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16.09.2019
News  
 

Bürger wollen eine Öffnung

Zahlreiche Bürger setzen sich dafür ein, dass der Durchgang beim Bahnhof St. Johann wieder geöffnet wird. Die ÖBB erklärt, dass dieser aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste.

St. Johann | 1875 wurde der Bahnhof in St. Johann gebaut. Ob es den Durchgang in Richtung Dekan Ritter-Weg auch damals schon gab, lässt sich schwer sagen. „Fakt ist, dass die älteren Anwohner am Eduard Angerer weg den Weg seit ihrer Kindheit benutzt haben. Also muss es ihn sicher schon seit über 80 Jahren geben“, veranschaulicht Anrainerin Bettina Gogl. Sie zeigt dem Kitzbüheler Anzeiger alte Aufnahmen des Bahnhofsgeländes.
Seit Mai diesen Jahres ist der Durchgang, welchen nicht nur viele Anrainer am Eduard Angererweg tagtäglich nutzen, von der ÖBB mit einem Schranken gesperrt. Radfahrer und Fußgänger müssen auf die B164 ausweichen, um zum Bahnhof zu gelangen. „Mit Kindern ist das der Horror. Viele Eltern sagen, sie fahren deshalb die Kinder lieber mit dem Auto in die Schule oder ins Dorf. Es geht uns nicht um eine Abkürzung, sondern um Sicherheit“, erzählt Gogl.

386 Unterschriften innerhalb zwei Wochen
Die Betroffene hat in ihrer Nachbarschaft Unterschriften gesammelt, damit der Durchgang wieder geöffnet wird. 386 Unterschriften sind innerhalb von zwei Wochen zusammengekommen, die Gogl im Mai an Bürgermeister Huber Almberger übergeben hat.

Bürgermeister sieht keine Chance für Öffnung
Vergebens. Der Bürgermeister hat alles versucht, um zu vermitteln, wie er gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger betont, er sieht aber kaum Möglichkeiten, den Durchgang wieder zu öffnen. „Nach mehreren Gesprächen mit der ÖBB sehe ich keine Chance. Es handelt sich um ein Betriebsgelände. Die ÖBB ist haftbar, wenn etwas passiert.“ Der Bürgermeister verweist auf einen Unfall der sich im letzten Jahr am Bahnhof zugetragen hat.
Aber wenn der Durchgang seit Jahrzehnten offen war – gilt dann nicht ein ersessenes Wegerecht? „Nein, unserer Meinung nach nicht. Es war immer ein Verbotsschild da, aber die Leute sind trotzdem durchgegangen“, so der Bürgermeister. Auch die ÖBB verweist in ihrer Stellungnahme auf das vorherige Verbotsschild, dass jedoch ignoriert wurde.

Knackpunkt: Abstellgleis
Ein Knackpunkt, warum der Durchgang gesperrt wurde, ist das Abstellgleis, welches Fußgänger und Radfahrer überqueren müssen. Eine temporäre Absperrung des Durchgangs, wenn dieses Abstellgleis benutzt wird, ist laut ÖBB nicht möglich.
Könnte man diese Gefahrenstellen nicht absichern oder umgehen? „Eine Alternative können wir aufgrund der Gegebenheiten nicht anbieten, hier sehen wir die Gemeinde am Zug, wobei wir gerne Unterstützung geben, wo es möglich ist“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair.
Seitens der Gemeinde gibt es seit längerem Verhandlungen mit einem Grundstückseigentümer, wobei auch ein neuer Weg zum Bahnhof ins Auge gefasst wird.  Fix sei jedoch noch nichts, betont der Bürgermeister.
Unterschriftenaktion wird ausgeweitet
Die Anrainer am Eduard Angererweg und Umgebung wollen nicht so schnell aufgeben. „Es kann nicht sein, dass ein jahrzehntelanger Durchgang gesperrt wird und die Bürger auf die weitaus gefährlichere Bundesstraße ausweichen müssen“, so Gogl. Die Unterschriftenaktion zur Öffnung des Durchganges wird nun auf ganz St. Johann ausgeweitet. Unterschriftenlisten liegen u.a. im Weltladen, bei der Bäckerei Rass und in Kathrins Kinderwelt auf.  Johanna Monitzer

Seit Mai ist der jahrzehntelange Durchgang gesperrt. Bürger sowie ÖBB argumentierten mit Sicherheit: Die ÖBB sieht Gefahren durch das Betreten des Betriebsgeländes. Bürger fürchten um ihre Sicherheit, da sie nun auf die Bundesstraße ausweichen müssen.  Foto: Monitzer

 
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