13.12.2021
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Deutliche Worte mit klarer Ansage

Nach den überraschenden Personalentscheidungen im Vorfeld, standen diese dann auch bei der Vollversammlung des TVB Brixental im Mittelpunkt. Nicht Themen, sondern Posten und persönliche Bedürfnisse wurden in den Vordergrund gestellt.

Westendorf | Auf Begrüßung und kurzen Rückblick folgte sogleich eine Entschuldigung von TVB-Obmann Toni Wurzrainer. Er eröffnete damit den Schlagabtausch im Alpenrosensaal in Westendorf. „Wir haben zu lange zugeschaut“, sagte Obmann Wurzrainer und begründet damit die Entscheidung des TVB-Vorstandes sich von Stephan Bannach, Ortsvorsitzender Westendorf, zu trennen und dass TVB-Geschäftsführer Christoph Stöckl nicht automatisch Geschäftsführer bleibt. Stöckl kann sich jedoch bei einer öffentlichen Ausschreibung dafür bewerben. Eine Neuaufstellung der Führungsmannschaft wird von Seiten des Vorstands angestrebt. Nötig ist dies, da TVB-Geschäftsführer Max Salcher, der mit Stöckl die Doppelspitze bildet, sich nach 38 Jahren in die Altersteilzeit verabschiedet.

Klärungsbedarf geortet
Als „völligen Schock“ bezeichnet Aufsichtsratsvorsitzender Alexander Aigner die Personalie. Er selbst war Langzeitobmann und wurde vergangenes Jahr von Wurzrainer abgelöst. „Die Vorgehensweise ist inakzeptabel. Der Aufsichtsrat gehört eingebunden,“ fordert Aigner und ärgert sich über die Tatsache, die Entscheidung aus der Zeitung zu erfahren. „Ich bin die letzte, die Nein zu Veränderung sagt, aber neben dem Zahlenwerk soll auch die Menschlichkeit nicht außer Acht gelassen werden“, sagt Bgm.in Annamaria Plieseis, die ebenso im Aufsichtsrat sitzt und möchte eine Aufsichtsratsitzung mit Erklärungen.
Wurzrainer nimmt die Kritik an, sieht sich aber im Recht: „Der Vorstand hat Personalhoheit und uns ist das Vertrauen entglitten.“ Über Mutmaßungen, dass die Kündigung etwas mit dem Westendorfer Almabtrieb und der darauffolgenden Kritik durch Bannach zu tun hat, wird entgegnet: „Wir haben Maßnahmen gesetzt, im Bewusstsein, dass Kritik kommt.“

Schlagabtausch Alt- und Neuobmann
Dass es noch Klärungsbedarf zwischen Obmann Wurzrainer und Aufsichtsrat Aigner gibt, blieb offensichtlich. War für Wurzrainer die Woodstock-Academy für Blasmusik gelungen, so entgegnete Aigner, dass dort ein großer Corona-Cluster produziert wurde. Außerdem wurde von beiden Seiten die späte Einladung sowie nicht ausgesprochene Einladungen zu Sitzungen reklamiert. Aigner hat jedoch die Entschuldigung zur Personalie angenommen.

Deutliche Worte
Auch die Bergbahner, die nunmehr sehr gut zusammenarbeiten, hatten klare Worte für die Verantwortlichen. „Es ist nicht bärig, kurz vor Weihnachten über verschiedene Kanäle von dieser Entscheidung informiert zu werden“, sagt Hansjörg Kogler, Geschäftsführer SkiWelt und Anton Bodner, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG Kitzbühel, pflichtet dem bei: „Es geht nicht, dass persönliche Werte über die Aufgaben des TVB gehen. Es müssen alle in die gleiche Richtung arbeiten.“ Großer Applaus von Seiten der Zuhörer unterstrich die Worte.

Aktuelle Lage
In all dem Trubel sind die aktuellen Finanzzahlen des TVB und die schwierige Coronalage fast untergegangen. Nach dem Totalausfall im Winter durfte man sich im Sommer über große Nachfrage freuen. Besonders die Monate August und September waren gut gebucht. Ein Bilanzgewinn von rund 250.000 Euro wurde erzielt. Grund für die positiven Zahlen: die Förderungen vom Land Tirol sowie die Kurzarbeit. Außerdem hat man seit Jahren Geld auf die hohe Kante gelegt und kann nun auf Einlagen in der Höhe von vier Millionen Euro zurückgreifen. Der Verband hat keine Schulden. Verena Mühlbacher

Bild: Die idyllische Weihnachtsstimmung mit Schnee ist im Haus des TVB Brixental noch nicht eingekehrt. Umstritten sind weitreichende Personalentscheidungen, die der Vorstand getroffen hat. Foto: Erber

Aus meiner Sicht - Der Ton macht die Musik
Für viel Gesprächsstoff im Brixental sorgte man mit einer weitreichenden Personalentscheidung, die am gleichen Tag der Vollversammlung in der Tageszeitung verkündet wurde. Der Zwist zwischen Obmann Wurzrainer und Aufsichtsrat Aigner war deutlich, jedoch akustisch nicht immer alles einwandfrei zu verstehen. Damit gab es den schlechten Ton nicht nur zwischen den Funktionären sondern auch aufgrund des Mikrofons. Für die Zukunft gibt es auf jeden Fall Verbesserungspotential auf allen Seiten.  Verena Mühlbacher, muehlbacher@kitzanzeiger.at

 
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