23.03.2019
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Ein Aktionsplan für die Wirtschaft

In der Innenstadt in Kitzbühel werden pro Quadratmeter Verkaufsfläche 5.590 Euro umgesetzt. Die Kaufkraft in der Gamsstadt liegt bei 141 Millionen Euro. Also alles in Ordnung? Kitzbühels Wirtschaftsreferent will sich dennoch nicht ausruhen, sondern die Weichen für die Zukunft stellen. Im Fokus stehen dabei nicht zuletzt Erweiterungsmöglichkeiten für heimische Betriebe.

Kitzbühel  | Im vergangenen halben Jahr bediente sich die Stadtgemeinde einiger Instrumente, um den Ist-Zustand der heimischen Wirtschaft zu erfassen. Allen voran ein großer Fragebogen, der den Flächenbedarf der Kitzbüheler Unternehmen erheben sollte. Außerdem hielt Schlechter als zuständiger Referent sechs Sprechtage ab. Zwar hätten sich darauf sehr viele Kontakte ergeben, insgesamt ortet Ludwig Schlechter von der Resonanz her noch „Potenzial nach oben“. „Wann, wenn nicht jetzt“, so der Appell an die Betriebe.

Kaufkraft über dem Österreichschnitt

Wertvolle Erkenntnisse darüber, wo der Handel steht, lieferte wie berichtet der jüngste Qualitätscheck im Auftrag der Regionalentwicklung. Die Kennzahlen: Die Verkaufsfläche in der Gamsstadt beträgt 34.000 Quadratmeter, der Filialisierungsgrad (Geschäfte, die nicht vom einheimischen Inhaber geführt werden), beträgt 54 Prozent. Betrachtet man die Geschäftsfläche, liegt der Filialisierungsgrad sogar bei 73 Prozent. Kitzbühel hält 57 Prozent seiner Kaufkraft innerhalb der Stadtgrenzen, Abfluss passiert nach St. Johann und vor allem über den Onlinehandel. Immerhin liegt die Kitzbüheler Kaufkraft mit 112, 4 Prozent deutlich über dem Österreichschnitt, der Tourismus legte in den vergangenen fünf Jahren um 10 Prozent zu und auch die Kommunalsteuer stieg wie berichtet heuer erstmals über sechs Millionen Euro.

„Stadtentwicklung Langau“ im Fokus

Auch Erkenntnisse aus dem Stadtentwicklungsplan 750 fließen mit hinein in die Analyse des Kitzbüheler Wirtschaftsstandortes. Für Ludwig Schlechter ist vor allem ein Punkt wesentlich: „Arbeiten und Wohnen in Kitzbühel – das ist ein großer Wunsch der Bevölkerung.“ Langfristig abzusichern sei dies nur, wenn auch entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten für die einheimischen Betriebe geschaffen werden. Ludwig Schlechter zieht hier den Vergleich zum Wohnen, wo die Stadtgemeinde schon sehr viele Akzente gesetzt hat.

Potenzial sieht der Wirtschaftsreferent in der Langau: „Das sind etwa vier bis sechs Hektar Grund. Damit wären auch viele Themen des Stadtentwicklungsplanes umsetzbar.“

Denn die Klein- und Mittelbetriebe in der Stadt hätten durchaus den Wunsch, zu expandieren. Einige, sagt Schlechter, müssten sogar absiedeln, wenn sie in den nächsten Jahren keine Flächen zur Erweiterung vorfinden. „Wirtschaftsflächen werden verstärkt zum Thema, wenn diese angeboten werden“, zieht Ludwig Schlechter das eindeutige Fazit. Als zukunftsweisend sieht er zudem die Dienstleistungszentren an – Stichwort Homeoffice und Ein-Personen-Unternehmen.

Arbeitsschwerpunkte  für die Zukunft

Auch künftig wird Ludwig Schlechter im Rahmen von „Wirtschaftsgesprächen“ zur Verfügung stehen. Umfangreiche Information für die heimischen Unternehmer sowie ein Ansprechpartner sind wichtige Bausteine für die Zukunft. In diesem Zusammenhang werden alle Kanäle bespielt: ob über Medieninformation, verstärkter Kooperation mit lokalen Zusammenschlüssen wie etwa der Kitzbüheler Meistergilde, oder auch Veranstaltungen – etwa gemeinsam mit Schulen.

Nicht nachlassen will Ludwig Schlechter außerdem bei der Suche nach Erweiterungsmöglichkeiten für die Unternehmer.  Langau „wäre eine schöne Entwicklungsfläche. Wir wünschen uns von Seiten der Wirtschaft, dass da etwas weitergeht.“
Vor allem für die Jugend ist es wichtig, auch da arbeiten zu können, wo sie wohnen. Daher setzt das Konzept bereits in den Schulen an, ein gemeinsames Projekt mit der Bergbahn-AG Kitzbühel wurde z.B. bereits umgesetzt. In Sachen verfügbarer Lehrstellen und Berufsbilder will sich die Stadtgemeinde außerdem noch enger mit der Wirtschaftskammer abstimmen.

All das für die große Vision, die Ludwig Schlechter nicht müde wird, zu betonen: „Wohnen und Arbeiten in Kitzbühel. Dafür setzen wir Maßnahmen für unsere liebens- und lebenswerte Stadt.“ Elisabeth Galehr

 
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