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26.05.2021
News  
 

Die Schule in den Wald verlegt

Ein grenzüberschreitendes Aufforstungsprojekt verbindet derzeit die Volksschulen Kirchdorf und Reit im Winkl mit der Technischen Hochschule Rosenheim. Mit dabei sind auch die Bayerischen Staatsforste mit dem Forstamt Ruhpolding. Die Idee geht dabei auf das Aufstellen eines Christbaumes zurück, wie Projektleiter Sebastian Hirschmüller erklärt.

Kirchdorf, Reit i. W.  |  Einerseits kommt der Wald immer stärker in Bedrängnis, andererseits ist es kein Problem, beispielsweise jährlich mehrere Millionen Weihnachtsbäume nach einigen Tagen Nutzung vor die Türe zu stellen.  Mit dem Hinterfragen einer langjährigen Gewohnheit begann im Hause Hirschmüller in Kirchdorf ein neuer Denkprozess: „Warum schneidet man einen Christbaum ab, stellt in dann für wenige Tage auf und schmeißt ihn dann vor die Tür?“ Darauf hat der Kirchdorfer aufgebaut und ein Waldprojekt entwickelt. „Ich will damit einen Kreislauf durchbrechen, um nachhaltiger zu wirtschaften“. Ziel ist eine Sensibilisierung der Kinder für den Wald. „Die Zucht eines Baumes ist ein langer Weg“, erklärt Hirschmüller, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der Holzforschung an der Technischen Hochschule Rosenheim arbeitet und von dort aus das  Interreg-Projekt unter dem Motto: „Weihnachtswald, Aufbau eines Bildungskonzeptes in Bezug auf alpinen Waldbau und Holzverwendung im Sinne des Klimaschutzes durch Bauen mit Holz“ ins Leben gerufen hat.

Kleine Idee mit großer Wirkung
Obwohl der Titel sperrig klingt,  die 41 Kinder aus Kirchdorf (2. Klasse) und 17 aus Reit im Winkl (3. und 4. Klasse) ließen sich begeistern. Im Winter betreuten sie die getopften Bäume zu Hause. „Die Tannen- und Fichtenbäume waren zwischen 60 bis 80 cm hoch und wurden den Kindern im Dezember mit nach Hause gegeben“, erklärt Hirschmüller und ergänzt, dass diese aus Osttirol gekommen sind. „Wir hatten Glück, dass diese noch vor dem großen Schnee geliefert wurden, denn sonst wäre das ganze Projekt gefährdet gewesen.“

Nachdem grenzübergreifendes Arbeiten mit Kindern schwierig ist, hat man auf Multiplikatoren gesetzt. Die Lehrerinnen beidseits der Grenzen nahmen an einer Schulung, die  von der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.“ organisiert wurde, teil. Online, denn ein Treffen war nicht möglich. Dem nicht genug, an einem gemeinsamen Workshop im Bergwalderlebniszentrum Ruhpolding wird noch gearbeitet. Ein wenig Zeit hat man noch, der Projektabschluss ist im September vorgesehen. Finanziert wurde das Projekt durch Sponsoren und das Forschungsprojekt.

Standortauswahl ist wichtig
Genau auswählen musste man den Pflanzplatz, in Kirchdorf musste dieser vor allem weit weg vom Biber sein. Gemeinsam wurden die Bäume gesetzt und in weiteren Tagen soll noch ein Verbissschutz gegen die Rehe angebracht, sowie der Boden immer wieder ausgemäht werden. „Die Brombeeren legen sich sonst über die Pflanzen“, sagt Hirschmüller, der vergangene Woche drei intensive Waldtage abgeschlossen hat.

Nach dem Erfolg der ersten Waldwochen hofft Hirschmüller, dass das Projekt ein Selbstläufer wird und generell im Schulunterricht das Wissen um den Wald verankert wird. veh

Bilder: Neben viel Arbeit im Wald musste für die Schüler auch Zeit sein für eine verdiente Jause. Die ließ man sich besonders schmecken.
Unter genauer Anleitung gab es viel Wissenswertes für die Volksschulkinder. Fotos: VS Kirchdorf

 
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