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Kitzbüheler Anzeiger
23.05.2024
News  
 

Bürgermeister stellte Baustelle ein

Es war als Formalakt gedacht und endete in einem Eklat – da ein Teil des Gemeinderates die weiteren Bauschritte am Linderbrandweg an Gespräche mit der Interessentschaft knüpft, sind die Bauarbeiter abgerückt.

Oberndorf | Bürgermeister Hans Schweigkofler versteht die Welt nicht mehr – in der jüngsten Gemeinderatssitzung lehnte die Mehrheit der Mandatare die Realisierung weiterer Bauschritte am Linderbrandweg ab – sie forderten vorerst weitere Gespräche mit den Anrainern. Völlig überraschend für Schweigkofler auch deshalb, weil die Mitglieder des Infrastrukturausschusses, darunter VBM Hannes Waltl, dem Projekt bereits einstimmig zugestimmt hatten.

Der Linderbrandweg ist die Verbindung von der Rerobichlstraße bis zum Fußballplatz. Der Motorsportclub und die Bogenschützen sind ebenfalls in diesem Bereich angesiedelt. Seit einiger Zeit führt auch der überregionale Radweg über die Straße Richtung Oberndorf. Überdies ist der Salzsilo dort aufgestellt. Auch einige Bauernhöfe liegen dort. „Die Straße selbst ist öffentliches Gut, die Verwaltung geht jedoch über eine Interessentschaft“, klärt Schweigkofler auf. Die Verbindung ist einem schlechten Zustand, ihre Sanierung ein lang gehegter Wunsch in Oberndorf.

Die Baumaschinen sind auch bereits aufgefahren – allerdings sind seit Ende letzter Woche die Baustelleneinrichtungen zwar vorhanden, Bauarbeiter waren jedoch keine zu sehen. Wie der Dorfchef bereits im Gemeinderat angekündigt hat, ließ er aufgrund des fehlenden Beschlusses die Arbeiten einstellen. „Geplant war eigentlich, dass wir vor dem Cordial Cup die Straßendecke noch asphaltieren, das hat aufgrund des negativen Beschlusses leider nicht mehr geklappt“, so der Dorfchef.

Fast 200.000 Euro sollen in das Projekt fließen, in deren Mittelpunkt die Sanierung der kaputten Straße steht. „Wir wollen überdies dem Wunsch der Eltern entsprechen und eine Straßenbeleuchtung installieren“, informiert Schweigkofler. Und weil die Straße aufgerissen ist, soll auch gleich die LWL-Leitung installiert werden. „Am Fußballplatz selbst gibt es keine Besprenkelungsanlage“, so Schweigkofler. Grund dafür ist der fehlende Wasserdruck –  auch das hätte gleich in einem Aufwaschen erledigt werden sollen. Im Infrastruktur-Ausschuss, so Schweigkofler, wurde das Projekt auch einstimmig beschlossen.

„Die Gemeinde Oberndorf würde solche Straßen ja ganz übernehmen, allerdings hat das im Fall des Linderbrandweges ein Mitglied der Interessentschaft abgelehnt“, schildert Schweigkofler. Somit finanziert die Gemeinde etwa rund 90 Prozent der Kosten, den Rest übernehmen die Mitglieder der Interessentschaft.

„Im Rahmen des Projekts wäre mein Vorschlag gewesen, dass wir 100 Prozent der Kosten für das Sanierungsprojekt übernehmen“, so der Bürgermeister. Daher war seine Überraschung umso größer, als es im Gemeinderat zur hitzigen Debatte kam.  

Wie VBM Hannes Waltl (FÜRS Dorf) erklärte, sollte das Projekt vorerst doch noch einmal mit den Mitgliedern der Straßeninteressentschaft besprochen werden. Erst dann soll es erneut auf die Tagesordnung kommen. In die selbe Kerbe schlug auch Gemeindevorstand Christian Schroll (GEO): „Wenn das geregelt ist, können wir abstimmen.“

Die Abstimmung fiel vorerst gegen das Sanierungsprojekt aus. „Ich kann das einfach nicht verstehen. Ich bin auch deshalb überrascht, weil die Abstimmungen für das Projekt bisher immer einstimmig ausfielen“, schüttelt Schweigkofler den Kopf. Für ihn sei das ein reiner Formalakt gewesen, da es eine sehr zukunftsträchtige Lösung sei. Die Wasserleitung sei nicht nur für den Bereich Linderbrandweg gedacht, sondern könne in Folge bis zur Reinache ausgebaut werden.

Schweigkofler fackelte nicht lange und ließ innerhalb weniger Tage die Baustelle einstellen und die Arbeiter abrücken. Vorerst bleibt die Straße weiter holprig und unbeleuchtet – solange bis sich der Gemeinderat auf eine Lösung geeinigt hat.  Margret Klausner

Bild: Die Baustelle beim Fußballplatz ist eingestellt. Doch auch im Verlauf des gesamten Linderbrandweges stehen zwar Baueinrichtungen – doch gearbeitet wird derzeit nicht. Foto: Klausner

 
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