Aktuelles
Wolke sieben am Hahnenkamm

Das Outing der Kirchberger Hoteliers hat in Wahrheit nicht überrascht. Die neuerlich aufkeimenden Gefühle für die schillernde Nachbarin an der östlichen Gemeindegrenze werden offen zur Schau gestellt und von den Kitzbühelern erstmals heftig erwidert. Wolke sieben auf beiden Seiten des Hahnenkamms.
Dem touristischen Techtelmechtel wollen die Protagonisten nun rasch ein Ende setzen. Aus der Liebelei soll Ernst werden, und zwar ohne langes Zögern. Die Scheidung vom Brixentaler Partner wird rüde eingefordert – schließlich winkt ein neues Glück in einer Ehe zu fünft.
Die gemeinsame Sommer-KitzCard mit der Gams vor Augen, wird die Blitz-Trennung vorangetrieben. Für die gehörnten Brixener und Westendorfer ein schmerzlicher Prozess. Enttäuscht blicken sie auf 20 Jahre kameradschaftliches Zusammenleben mit den Kirchbergern zurück, in guten wie in schlechten Zeiten.
Noch lebt man nichtgetrennt von Tisch und Bett. Vielleicht ließe sich der Seitensprung des treulosen Partners sogar verzeihen. Doch der will nicht reumütig zurück, sondern das gemeinsame Nest verlassen.
Nüchterner Pragmatismus macht sich breit, der Kassasturz beherrscht das Geschehen. Es wird Geld gezählt, Vermögen auseinanderdividiert, Verpflichtungen werden evaluiert. Hunderte Seiten Vertragspapier müssen durchforstet, Vereinbarungen aufgelöst und neue ausgehandelt werden.
Während Kitzbühel und Kirchberg mit den Hufen scharren, muss das Brixental erst seine Forderungen formulieren und die finanziellen Ansprüche abstecken. Es soll keine Verlierer geben, doch bei einer Scheidung geht dieser Wunsch bekanntlich nur selten für alle in Erfüllung.