Kitzbüheler Anzeiger
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20.06.2022
News  
 

Altes Gipfelkreuz der Ellmauer Halt wieder aufgestellt

Das Alte Gipfelkreuz der Ellmauer Halt hat bereits eine bewegte Geschichte hinter sich und wurde nun beim 150 Jahre-Jubiläum des Turner-Alpen-Kränzchens (TAK), einer Münchner Sektion des Deutschen Alpenvereins, die sich 1872 gebildet hatte und Eigentümer der Gruttenhütte im Wilden Kaiser ist, am 18. Juni 2022 frisch renoviert oberhalb der Hütte wieder aufgestellt und gesegnet. Dazu spielten die Ellmauer Waisernbläser und abends leuchteten die Bergfeuer von den Kaisergipfeln herab.

Ein Rückblick auf die Geschichte dieses besonderen Gipfelkreuzes
Fünf "Kranzler" des TAK, Carl Babenstuber, Georg Hofmann, Max Kleiber, Josef Mader und Heinrich Schwaigerstellten stellten am 30.6. 1883, unterstützt von anderen Kranzlern und Alpenfreunden auf der Ellmauer Halt, dem höchsten Gipfel des Kaisergebirges (2.344 m), ein Metallkreuz auf. Ein kühnes, schwieriges und nicht ungefährliches Unterfangen, da es zu dieser Zeit weder Pfade noch Steiganlagen gab. Am 2.7.1935 fiel dieses Kreuz einem Blitzschlag zum Opfer, nachdem es bereits 1905 durch Unwetter beschädigt und vollständig erneuert worden war.
Doch diesmal fährt der Blitz in den Gipfel, schlägt das 3 1/2 Meter hohe Kreuz aus Eisen über den Gipfelblock hinab, spaltet und zertrümmert den ganzen Gipfelfels. Auch die nahe dem Gipfel gelegene hölzerne Babenstuber-Hütte wurde durch den Blitzschlag beschädigt.
1969 fällt der Felsen auf dem Gipfel der Ellmauer Halt zum 3. Mal einem Blitzschlag zum Opfer. Der Gipfel ist nun um etwa 2 Meter niedriger! Das Kreuz wurde etwas tiefer provisorisch wieder aufgestellt, war aber nun von unten aus nicht mehr sichtbar.
1972 errichteten die Bergrettungsgruppen Ellmau und Scheffau unter Teilnahme des Grutten-Hilfsreferenten Rudi Neuner auf der Ellmauer Halt auf dem erniedrigten Gipfel ein neues Kreuz aus einfachen Stahlprofilen. Die Reste des alten Kreuzes verblieben zum späteren Abtransport in der Babenstuber-Hütte am Gipfel.
1983 - genau 100 Jahre nachdem das Kreuz auf der Ellmauer Halt aufgestellt worden war - wurde es beim Abtransport der baufälligen Bubenstuber-Hütte mit dem Hubschrauber vom Gipfel hinunter zur Gruttenhütte geflogen. Ein Mechaniker aus Scheffau übernimmt zusammen mit dem Hüttenwirt Ernst Erhart die Renovierung des Kreuzes. In der Kreuzkapsel fanden sie in einem fast durchgerosteten Metallzylinder die Originalurkunden zur Kreuzsetzung 1883 samt "Fliegenden Blättern" desselben Jahres. Die Einzelteile des Kreuzes werden ausgebeult, neu zusammengefügt und gestrichen.
Das renovierte Kreuz fand beim Kirchweihfest 1984 auf Initiative der Hüttenwirte Ernst Erhart sen. und jun. einen schönen und gut sichtbaren Standplatz auf der Gruttenhöhe (1.705 m) oberhalb der Gruttenhütte (1.620 m) in Richtung Kopftörl.
Nachdem der Winter 2018/19 mit extremen Schneemassen das alte Gipfelkreuz so zusammengedrückt hatte, dass es wie ein "Ritter von der traurigen Gestalt" in der Kaiserlandschaft stand, wurde es im Auftrag vom TAK von Bertl Weinhart renoviert und steht nun wieder an seinem angestammten Platz oberhalb der Gruttenhütte als historisches Bergdenkmal der Region Wilder Kaiser.

Sabina Moser, Chronistin von Ellmau
www.chronik-ellmau.at/flurdenkmäler

 
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