20.09.2017
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600 Jahre alter Hof abgebrannt

Ein Raub der Flammen wurde in der Nacht zum Sonntag der „Ebnerhof“ in Going. Ausgehend von einer Lagerhalle war zunächst unbemerkt das Feuer augebrochen. Die Brandursache ist noch nicht bekannt.

Going | Als die Sirenen Sonntagfrüh gegen halb sechs Uhr losheulten, war es bereits zu spät – der „Ebnerhof“ an der Landesstraße zwischen Going und Reith stand bereits im Vollbrand. Zwei Männer, die vorbeigefahren waren, hatten das Feuer bemerkt und sofort Alarm geschlagen.

„Wir haben die Flammen schon von Weitem gesehen“, schildert Goings stellvertretender Feuerwehrkommandant Gerhard Wallner die dramatischen Minuten. Wie sich später herausstellte, war in einer Lagerhalle des Hofes unbemerkt ein Feuer ausgebrochen und hatte in Minutenschnelle auf das Wohnhaus und ein weiteres Gebäude übergegriffen. Als die Feuerwehr eintraf, stand das gesamte Ensemble in Flammen.

Der einzige Bewohner des Hofes und seine Freundin flüchteten noch rechtzeitig ins Freie. Die am Hof untergebrachten sechs Pferde konnten dank des Freilaufstalles ebenfalls den Flammen entkommen und wurden vom Hofbesitzer auf das benachbarte Feld gebracht.

Wasserzufuhr gestaltete sich schwierig

„Die Löscharbeiten waren sehr schwierig“, erklären Gerhard Wallner und Bezirksfeuerwehrkommandant Karl Meusburger. Grund dafür war unter anderem die schwierige Wasserzufuhr. „Wir mussten Löschleitungen zur Ache und zum Dorfbach legen“, schildert Wallner die dramatischen Stunden. Innerhalb kürzerster Zeit wurden dann auch die Feuerwehren von St. Johann, Reith, Oberndorf und schlussendlich auch Kirchdorf nachalarmiert. Rund  150 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen an.

„Der Brand wurde relativ spät gemeldet, daher kam es beim Einsatz zu Verzögerungen“, schildert Meusburger. Zu kämpfen hatten die Florianijünger vor allem mit der enormen Hitze. Erst am Sonntagnachmittag konnte „Brand aus“ gegeben werden. „Die benachbarten Häuser waren nicht in Gefahr“, so Meusburger. Der erstmals 1416 erwähnte Hof war nicht mehr zu retten. Die Brandursache war bis zum Redaktionsschluss nicht bekannt. Fest steht, dass der Schaden in die Millionen geht.

Feste verschoben

„Der Bewohner, den wir in Going gut kennen, ist bei seiner Freundin in Ellmau untergekommen“, weiß Goings Bgm. Alexander Hochfilzer, der sofort  seine Hilfe angeboten hat.  Ein Großbrand wie diesen habe es in Going lange nicht mehr gegeben, weiß auch der stellvertretende Feuerwehrkommandant Gerhard Wallner. Aufgrund der Katastrophe wurde in Going übrigens das Erntedankfest sowie das Kirtagsfest abgesagt und auf nächste Woche verschoben. „Ich möchte mich bei allen bedanken, die mitgeholfen haben, aber vor allem auch bei den Feuerwehren, die vor Ort waren. Es war eine super Zusammenarbeit“, dankt Dorfchef Hochfilzer.
Margret Klausner, Foto: FF St. Johann

 
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