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30.06.2019
News  
 

Das Tourismusbarometer ist oben

Bezirk | Die alljährliche Untersuchung von Deloitte und der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) zeigt: Unterstützt von guten Konjunkturdaten erwarten mehr als zwei Drittel der Betriebe ein Umsatzwachstum. Im Gegensatz zum Vorjahr ist der Höhenflug aber doch vorbei. So liegt der Tourismusindex dieses Jahr bei einem Wert von 2,88, im Jahr 2018 pendelte sich der Index noch bei 2,83 ein. Bewertet wurden dafür die Faktoren wirtschaftliche Lage der Branche, individuelle Situation der Betriebe sowie regulatorische Rahmenbedingungen. Gerade letzteres drückte besonders auf die Stimmung der Hoteliers. Das Barometer im Bereich „Regionales Umfeld und regulatorische Rahmenbedingungen“ kommt diesmal über einen Wert von 3,46 nicht hinaus. Damit liegt man sogar nochmals etwas schlechter als im Vorjahr, wo der Index in dieser Kategorie bei 3,44 stand.
Immerhin war die abgelaufene Wintersaison für die Touristiker ein Grund zur Zufriedenheit – zwei Drittel der befragten Unternehmer beurteilten sie positiv, für 30 Prozent lief sie sogar besser als erwartet. Zusätzlich zeigt die Studie, dass 68 Prozent der Betriebe für die Sommersaison ein Umsatzwachstum erwarten.

75 Prozent auf Mitarbeitersuche
Ein Dauerbrenner ist und bleibt der Fachkräftemangel im Tourismus. „Derzeit sind drei Viertel der Betriebe auf der Suche nach Fachkräften. Der steigende Bedarf wird durch die Bevölkerungsentwicklung noch weiter verstärkt, die Schere zwischen offenen Stellen und potentiellen Mitarbeitern geht weiter auf“, führt ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer aus. Wobei 43 Prozent der Befragten das Finden der Arbeitskräfte noch schwieriger beurteilen als noch im Jahr 2018. Interessanter Teilaspekt: Die Flexibilisierung der Arbeitszeit („12-Stunden-Tag“) brachte kaum Entlastung: Nur  28 Prozent der befragten Arbeitgeber konnten daraus einen Nutzen ziehen. Somit geht die Suche nach Mitarbeitern weiter: Besonders gefragt sind Kräfte im Service, gefolgt von Küche und Rezeption. Die Tourismusbranche geht zunehmend proaktiv vor, um Mitarbeiter zu finden und zu halten. Die Palette reicht dabei vom „Employer Branding“ – also dem Chef ein Gesicht zu geben und den Betrieb als Marke zu etablieren – über Kooperationen bzw. Aktionen der Tourismusverbände sowie Benefits und besseres Arbeitsumfeld für die bestehenden Kräfte zu schaffen. Während die Hoteliers bei der Auslastung weitestgehend zufrieden sind, zeigt die aktuelle Studie einen Aspekt hinsichtlich des Ertrages bzw. des steigenden Kostendrucks auf.  „Neben dem Arbeitskräftethema stellen die angespannte Kostensituation und der hohe bürokratische Aufwand aktuell die größten Belastungen für die Betriebe dar. Die Kosten für Mitarbeiter sind in den letzten Jahren am meisten gewachsen. Zusätzlich liegt eine hohe Steuerlast auf den Unternehmen. Die Touristiker hatten sich Entlastungen durch eine Steuerreform erhofft. Die dadurch erwartete Steigerung der Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit bleibt nun zumindest vorerst aus“, heißt es dazu. In 60 Prozent der Betriebe (2018: 72 Prozent) erfolgen die Investitionen für 2019 wie ursprünglich geplant. Weitere 14 Prozent weichen nach oben ab, 26 Prozent nach unten.

Keine alternativen Finanzierungsformen
Für die heimischen Hoteliers sind die neuen Finanzierungsmodelle wie „Buy-to-let“ oder „Crowdfunding“ kein Thema. Die Bereitschaft dafür ist mit einem Indexstand von 4,29 (Buy-to-let) sehr gering. Die Touristiker vertrauen in Sachen Kapitalbeschaffung nach wie vor den heimischen Banken.
Übrigens: Um die Rentabilität zu steigern bzw. laufende Kosten zu senken, setzen die Befragten auch gerne auf nachhaltige Lösungen. Ökologische und wirtschaftliche Interessen gehen dabei Hand in Hand – etwa beim Thema Energiesparen. Gut für den Gastgeber, den Kunden und die lokale Wirtschaft ist der Einsatz von regionalen Lebensmitteln. 27 Prozent der Befragten setzen auf dieses Thema, 26 Prozent setzen Akzente zur Energie-Effizienz. Elisabeth Galehr

 
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