30.07.2021
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Aus für Sonderschule nun offiziell

Was passiert mit den Räumlichkeiten? Die Sonderschule St. Johann wird vorläufig stillgelegt – der offizielle Beschluss dazu erfolgte nun auch im Gemeinderat.

St. Johann, Bezirk | Über den letzten Schultag an der Allgemeinen Sonderschule in St. Johann hat der Kitzbüheler Anzeiger kürzlich berichtet. Nun ist es auch offiziell. Der St. Johanner Gemeinderat sprach sich als zuständige Standortgemeinde, einstimmig für die vorläufige Schließung der Einrichtung aus.
Die Räumlichkeiten der Schule bleiben nicht verwaist. Für das Parterre interessiert sich die Eltern-Beratungsstelle des Landes Tirol. „Der erste Stock und der Keller werden in Zukunft für die schulische Tagesbetreuung genutzt“, erklärt Hans Hauser, zuständig für Finanzen in der Gemeinde.

Immer weniger Schüler für Sonderschule
Die Sonderschule wird aufgrund mangelnder Schüler geschlossen. „Die Bildungsdirektion trat schon vor längerer Zeit an uns heran, da es für das kommende Schuljahr nur noch drei Schüler gegeben hätte“, berichtet Hauser. Für eine Klasse braucht es mindestens sieben Schüler. Musste man die Schule stilllegen? Jein – erklärt Hauser: „Wenn sich die Sprengel-Bürgermeister politisch dagegen gewehrt hätten, würde dieser Schultyp wohl noch zwei drei Jahren laufen. Aber die Aussicht auf neue Schüler ist nicht gegeben. Wenn sich Eltern dazu entscheiden, dann ja – deshalb auch die Betonung auf vorläufig.“

Die Schüler werden woanders untergebracht. Auch die Lehrer haben bereits neue Stellen. Bürgermeister Hubert Almberger (VP) betont, dass die Sonderschule jederzeit wieder in Betrieb genommen werden könnte – sofern es Schüler gibt. Es wurde zudem ein Modell ausgearbeitet, wo eine Regelschule im Fall des Falles die Sonderschule sozusagen als Filiale „anschließen“ könnte.

Dass man sich alle Optionen offen hält, befürwortet GR Peter Wallner (SP), selbst Lehrer:  „Die allumfassende Inklusion ist einer der größten Fehler, der im Moment gemacht wird. Wir, die im Schulsystem arbeiten, wissen Inklusion funktioniert für viele Kindern, aber nicht für alle. Dadurch verbaut man diesen Kindern auch etwas, denn in einer Regelschule werden sie nie so gezielt betreut, wie in einer Spezial-Einrichtung.“ Der Grüne Gemeinderat Andreas Schramböck merkte an, dass es hauptsächlich auf die Betreuungspersonal-Ressourcen ankomme: „Und hier sind wir Gott sei Dank in St. Johann gut aufgestellt. Inklusion ist machbar.“ In St. Johann besuchen z.B. sechs Schüler mit einer Behinderung die Polytechnische Schule. Johanna Monitzer

Bild: Die Allgemeine Sonderschule in St. Johann wird mit 31. August vorläufig stillgelegt. Foto: Monitzer

 
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