24.07.2018
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AMS-Kurs: „Auf in den Westen!“

Als die Diskussion um den Köchemangel im Winter am schärfsten geführt wurde, gab es immer wieder laute Rufe, dass die arbeitslosen Köche aus dem Osten in den Westen vermittelt werden sollen. Das AMS Kitzbühel setzt dies mit den Kollegen aus Wien mit einem eigenen Modell in die Tat um.

Um dem Mangel an Arbeitskräften entgegenzuwirken, gibt es eine enge, direkte Kooperation von AMS Kitzbühel und einer AMS-Geschäftsstelle in Wien. Damit ist das Arbeitsmarktservice des Bezirks ein Pionier.  „Das Thema überregionale Vermittlung hat absolute Priorität“, unterstreicht auch Franz Huber, der beim AMS Kitzbühel mit der Causa beschäftigt ist. In zwei Kursen wurden Personen aus den Bereichen Küche und Etage bzw.Housekeeping gezielt auf die Saisonarbeit vorbereitet. Je zwölf Wiener wurden ausgewählt.  

Ende Juni konnten die Teilnehmer dann ein Praktikum im Bezirk Kitzbühel absolvieren.  Fünf Betriebe waren an Bord. Der aktuelle Kurs diente dabei „als Probelauf, Mitte Oktober starten zwei weitere Kurse“, wie Huber erläutert. Diese sollen bis Anfang Dezember gehen und erneut mit einem Praktikum vor Ort abschließen: „Angedacht ist, dass die betreffenden Personen gleich dableiben“, schildert Franz Huber.

So löblich der Ansatz ist, der Kitzbüheler AMS-Experte ortet dennoch Verbesserungsbedarf. Vor allem gebe es Auffassungsunterschiede mit den Kollegen in Wien, wer für eine Saison vermittelbar ist. Die ersten Erfahrungen zeigten, dass „Personen mit teilweise multiplen Vermittlungshemmnissen aus aller Herren Länder“ von den Wiener Partnern für das Programm angeschrieben wurden. Hier will das Kitzbüheler AMS noch den Hebel ansetzen, um die passenden Kandidaten für die Vermittlung in den Westen herauszufiltern.
Fachkräftethema bleibt ein heißes

Auch beim AMS ist und bleibt der gravierende Fachkräftemangel im Tourismus ein „Dauerbrenner“. Denn, fasst Franz Huber zusammen: „Unsere erste Kernaufgabe ist die Vermittlung von vorgemerkten Arbeitslosen, die zweite ist die Unterstützung von Unternehmen bei der Suche nach Personal.“ Das geht von der Stellenveröffentlichung bis zu Schulungen oder eben überregionalen Vermittlungen. „Auch international, über EURES europaweit“, unterstreicht Franz Huber. Die Zahl der Beschäftigten im Tourismus ist angestiegen, wie der AMS-Experte erläutert. Gleichzeitig wurden die Schrauben angezogen, was die Zumutbarkeit von Arbeitsverhältnissen etc. betrifft. „Durch die gestiegene Verbindlichkeit finden Leute im Osten plötzlich Arbeit“, schildert Huber. Das helfe freilich dem Arbeitsmarkt im Westen wenig.

Auch der Tourismus im restlichen Europa ist im Aufbruch: „Es herrscht ein europaweiter Mangel an gut qualifizierten Arbeitskräften im Tourismus“, unterstreicht Franz Huber. Wer sich für diese Branche qualifiziere, habe beste Aussichten am Arbeitsmarkt. Dennoch gibt es nach wie vor den Trend zur höheren Schule und dadurch einen Lehrlingsmangel.  „Eine Linderung – keine Lösung – der Personalsituation ist nur gemeinsam möglich“, zieht Franz Huber ein Fazit. Er regt an, dass die jeweilige Region sich in‘s Schaufenster stellt und um Fachkräfte wirbt – oder z.B. Tourismusverbände ihre Kanäle nutzen. Elisabeth Galehr

Das AMS Kitzbühel startete gemeinsam mit den Kollegen aus Wien zwei Kurse für Gastronomie und Etage.

 
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