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18.03.2021
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Die Lücke wird immer größer

Österreich befindet sich seit einem Jahr, einmal mehr und einmal weniger, im Lockdown. Betretungsverbote und Einschränkungen erschweren einen normalen Trainingsbetrieb. Kreativität und Flexibilität sind bei den Sportvereinen das Gebot der Stunde, um speziell im Nachwuchsbereich die Leistungsstärke zu halten.

Bezirk | Seit 15. März ist der Kinder- und Jugendsport für Vereine im Freien wieder möglich. Auf den Fußballplätzen können die jungen Kicker in Kleingruppen wieder trainiert werden und auch viele andere Sportvereine verlagern ihre Einheiten ins Freie. Und dann gibt es noch Vereine, wie den Wassersportverein (WSV) St. Johann, die zu diesen Jahreszeiten auf die Halle angewiesen sind. Ein Schwimmtraining im März in einem Außenbecken ist nicht möglich.
„Wir haben vom Schwimmverband noch keine Meldung erhalten, dass wir ab Mitte März, mit den Kindern in den Bädern trainieren dürfen“, erzählt Gerhard Geisler, Obmann des WSV. Untätig bleibt man aber trotzdem nicht. In Kleingruppen wird für die jungen Schwimmer ein Alternativ-Training im Freien angeboten. „Wir versuchen, die Zeit, bis wir wieder ins Wasser können, zu überbrücken. Mit Athletik- und Stabi-Übungen bauen wir ein Trockentraining, um die Kinder im Verein halten zu können“, sagt Geisler.

Leistungsgruppen durften trainieren
Während viele Kinder und Jugendliche eine Zwangspause auferlegt bekamen, durften die Leistungsgruppen weiterhin ihre Trainings absolvieren. „Wir mussten mit unseren Einheiten nach Salzburg und Innsbruck ausweichen, da ja die Panorama-Badewelt geschlossen war“, erzählt Obmann Geisler. Vier Mal in der Woche machte sich die zehnköpfige Wettkampfgruppe auf den Weg in die Landeshauptstädte zum Training, das in zwei Gruppen abgehalten wurde. „Die Kinder hatten eine Gaudi mit diesen Trainings, denn dadurch kamen sie raus und hatten Abwechslung zum Corona-Alltag. Die Fahrt wurde zum Lernen und fürs Home-Schooling genutzt“, erzählt Geisler. Seitens des Vereins war man aber gefordert, die notwendigen Schwimmbahnen buchen zu können – in Tirol stand für sämtliche Schwimm- und Tria­thlonvereine nur ein Becken zur Verfügung.
Der ganze Trainingsaufwand hat auch einen sportlichen Hintergrund: die Österreichischen Meisterschaften der Jahrgänge 2006 bis 2010 in Graz. Drei der WSV-Schwimmer konnten die Limits erreichen und sind damit in der Steiermark startberechtigt.

Der Spalt wird immer größer
Für die Leistungsdichte hat die Trennung von Leistungs- und Breitensport schwerwiegende Folgen. Während die Wettkämpfer regelmäßig trainieren dürfen und sich somit verbessern können, ist der Breitensport zum Zuschauen verdonnert. Zudem öffnet sich noch eine weitere Lücke zu den Leistungszentren, welche die Zeiten der Lockdowns intensiv für Trainingseinheiten nutzen konnten.

Triathleten kämpfen mit gleicher Problematik
„Für uns ist das größte Pro­blem, dass während der kalten Jahreszeit das Hallenbad geschlossen ist“, sagt Wolfgang Fuchs, Obmann des Kitzbüheler Triathlonvereins. Von November bis März liegt der Trainingsfokus bei den Triathleten auf dem Schwimmsport.
Wie beim WSV St. Johann durfte beim Triathlonverein auch nur die Leistungsgruppe während der Wintermonate trainieren. Die Kaderkinder absolvierten pro Woche zwei Schwimmtrainings im Innsbrucker Tivoli. „Wir haben zwei Mal wöchentlich auf der Sportloipe ein Langlauf-Training mit Hinblick auf den Wintertriathlon, der leider abgesagt wurde, durchgeführt“, erzählt Fuchs.
Mit der Möglichkeit im Freien zu trainieren, werden die Tri-Kids nun fleißig ihre Laufschuhe schnüren.

Da nicht absehbar ist, wann die Hallenbäder wieder öffnen und wann mit einem regelmäßigen Schwimmtraining zu rechnen ist, geht man beim Kitzbüheler Triathlonverein von einem enormen Trainingsrückstand aus.
Für die Vorgaben des Bundes hat Wolfgang Fuchs wenig Verständnis: „Dass wir Indoor nicht trainieren dürfen, verstehen wir ja, aber dass ein Training im Freien nicht möglich ist, ist unverständlich. Mit der Möglichkeit des Testens wäre hier einiges möglich gewesen.“ Elisabeth M. Pöll

Bild: Als das gemeinsame Training noch möglich war, gab es zum Trainingsabschluss noch spielerische Elemente, wie beim Herbsttraining Ende Oktober 2020. Foto: WSV

 
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