18.01.2018
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An- und Einsichten, die bewegen

Nicolò Degiorgis wurde für seine vielfältigen Kunstprojekte ausgezeichnet. Den Fokus legt der Südtiroler Künstler neben der Fotografie auf Installationen und Druckerzeugnisse. Er liefert An- und Einsichten, die bewegen.

Kitzbühel | Unscheinbar wirken die Häuserfronten in schwarz-weiß abgebildet. Klappt man die Innenseite auf, sieht man Menschen beten. In seiner bisher aufsehenerregendsten Arbeit „Hidden Islam“ dokumentierte Nicolò Degiorgis fünf Jahre lang muslimische Gebetsräume in Oberitalien. Ein anderes Objekt zeigt Fotos von Flüchtlingsbooten, die als Schnipsel in einem  Glaskasten  den Anschein erwecken, als würden sie ertrinken.

Diese und andere eindrucksvolle Arbeiten haben die Jury der Goldschmidt-Stiftung dazu bewogen, den Preis an den Südtiroler Künstler zu verleihen.  „Nicolò Degiorgis stellt gesellschaftliche Themen in den Fokus. Er stellt Fragen nach der Identität. Es geht ihm nicht um schöne Fotos oder Bücher“, erklärt Marion Piffer Damiani in ihrer Laudatio an den Künstler.

Fotograf, Künstler, Verleger und Autor

Degiorgis wurde 1985 in Bozen geboren und arbeitet als Fotograf, Künstler, Verleger und Autor. Er unterrichtet im Gefängnis und Universität Fotografie, wird für seine Serien und Fotos konstant mit Preisen bedacht und spricht neben Deutsch, Italienisch und Englisch auch Chinesisch. Ein vielseitiger junger Mann, der mit Leidenschaft arbeitet und versucht, neue Betrachtungsweisen aufzuzeigen.

Stiftung vergibt den Preis an junge Künstler

Die Auszeichnung hat Degiorgis der 1980 in Kitzbühel verstorbenen Künstlerin Hilde Goldschmidt zu verdanken. Sie verfügte  testamentarisch, dass ihre Stiftung junge Künstler fördern soll. „Der Goldschmidt-Preis wird an aufstrebende Künstler vergeben. Jeder, der bislang ausgezeichnet wurde, war auch weiterhin erfolgreich“, betont Gert Ammann, Vorsitzender der Goldschmidt-Stiftung. 1997 wurde erstmals ein Künstler damit bedacht.

Künstler investiert den Preis wieder in Kunst

Degiorgis wird den mit 10.000 Euro dotierten Preis für weitere Kunstprojekte verwenden. „Es ist der erste Preis, den ich für mein Gesamtwerk erhalte. Ich freu mich sehr über die Auszeichnung. Ich werde das Geld in einen Arbeitsaufenthalt in Amsterdam investieren und hoffe, es dort in etwas Produktives umwandeln zu können“, schmunzelt der Künstler.

Werke von Degiorgis bis Ende Februar zu sehen

Einen Auszug der vielseitigen Arbeiten von Nicolò Degiorgis gibt es bis Ende Februar im Museum Kitzbühel zu sehen.
Johanna Monitzer

Bild: Preisverleihung im Museum Kitzbühel: Gert Ammann, Preisträger Nicolò Degiorgis, Marion Piffer Damiani, Vize- Bgm. Walter Zimmermann und Museumsdirektor Wido Sieberer (v.li.). Foto: Monitzer

 
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