26.10.2020
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Die Lebenshilfe geht neue Wege

Die Werkstätte der Lebenshilfe in Oberndorf wird nicht mehr benötigt. Die Klienten arbeiten in kleinen Projekten. Was geschieht mit der Liegenschaft?

Oberndorf, Bezirk | Rund 40 Jahre lang war die Werkstätte der Lebenshilfe in Oberndorf in Betrieb. Nun war es für die soziale Organisation Zeit, neue Wege zu beschreiten. Die Werkstätte, welche für 60 Personen ausgelegt ist, wurde im Mai geschlossen. Die Klienten arbeiten nun in kleineren Projekten im Bezirk. „Wir wollen eine auf die jeweiligen Bedürfnisse so weit als möglich zugeschnittene, sinnstiftende Arbeitsstelle ermöglichen“, erklärt Regionalleiter Markus Themel.

„Wir können etwas!“
So betreibt die Lebenshilfe neben kleinen Werkstätten und Geschäften sogar ein Restaurant in der Aquarena in Kitzbühel. „Man möchte gar nicht glauben, wie viele Klienten aufblühen. Sie haben Kontakt zu anderen Menschen und bekommen Rückmeldungen. Sie merken: Wir sind da! Wir können etwas! Wir können stolz auf das sein!“, erzählt Themel.

Kein Wohnheim mehr
Das Wohnheim in Oberndorf wird ebenfalls aufgelöst. Derzeit leben noch fünf Klienten dort. Als Vorzeigeprojekt nennt Themel Fieberbrunn, wo Klienten in einer sozialen Wohnsiedlung integriert sind. „Statt eines Zimmers mit Gemeinschaftswohnzimmer und -bad, haben sie ihre eigenen vier Wände. Sie können einladen, wen sie wollen und bekommen Assistenz, wenn sie sie brauchen“, erklärt Themel.

Grundstein wurde in Oberndorf gelegt
Wobei Themel die Werkstätte und das Wohnheim in Oberndorf nicht schlechtreden möchte. „Was damals geleistet wurde war für diese Zeit unglaublich fortschrittlich. Nur aufgrund der zahlreichen Menschen, die damals am Aufbau der Lebenshilfe in Oberndorf beteiligt waren, können wir nun diese neuen Wege beschreiten“, so Themel.

Ideen für die Gebäude in Oberndorf
Die Liegenschaften in Oberndorf gehören dem Verein der Lebenshilfe. Die Werkstätte wurde Anfang der 80er Jahre mithilfe von Spenden als Therapiezentrum errichtet (siehe „Blick ins Archiv“). Was damit konkret geschehen wird, ist noch offen heißt, es vom Verein. „Es gibt verschiedene Ideen den Grund sozial weiter zu nutzen. Dies kann im Bereich des barrierefreien Wohnens in Alter oder Freizeit, im Zusammenhang mit dem Bedarfs- und Maßnahmenplan des Landes oder zusammen mit einem Projekt der Gemeinde erfolgen. In diesem Zusammenhang werden auch die Erfahrungen nach und mit Corona zu bewerten sein“, teilt man dem Kitzbüheler Anzeiger mit.

Mehr Mitarbeiter nötig
118 Mitarbeiter der Lebenshilfe begleiten im Bezirk derzeit 202 Klienten. Durch die neuen kleinen Strukturen, wurden zudem mehr Arbeitsplätze geschaffen, so Themel. Johanna Monitzer

Bild: Die Lebenshilfe eröffnete vor Kurzem das Geschäft „Naturtalent“, wo auch der selbstgemachte Honig angeboten wird. Hafize Eker, Daniel Winkler und Markus Kurz (vorn v.li.) arbeiten im Geschäft. Verena Friedl, Rosie Mitterweissacher und Regionalleiter Markus Themel unterstützen sie bei ihrer Arbeit. Foto: Monitzer

Ein Blick ins Archiv - 2.000 Stunden, 10 Mio. Schilling
In der Ausgabe des Kitzbüheler Anzeigers vom  27. Dezember 1980 bedankte sich Lebenshilfe-Obmann, Bezirkshauptmann Hans Heinz Höfle: „In diesen Tagen konnte das neu erbaute Therapiezentrum Oberndorf der Lebenshilfe in Betrieb genommen werden. Die rasche Teilfertigstellung war nur möglich, weil die Bevölkerung des Bezirks in unerwartetem Ausmaß unsere Arbeit unterstützt hat. Durch Spenden, Sachspenden, Preisnachlässe von Firmen und durch weit über 2.000 freiwillig geleistete Arbeitsstunden war es möglich, so rasch und so kostengünstig zu bauen.“
10,7 Millionen Euro kostete die Errichtung. Eine der großen treibenden Kräfte für den Bau war die im Juni verstorbene Kitzbühelerin Käthe Nagiller.
Das umfangreiche Kitzbüheler Anzeiger Archiv ist unter www.kitzanzeiger.at zugänglich.

Bild: Dieses Bild aus dem Kitzbüheler Anzeiger vom 11. Oktober 1980 zeigt Soldaten aus St. Johann bei ihrem freiwilligen Einsatz für die Lebenshilfe. Foto: Archiv

 
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