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03.11.2019
News  
 

Das Therapiezentrum „forKids“

Bei körperlichen Fehlstellungen kann Physiotherapie viel bewirken. So auch bei der einjährigen Lilly-Marie, die seit ihrer Geburt auf diese Therapie angewiesen ist. Sie wird im forKIDS Therapiezentrum von PhysiotherapeutInnen und LogopädInnen unterstützt.

Kitzbühel, Bezirk | Etwas stimmt mit dem Baby nicht. Diesen Satz haben Ines Bachmann und Hannes Friedl unzählige Male während der Schwangerschaft gehört. „Im Ultraschall sah es nach verschiedenen Behinderungen aus, aber irgendwie auch nicht und wir sind von einem Spezialisten zum nächsten gefahren, immer ohne klare Diagnose“, erzählt Ines Bachmann. Nach einer schwierigen Schwangerschaft kam Lilly-Marie schließlich elf Wochen vor dem Geburtstermin zur Welt. „Als sie da war, haben wir endlich gewusst, was los ist. Sie hatte zu wenig Platz, konnte sich nicht drehen und war deshalb richtig verbogen“, berichtet Bachmann. Lilly-Marie wurde mit einer schweren Skoliose geboren. Seit ihrer Geburt braucht das Mädchen physiotherapeutische Hilfe, damit sich ihre Wirbelsäule ausrichtet und sie möglichst keine langfristigen Haltungsschäden davonträgt. „Bereits auf der Neonatologie wurde mit der Therapie begonnen. Dort haben sie uns auch gleich einen Therapieplatz im forKIDS in Kitzbühel organisiert, damit wir direkt nach der Entlassung weitermachen können“, sagt Ines Bachmann. „Es ist das Beste, was uns passieren konnte“, zeigt sie sich erleichtert.

Persönlich abgestimmte Therapie
Einmal pro Woche besucht Lilly-Marie die Physiotherapie. Die Therapeutinnen machen mit ihr verschiedene Übungen und leiten Vater und Mutter dazu an. „Ohne die täglichen Übungen durch die Eltern würde Lilly-Marie nicht solche tollen Fortschritte machen“, ist Judith Völlenkle, die Leiterin des forKIDS, überzeugt. Zu den Übungen zählen das Vor- und Zurückbewegen der Beine, das auf den Rücken- und Bauchdrehen und verschiedene Dehnübungen – alles individuell auf Lilly-Marie abgestimmt. Die Einjährige macht dabei auch fröhlich mit. „Sie nimmt das super an und merkt, dass ihr das guttut. Sie ist halt eine Kämpferin, weil die Überlebenschancen in solchen Fällen eher gering sind. Und sie entwickelt sich super und kann auch schon sitzen“, sagt Ines Bachmann.

Erfolgreiche Zusammenarbeit
In Kooperation mit dem Land Tirol und den Sozialversicherungsträgern startete das Diakoniewerk im November 2016 in Kitzbühel das neue Therapieangebot zur „Integrierten Versorgung von Kindern und Jugendlichen von 0-18 Jahren mit Entwicklungsverzögerungen und Auffälligkeiten im Bereich des Verhaltens“. Die Angebote der Therapiezentren des Diakoniewerks sind speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsverzögerungen, Auffälligkeiten im Bereich des Verhaltens wie Wahrnehmungs- und Konzentrationsprobleme, Regulationsstörungen bei Säuglingen und mit Haltungsproblemen abgestimmt. Die Unterstützung in der Kommunikation (inkl. Unterstützte Kommunikation) und in der sozialen Interaktion sind ebenso Schwerpunkte. Nähere Infos: Tel. 05356/601155.

Physiotherapeutin Nora Freitag und Mutter Ines Bachmann machen mit Lilly-Marie verschiedene Übungen. Foto: Diakoniewerk

 
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