06.07.2020
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Bestnoten für jungen Skispringer

Mit sieben Jahren das erste Mal Skisprungluft geschnuppert und seitdem mit dem Virus Skispringen infiziert: Marco Wörgötter gehört zu den Ausnahmetalenten, was er mit zwei Gold-Medaillen bei den Olympischen Jugendspielen und einer Gold- und Silbermedaille bei den Junioren Weltmeisterschaften bereits unter Beweis gestellt hat.

Oberndorf | Entspannt, als ein junger Typ zum Anfassen präsentierte sich Marco Wörgötter im Rahmen der Auszeichnungsfeier der Gemeinde Oberndorf und dem Kitzbüheler Skiclub (siehe Sportteil). Einige Volksschulkinder nutzten die Möglichkeit, dem 17-jährigen Nachwuchstalent Fragen zu stellen und Einblick in das junge Sportlerleben zu bekommen.

Springer war nicht mehr zu Stoppen
Die Karriere als Skispringer war nicht vorgezeichnet, Schritt für Schritt ging die Entwicklung bergauf und Trainer Seppi Jenewein beim Kitzbüheler Ski Club erkannte das Talent früheitig. Der Schulwechsel mit zehn Jahren war die erste Weichenstellung: Nicht die Neue Mittelschule in St. Johann war das Ziel, sondern die Sporthauptschule in Saalfelden. „Ich konnte mit dem Skispringen nicht mehr aufhören“, erinnert sich Wörgötter an die Anfänge auf der Schattbergschanze in Kitzbühel zurück. Durch Zufall war er mit sieben Jahren dorthingekommen. „Ein Freund hat mich zum Training mitgenommen“. Mittlerweile springt er mit seinen 2,42 Meter langen Skiern über Schanzen auf der ganzen Welt. Sein Debüt feierte er im Jahr 2011 in Hinzenbach.

Der Tagesablauf ist dem eines Schülers ähnlich, jedoch zeitinsensiver. Statt den Hausaufgaben am Nachmittag werden diese erst am Abend erledigt, der Nachmittag ist fürs Training reserviert. „Ich trainiere sechs Mal die Woche jeweils zwei Stunden lang“, erklärt Wörgötter und ergänzt, dass am Sonntag pausieren angesagt ist. Zeit für seine Hobbys hat er wenig - Skateboarden und Computerspielen gehören dazu. Während der Corona-Zeit hat er auch mit selbstgedrehten Videos von zuhause auf sich aufmerksam gemacht.
Skispringer sind sehr schlacksige Typen - muss man bei der Ernährung aufpassen? In der Schule lernt man alles über eine ausgewogene Ernährung. „Ich habe für mich beschlossen, Vegetarier zu werden“.

Ganze Familie mit dem Nachwuchs unterwegs
Mittlerweile ist die gesamte Familie Wörgötter mit dem Skisprungvirus infiziert. Der jüngere Bruder Julian springt ebenso schon mit und die Eltern Anita und Roman sind seit Jahren als Chaffeure für den Nachwuchs im Einsatz. „In den vergangenen drei Jahren haben wir 45.000 Kilometer zurückgelegt“, erzählt Mama Anita. Nun hat Marco den Führerschein und fährt selbst zum Training. Gleich nach der Feier ging es zum Mattenspringen nach Bischofshofen weiter.
Zu größeren Bewerben reist die gesamte Familie zum Daumen drücken an. Beim Wettbewerb ist er jedoch auf sich allein gestellt: so auch bei den Olympischen Jugendwinterspielen in Lausanne (Schweiz). „Ich hatte am Start Gänsehaut am ganzen Körper“, erklärt Wörgötter im Siegerinterview und ergänzt, dass diese sobald er auf dem Bakken gesessen ist, weg war. „Ich weiß, was ich zu tun habe“. Auf einen Geldregen wartet man vergeblich nach den Goldmedaillen: „Es gab kein Preisgeld, es ist Prestige, dort zu gewinnen.“ Ein Ehrenplatz ist den Goldenen sicher, eine genaue Zahl, wie viele Medaillen und Pokale er gewonnen hat, weiß er nicht mehr.

Erste Weltcupeinsätze absolviert
Nach seinen Erfolgen gab es als Belohnung ein besonderes Gustostückerl: Der 17-jährige feierte seinen ersten Weltcupeinsatz und dafür nahm er eine weite Anreise in Kauf: Japan, Sapporo war das Ziel. Als erstes Weltcupergebnis nahm er den Platz 22 mit nach Hause. Sein Fazit? „Die anderen Springer kochen auch nur mit Wasser.“ Zu seinen größten Träumen zählt der Gewinn der Vierschanzentournee. Vorbilder hat er jetzt keine mehr, in früheren Jahren zählten Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern, die damals alles gewonnen hatten, dazu.
Mittlerweile ist der Jugendliche Mitglied im B-Kader des ÖSV und bei Wettkämpfen gibt es schon die ersten Anfragen für Selfies und Autogrammkarten. Außerdem ist Wörgötter mit seinen Erfolgen auf Wikipedia zu finden. Sein akutell weitester Sprung liegt bei 140 Metern, höher und noch weiter ist in den nächsten Monaten und Jahren das Ziel. Der Grundstein ist gelegt: Nach den letzten Schulwochen geht es mit den ÖSV-Mannschaftskollegen ins Trainingslager und dann starten die Sommerweltcups. Verena Mühlbacher

Foto: Skispringer Marco Wörgötter freut sich auf die Zukunft. Foto: privat

 
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