29.01.2018
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Aufwärtstrend beim Skibergsteigen

Tourenskigehen, Skibergsteigen oder Skitouren gehen – all diese Bezeichnungen stehen für ein und dieselbe Sportart: Ski anschnallen und auf Fellen verschneite Hänge oder Pisten hinaufgehen. Kaum eine andere Sportart in Österreich hatte in den letzten Jahren einen derartig positiven Aufwärtstrend und etablierte sich zu einem so beliebten Breitensport.

Salzburg | Tourenskigehen und Skibergsteigen stand bei der Pressekonferenz von Skimo im Zentrum. Auffällig ist, dass es sich bei Skitourengeher um keine Einzelgänger mehr handelt, sondern um sehr gut vernetzte Personen und Gruppen. Besonders in sogenannten Skitouren-Hotspots, wie im Raum Salzburg, hat sich das Skitouren gehen zu einem sozialen Faktor etabliert: „Wenn man kein Skitourengeher ist, ist man fast out“, so Karl Posch. Eine weitere Wende gibt es hinsichtlich der Demographie: Lange Zeit wurde die Sportart hauptsächlich von Männern betrieben. Umso erfreulicher ist es, dass in den letzten Jahren auch immer mehr Frauen sich für die Sportart begeistern konnten. Und durch neue Produktlinien im Sortiment der Hersteller, wird das Skitouren gehen auch immer interessanter für Kinder und Jugendliche. Besonders leichte und drehfreudige Ski erleichtern den Einstieg für die Jüngsten und machen den Sport zu einem Erlebnis für die ganze Familie.

Deutliches Umsatzwachstum

Trotz mehreren schneearmen Saisonen in Folge, gingen die Verkaufszahlen in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben. Besonders erfreulich ist, dass Österreich seit Jahren auch beim Skibergsteigen weltweit die Nase vorne hat: Österreich hält mit etwa 21 Prozent den größten Marktanteil am weltweiten Skibergsteiger-Markt, gefolgt von den USA und Kanada mit jeweils 16 Prozent sowie der Schweiz, Frankreich und Italien mit je 12 Prozent. In der Saison 2016/17 wurden in Österreich 53.000 Paar Tourenski (+6 Prozent), 75.000 Paar Felle (+7 Prozent), 45.000 Tourenbindungen (+8 Prozent) und 42.000 Paar Tourenskischuhe (+5 Prozent) verkauft.

Platz zwei bei Winter Verkaufszahlen

Skibergsteigen hat sich über die letzten Jahre auf Platz zwei bei den Winter-Verkaufszahlen positioniert und ist für den Handel zu einem nicht mehr wegzudenkenden, wichtigen Geschäftszweig geworden. Betrachtet man die Umsatzzahlen, so beläuft sich der Industrieumsatz bei Skitourenski in Österreich 2016/17 auf 190 Millionen Euro, der gesamte Wintersport Industrieumsatz auf 1,1 Milliarden Euro. Zählt man Industrie und den Tourismus in Österreich zusammen, ergibt dies einen geschätzten Umsatz zwischen 7 und 11 Milliarden für die Wintersaison 2016/17.

Im Vergleich zu weiteren Wintersportarten, wie etwa Alpinski, Langlauf und Snowboard ist Skibergsteigen nach wie vor auf dem Erfolgskurs. In Österreich wurden letzte Saison 325.000 Paar Alpinski (- 12 Prozent) verkauft.

„Für den Handel hat sich Skibergsteigen zu einem sehr attraktiven Segment entwickelt. Der Bedarf an Skibergsteiger-Ausrüstung steigt erfreulicherweise kontinuierlich an. Klare Gewinner sind Spezialisten und Fachhändler, die mit persönlicher Beratung und Individualisierung bei Angeboten und Produkten punkten können. Sowohl der stationäre Handel als auch der Onlinehandel verzeichnet ein Umsatzplus von über 15 Prozent.“

Größtes Umsatzplus zeigt sich bei Bekleidung

Insgesamt ist das Angebot für Skitourengeher so groß und breit wie nie. Dies zeigt sich vor allem bei der Anzahl der Hersteller und der Produktvielfalt – sehr zum Vorteil des Endkonsumenten, für den der Preis und das Angebot besonders attraktiv sind. Das größte Umsatzplus ist eindeutig bei Bekleidung erkennbar. Über die letzten fünf Jahre hat sich ein Wandel von der klassischen Sportbekleidung hin zur sportlichen und funktionellen „Urban Outdoor Bekleidung“ abgezeichnet. Konsumenten tragen ihre Funktionsbekleidung einerseits im Alltag, aber auch für mehrere Sportarten. Vor allem Bekleidung für Skibergsteiger zeichnet sich durch ein hohes Maß an Multifunktionalität aus. Die vielen unterschiedlichen Bekleidungsschichten können perfekt für alternative Sportarten wie Wandern, Mountainbiken oder Laufen ebenso verwendet werden.

Michael Költringer, Marketing Manager Dynafit Österreich, führt das große Umsatzplus in der Bekleidung unter anderem auf den steigenden Frauenanteil zurück: „Wir merken, dass sich das Verhältnis Männer-Frauen im Tourenskisport deutlich verändert hat. Der Anteil hat sich von 70:30 auf fast 50:50 positiv verändert. Dies zeigt sich bei Textilien, wo wir einen großen Wachstumsmarkt sehen. Frauen sind einfach modebewusster.“

Aber nicht nur im Textilbereich gibt es eine positive Entwicklung, sondern auch bei Hartware. Der Skitourensport ist eines jener Segmente, welche Innovationen und technische Entwicklungen am meisten vorantreiben. Im Vordergrund stehen leichte Hightech-Produkte, die trotz ihres Gewichts ein hohes Maß an Sicherheit und Stabilität gewährleisten. Sportartübergreifende Technologietransfers von Skibergsteigen zu Alpinski sind üblich geworden.

Der steigende Absatz ist vor allem dem stetigen Wachstum der bergaffinen Zielgruppe, mit deutlichem Zuwachs bei Jugendlichen, jüngeren Skitourengehern und Frauen, zuzuschreiben. Der Österreichische Alpenverein und Skimo Aus­tria schätzen, dass es in Österreich deutlich mehr als 500.000 Breitensportler im Skibergsteigen gibt, mit einem jährlichen Gesamtwachstum von etwa einem Prozent. poe, Foto: Alex Lugger

 
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