06.09.2017
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Auch das Gründen will gelernt sein

Verordnungen, Rechte, Pflichten und Förderungsdschungel – da kann einem angehenden Unternehmer schon der Kopf schwirren. „Gründliche“ Information bot ein Workshop unter der Ägide des Gründerservices.

Kitzbühel  | Es beginnt mit einer Idee. Eine Idee, die sich zu einem Geschäft entwickeln soll. „Entscheidend ist die wirtschaftliche Umsetzbarkeit“, sagt Workshop-Trainerin Karin Trocker. Zum Beispiel muss es nicht in jedem Fall eine komplette Neugründung sein, auch die Übernahme eines Betriebs bzw. der Einstieg in ein Franchise-Modell können zielführend sein. Interessante Hilfestellungen zu diesen beiden Themen bieten die Onlineforen www.nachfolgeboerse.at bzw. www.franchiseforum.net oder auch www.franchise.at.

Die Geschäftsidee sollte gründlich durchdacht werden: Gibt es mein Produkt, meine Leistung schon? Wie gut ist meine Idee? Wie kann ich auf dem Markt damit bestehen?

Auch die persönlichen Voraussetzungen für das Unternehmertum wollen wohl überlegt sein. Nicht nur das entsprechende Startkapital sollte vorhanden sein, auch die rechtlichen Kriterien müssen passen und nicht zuletzt die persönlichen. Karin Trocker verwies auf einen „Selbsttest“ auf der Homepage des Gründerservices: „Sind Sie ein Unternehmertyp?“

Der nächste Schritt in die Selbstständigkeit ist ein offizieller: Zum Thema Gewerberecht nahm die Referentin ausführlich Stellung, etwa welche Grundsätze für freie, reglementierte und für Rechtskraftgewerbe gelten. Die Anmeldung kann einerseits digital durch das Gründerservice erfolgen oder durch eine entsprechende Bezirksstelle (z.B. Bezirkshauptmannschaft) an die zuständige Gewerbebehörde. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für Betriebsanlagen wurden im Gründer-Workshop eingehend erörtert.

Welche Rechtsform für das neue Unternehmen gewählt werden kann, wurde ebenfalls  geklärt: Je nachdem, ob eine Firma ein Einzelunternehmen, eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft darstellt, gelten unterschiedliche Normen bei Haftung, Mitsprache, Kosten oder der Stellung von Mitgesellschaftern. Laut einer Erhebung der Wirtschaftskammer sind 76,9 Prozent der Neugründungen Einzelunternehmen, 12,9 Prozent GmbH‘s.

Ein großer Brocken ist das Thema Sozialversicherung. Sie ist für Gewerbetreibende verpflichtend, für Jungunternehmer im ersten und zweiten Betriebsjahr gelten Vergünstigungen.

Die neuen Richtlinien für die Registrierkassen kamen ebenso zur Sprache wie Steuern und Abgaben.

„Muss ich einen Businessplan erstellen?“ ist eine Frage, die Karin Trocker öfters hört. Die uneingeschränkte Empfehlung lautet: Ja. Denn so kann eine solide Basis erarbeitet werden, die Details wie Marktumfeld, Umsetzplan, Chancen-Riskenmanagement und vieles mehr umfasst.

Essentiell für jede Unternehmensgründung ist natürlich auch eine adäquate Finanzierung. Auch hier gab es viele Tipps vom Gründerservice – nicht zuletzt darüber, welche Fördermöglichkeiten bestehen. Doch natürlich muss ein Unternehmen grundsätzlich auch ohne Förderungen überlebensfähig sein.

Fehler in der Gründungsphase

Aus der Praxis heraus konnte Karin Trocker einige „Fallen“ aufzeigen, in die immer wieder einige der Gründer tappen. Ein fehlendes Unternehmenskonzept (Businessplan) ist einer der Hauptfehler, der beim Schritt in die Selbstständigkeit auftritt. Falsche Planrechnungen, zu wenig Eigenkapital und zu geringe kaufmännische Kenntnisse sind ebenfalls gefährlich.

Um gut vorbereitet in die Selbstständigkeit zu starten, hilft das Gründerservice (www.gruenderservice.at) mit umfassender Beratung weiter. Elisabeth Galehr

Bild: Einige der Teilnehmer des Workshops mit Trainerin Karin Trocker (r.) und WK-Geschäftsstellen-Leiter Balthasar Exenberger (links). Foto: Galehr

 
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