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18.05.2021
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Das Buch von hinten zu lesen ist relativ einfach, aber...

Am 26. April stellte sich Landeshauptmann Günther Platter im virtuellen Raum den Fragen der Jugendredaktion der BHAK/BHAS Kitzbühel.
 
Kitzbühel, Innsbruck | Der direkte Dialog zwischen Politikern und Schülerinnen und Schülern sorgt immer wieder für interessante Denkanstöße auf beiden Seiten. Schließlich ist der persönliche Kontakt zu einem hohen Politiker auch für unsere Jugendredaktion nicht alltäglich - auch wenn dieser coronabedingt virtuell stattfinden musste.

Was würden Sie rückblickend in Bezug auf die Pandemie anders machen?
LH Platter: Das Buch von hinten zu lesen ist relativ einfach, aber, wenn man sich in der Entscheidungsphase befindet, ist das richtige Vorgehen oftmals nicht so simpel. Die Entscheidung für den ersten Lockdown wurde neben fachlichen Kriterien auf der Basis der Bilder aus Italien getroffen, wo die Armee dazu gezwungen war, unzählige Verstorbene zu begraben, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Wenn ich mit dem Wissen von heute nochmals entscheiden könnte, würde ich wahrscheinlich den Menschen trotz Lockdown mehr Freiheiten geben, sich im Freien aufzuhalten. Allerdings ist es für die Politik ein schwieriger Spagat zwischen den Fachexpertisen der Virologen und den Wünschen des Volkes.

Die Unternehmen und ArbeitnehmerInnen bekommen momentan finanzielle Unterstützungen. Diese Zuschüsse und Hilfen haben große Löcher in das Budget gerissen. Was bedeutet das für unsere Zukunft?
Ich stimme zu, dass im Moment sehr viel Geld ausgegeben wird. Es ist jedoch notwendig, damit die Betriebe und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Ich stand immer für eine Null-Schulden-Politik, weswegen Tirol nach der Pandemie auch um einiges besser dastehen wird als andere Bundesländer. Eines meiner Post-COVID-Ziele wird es sein, zu einer sparsamen Politik zurückzukehren, um der jungen Generation keinen Schuldenberg zu hinterlassen.

Wir in Kitzbühel sehen vermehrt Autos mit Münchner und Wiener Kennzeichen z.B. bei Zweitwohnsitzen parken. Wie stehen Sie zur Einreise nach Tirol trotz Pandemie und Ausgangssperre? Vor allem wo Deutschland die Grenzen teilweise dichtgemacht hat!
Die Zweitwohnsitzfrage ist besonders in Kitzbühel sehr wichtig. Dass es trotz klarer Regelungen zu Verstößen gegen die Einreise- und Quarantäne-Bestimmungen gekommen ist, war sehr ärgerlich. Als Land sind wir dabei, rigorose gesetzliche Mittel zu entwickeln, damit die Anzahl der Zweitwohnsitze nicht überbordend wird.

Wann denken Sie, dass die Schülerinnen und Schüler bzw. wir jungen Menschen die COVID-Impfung erhalten?
COVID-Impfungen sind derzeit ab dem 16. Lebensjahr verfügbar. Ich selbst habe die Impfung erst vor kurzem erhalten, was sehr unproblematisch abgelaufen ist. Ich denke, dass bis Ende Juni alle Schülerinnen und Schüler, die das wollen, zumindest die erste Corona-Teilimpfung erhalten haben werden.

Welche Maßnahmen wird das Land Tirol in den kommenden Jahren für den Klimaschutz ergreifen?
Klimaschutz ist eine der bedeutendsten Angelegenheiten weltweit in den kommenden Jahrzehnten. Ich versichere, dass Tirol in Sachen Klimaschutz nicht nur zuschauen wird. Wir haben schon einiges begonnen, damit wir bis zum Jahr 2050 keinen Strom mehr zukaufen müssen. Zudem machen wir beispielsweise bei der Initiative „Raus aus dem Öl“ Fortschritte. Es wird auch in die E-Mobilität und in Wasserstoff als Treibstoff investiert.

An unserer Schule werden unter anderem auch sehr viele IT-Schwerpunkte gesetzt und angeboten. Welche Möglichkeiten sehen Sie, die informationstechnologische Bildung noch mehr voranzutreiben? Wie stark prägt Informationstechnologie Ihren beruflichen Alltag?
Ich selbst bin ein großer Fan der Digitalisierung. Ich denke, ein Land kann in Zukunft nur bestehen, wenn es in Sachen Digitalisierung die Nase vorne hat. Ich habe mich schon sehr lange für eine digitalisierte Verwaltung eingesetzt und 100 Millionen Euro für Investitionen in das Breitbandinternet freigegeben. Die Digitalisierung minimiert den Unterschied zwischen Stadt und Land, was ein effektives Gegenmittel für die Landflucht ist. Ich selbst nehme die Möglichkeiten der Digitalisierung in Anspruch, indem ich zum Beispiel Videokonferenzen nutze, um die Umwelt weniger zu belasten und Wege zu sparen.

Das ungekürzte Interview lesen Sie online
„Was halten Sie von einem bedingungslosen Grundeinkommen? Ist die Matura der Corona-Generation weniger wert, wie viele Unternehmen behaupten? Wo sehen Sie die Chancen für die Zukunft? Flüchtlinge in Europa? Wie sehr kommt ihr Privatleben in solcher Zeit zu kurz?
Antworten des Landeshauptmannes auf diese Fragen sind nachzulesen unter www.kitzanzeiger.at HeNi, DKö

Bilder: Einblick vom Studio im Landhaus ins KitzHAK-Studio in Kitzbühel (Bild: Land Tirol/Berger)

Ein Teil der Jugendredakteure im provisorischen Studio in der HAK/HAS-Bibliothek. Bild: JuRed/GEg

LH Platter im Gespräch mit Jugendredakteurin Anna Schipflinger im Homeoffice. Foto: Land Tirol/Berger

 
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