstigen Basisunterbringung – jenem, das mit COOEE bedient wird – noch Luft nach oben ist. Solche Häuser füllen teilweise die Lücke auf, die durch den immer stärkeren Wegfall von Privatzimmern entsteht. Denn junge Menschen können sich große Sterne-Häuser und All-Inclusive-Preise nicht leisten. Gerade diese Zielgruppe lässt sich durch günstige Einsteigervarianten an eine Region binden. FOTOGALERIE Kongress

Neuausrichtung erfolgt
Zurück in die Zukunft: Beim Kongress in St. Johann erfolgte schließlich die Neuausrichtung des BÖTM: Der BÖTM wird künftig als Destinationsnetzwerk agieren. Die Institution tritt verstärkt als Sprachrohr zwischen den Entscheidungsträgern auf. Beim Branchentreff wurden einstimmig die Statuten geändert. In den nächsten Monaten wird ein Generalsekretär als fixer Mitarbeiter eingestellt. „Kooperationskultur ist das Gebot der Stunde“, so Josef Schirgi, Präsident BÖTM, abschließend. Elisabeth Galehr

Über den Umgang mit Höhen und Tiefen im Geschäftsleben sprach Rainer Schönfelder und plauderte dabei aus dem Nähkästchen. Gastgeber für den Jubiläums-BÖTM-Kongress war die Region St. Johann – hier mit GF Gernot Riedel. Foto: Galehr

 
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