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10.07.2019
News  
 

Der Marktplatz der Geschäftsideen

Der Business Angel Summit in Kitzbühel hat sich mittlerweile als Institution etabliert. Er trägt dazu bei, dass österreichische Start-ups und damit auch Geschäftsideen auf das Radar internationaler Investoren kommen.

Kitzbühel  | Start-up sucht Kapital. So einfach ist das Grundprinzip, das hinter Business-Angel-Treffen wie jenem in Kitzbühel steht. Heuer bewarben sich insgesamt 54 Unternehmen um einen Platz. Auch vier Tiroler Gründerteams überzeugten die Jury.  Die Jungunternehmen treffen dabei auf schlagkräftige Spieler in der Investorenszene. Als „Engel“ mit dabei sind unter anderem Marie-Helene Ametsreiter (Speedinvest), Markus Kainz (primeCROWD), Christoph Kanneberger (Apex Ventures) oder auch Bernhard Letzner (Segnalita Ventures).

Um ein Drittel mehr Investmentkapital
Um möglichst schnell zu wachsen, brauchen die Start-ups natürlich Dünger – in Form von Kapital. In den ehrwürdigen Hallen des Kitzbüheler Rasmushofes ging es dabei um Beteiligungen in einer Bandbreite von 150.000 bis zu 2,5 Millionen Euro. Der Business Angel Summit in Kitzbühel wird vom Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Standortagentur Tirol ausgetragen. Ziel ist es, das Interesse an Start-up-Investments in Österreich nachhaltig zu stärken.  Vergangenes Jahr war in dieser Hinsicht ein besonders gutes in der Alpenrepublik: Der Aufschwung der Szene zeigte sich  an stolzen 71 Finanzierungsrunden mit einer Investitionssumme von insgesamt 173 Millionen Euro. Das bedeutet  um ein Drittel mehr Investmentkapial als noch 2017.
Blickt man auf die in Kitzbühel präsentierten Geschäftsmodelle, wird klar: die heimischen Gründer wissen mit den Möglichkeiten der Digitalisierung virtuos umzugehen. Kaum eine Branche, für die es keine „neue“ und „smarte“ Lösung gibt. Das spiegelt sich auch in der Förderungspolitik des Landes wider.

Lehre als Nährboden für Innovationen bei KMUs
Auch im ländlichen Raum spielt Digitalisierung eine immer größer werdende Rolle, wie Wirtschafts-Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger unterstreicht: „Jede Innovation, die die Region vor den Vorhang holt, ist wichtig.  Das kann in allen Feldern sein – zum Beispiel im Tourismus. Ich muss mir heute überlegen: Was wünscht sich der Kunde von morgen?“ Dabei gilt es, besser zu sein, nicht billiger, so Zoller-Frischauf. Eine Schlüsselrolle in diesem Umbruch spielt natürlich die Lehre. Sie ist der Nährboden, aus dem Entwicklungen und Erfindungen in den Klein- und Mittelbetrieben heraus entstehen. Gerade KMU‘s sind oft die unterschätzten Helden, was Innovation betrifft. Aber: „Traditionsbetriebe halten sich nur damit langjährig auf dem Markt“, so Zoller-Frischauf. Gleichzeitig verweist sie auf die hohe Tiroler Forschungsquote von drei Prozent. Pro Jahr fließen in unserem Bundesland 900 Millionen Euro an öffentlichen und privaten Geldern in die Forschung.

„Innovation ist planbar“
Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, man braucht kein visionärer Wunderwuzzi  zu sein, um als Gründer durchzustarten. Günter Höfert, Gründer des E-Zigaretten-Unternehmens „Von Erl“, sprach in seiner Eröffnungsrede beim Business Angel Summit die wesentlichen Zutaten für den Erfolg an.  „Innovation ist planbar. Er besteht zu zehn Prozent aus Inspiration und zu 90 Prozent aus Transpiration – aus beinharter Knochenarbeit.“
Start-ups sind von der Struktur her klein und reaktionsschnell. Das ist der große Trumpf, den sie gegen große, etablierte Unternehmen ausspielen können. „Start-ups können sich auch Fehler erlauben.“ Höfert empfiehlt den Gründern, mit dem Produkt auf den Markt zu gehen und sich das Feedback der Kunden einzuholen. „Loslegen und sich was trauen“, so die Devise.
Was aber natürlich nicht heißt, blauäugig in das Wagnis Unternehmertum zu gehen. Die große Vision, die Strategie hinter Produkt und Markteintritt, sollte man konsequent in seinem Handeln verfolgen. Dazu Höfert: „Was ist mein Ziel und was meine Strategie, dieses Ziel zu erreichen?“ Elisabeth Galehr

Die Gründer von monkee, Martin Granig und Christian Schneider (https://www.monkee.rocks), bieten mit ihrer App den „Sparstrumpf 4.0“ an. Beim Business Angel Summit in Kitzbühel trafen sie auf Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. Foto: Galehr

 
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