21.05.2020
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Die Strategie heißt „Neues wagen“

Wieder aufstehen und genau jetzt Akzente setzen, umdenken, auf die geänderten Bedürfnisse reagieren: Das ist die Strategie, die Unternehmen und ganze Tourismusdestination fahren sollten, wenn es um das geschäftliche Handeln post Corona geht.

Bezirk, Innsbruck | Das Zentrum Familienunternehmen fungierte als Gastgeber für einen virtuellen Vortrag mit Bernd Ebersberger (Professor für Innovationsmanagement an der Universität Hohenheim in Stuttgart) und mit Marketingexperten Julian Sprengel (Norden Werbeagentur). Im Zentrum stand die Frage, wie Unternehmen wieder „genesen“ können von dem Virus, das die ganze Welt in Atem hält. Die Lösung heißt Innovation. „Innovatoren stehen nach der Krise besser da“, so Bernd Ebersberger. Am besten fahren jene Unternehmen, die die Bedürfnisse der jetzigen Zeit erkennen und sie adäquat bedienen können – aus ihrer Kernkompetenz heraus.  Ein Tipp des Experten: „Wenn sie etwas verändern, müssen Sie das auch nach außen kommunizieren.“ Denn es nützt die beste Idee nichts, wenn niemand davon weiß. Bernd Ebersberger skizzierte drei Trends, die sich aus Corona heraus entwickelt haben. Erstens: „Auf zum Selbst“: Durch die Sicherheitsabstände sind die Menschen gezwungenermaßen auf sich selbst reduziert, das löst Einsamkeit aus. „Die Nachfrage nach Coachings und Therapien wird steigen. Social Games wie zum Beispiel Hauspartys werden bedeutsamer.“

Ein weiterer Aspekt betrifft auch die steigende Bedeutung von Haustieren. Touristiker sind daher gut beraten, sich mit den geliebten Vierbeinern verstärkt zu beschäftigen.  Generell sollten sich Unternehmen die Frage stellen: „Welche herkömmlichen Geschäftsmodelle können so verändert werden, dass diesbezüglich ein Nutzen für die Kunden entsteht?“ Dabei darf gerne auch auf die neue Onlinewelt zurückgegriffen werden. Der zweite Trend heißt „Auf Nummer sicher“. Gesundheitsthemen werden an Bedeutung gewinnen. Waren vor Corona nur acht Prozent der Innovationen gesundheitsbezogen, sind es heute schon 40 Prozent. Die Kunden wünschen sich von Firmen ihres Vertrauens, dass sie Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sind. Das erzeugt Bindung. Der letzte Trend ist daher auch „Auf zu den Wurzeln“. – lokal und sozial zu sein, gewinnt neue Bedeutung für die Kunden. Innovationen helfen dabei, das zu unterstreichen: „Was man immer schon gemacht hat, neu betrachten und zu neuen Lösungen führen“, sagt Ebersberger.

Gerade Klein- und Mittelunternehmen haben oftmals nur wenig Ressourcen für Innovationen frei. „Kleine Unternehmen haben vielleicht wenig Ressourcen, sie sind dafür aber sehr flexibel und können Dinge informell angehen, da sie keine langen Entscheidungswege haben.“ Speziell auf den Tourismus ging Julian Sprengel näher ein: Die Urlaubsdestinationen müssen sich selbst gerade neu erfinden und wieder „hochfahren“. Gleichzeitig sollten sie es nicht verabsäumen, professionell zu kommunzieren. Die Bedürfnisse der Gäste haben sich durch COVID-19 geändert. „In vielen Bereichen herrscht große Unsicherheit. Die Sehnsucht auf Urlaub ist ein wichtiger Punkt“, sagt Sprengel. Gleichzeitig darf man das Bedürfnis nach Sicherheit nicht vernachlässigen: „Positive Nachrichten sind das A und O.“ Sprengel verdeutlichte das mit einer Kampagne für ein fiktives Hotel bzw. eine fiktive Feriendestination. Er schlägt z.B. vor, die „Helden des Alltags“ zu würdigen – eine Strategie, die St. Johann schon längst für sich entworfen hat. Elisabeth Galehr

Urlaub mit „Sicherheitsgefühl“ ist Gästen ein Bedürfnis. Foto: www.norden.co

 
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