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Kitzbüheler Anzeiger
ChatGPT Image 26. Nov. 2025, 12_50_13
Die USA und China sind nicht nur weltpolitisch, sondern auch auf der Piste eine Kraft, mit der zu rechnen ist. Symbolfoto: generiert mit ChatGPT

Wintersport: Chancen am Markt in Übersee

Erst kürzlich präsentierte die Österreich Werbung (ÖW) die große Bedeutung von Österreich als internationaler Wintersportdestination. So bescheinigen z.B. 70 Prozent der europäischen Wintersportgäste der Alpenrepublik das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im internationalen Vergleich.

16,5 Millionen Menschen aus zehn europäischen Ländern planen im Winter 2025/26 einen Urlaub in Österreich, 9,1 Millionen davon konkret einen Ski- oder Snowboardurlaub. In acht von zehn europäischen Märkten liegt Österreich unter den Top 2 der beliebtesten Winterurlaubsziele für Ski- und Snowboardurlauber.

Das ist schon eine ganz erfreuliche Ausgangsbasis für die kommende Wintersaison. „Wenn Winterurlaub olympisch wäre, würde Österreich jedes Jahr am Stockerl stehen – meistens ganz oben“, sagt Astrid Steharnig-Staudinger, CEO der Österreich Werbung. „Erstklassige Infrastruktur, exzellenter Service und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis – so holen wir uns jetzt auch den internationalen Titel. Bei den US-Wintersportlern liegt Österreich bereits auf Platz 4 der attraktivsten Winterziele außerhalb der USA, bei chinesischen Befragten weltweit auf Platz 2. Es ist Zeit, unsere Trümpfe international auszuspielen und schneller als die europäische Konkurrenz über die Ziellinie zu fahren. Von New York bis Shanghai – der Winter made in Austria geht auf Weltreise”, erläutert die ÖW-Chefin.

Teure Skipässe in USA, in China tut sich viel
Diese Ansagen kommen nicht von ungefähr, wenn man sich anschaut, wie die Märkte vor Ort ausschauen. Das Profil eines typischen amerikanischen Wintersportgastes wirkt hier durchaus vielversprechend: „zwischen 35 und 44 Jahre alt, eher männlich, hohes Bildungsniveau, hohes Einkommen, ist multiaktiv – Tagesausgaben von ca. 530 USD pro Kopf“, wie die Österreich Werbung in einer Analyse ausführt. 13 Prozent der für die Studie Befragten waren übrigens bisher in Österreich. Rund 25 Prozent haben Reiseabsicht nach Europa, d.h. ca. 5,5 Millionen Amerikaner.

Chinesische Gäste sind im Profil „jung, eher weiblich, urban, einkommensstark, hochgebildet, mit ca. 350 Euro Tagesausgaben pro Kopf; zwei Drittel der Befragten sind Wintersportanfänger, 56 Prozent wollen möglichst viele Schnee-Aktivitäten ausprobieren“, so die ÖW.

Wintersport-Experte Günther Aigner sieht auf Nachfrage ebenso einen Überseemarkt: „Klar ist: In China tut sich in punkto Skifahren sehr viel, und die USA waren jetzt 30 Jahre lang die größte Skifahrernation der Welt. Gleichzeitig ist das Skifahren in den USA so teuer, mit Tageskarten bis zu 360 US-Dollar, dass für immer mehr Amerikaner ein Skiurlaub in den Alpen in Frage kommt. Gleichzeitig können sie mit den EPIC- und ICON-Skipässen teils auch in europäischen Skigebieten fahren. Kurzum: Ich kenne viele Destinationen, die die USA als Hoffnungsmarkt haben. Ebenso kenne ich Destinationen, welche chinesische Skifahrer ansprechen wollen. Denn dort etabliert sich eine breite Oberschicht, welche sich das Reisen leisten kann.“

Veider-Walser: „Konstant wachsender Markt“
Dass insbesondere der US-Markt großes Potenzial hat, ist für Kitzbühel nichts Neues: Vor Ort ist die Skiregion mit diversen Maßnahmen schon seit vielen Jahren aktiv, wie TVB-Geschäftsführerin Viktoria Veider-Walser unterstreicht. „Wobei der US-amerikanische Markt so umfangreich ist, dass wir uns darauf konzentriert haben, in den direkten Verkauf zu gehen – mit Reiseveranstaltern und Skiclubs zu sprechen.“ Man trage auch mit Aushängeschildern Kitzbühels, wie zum Beispiel den Hahnenkammrennen, die Botschaft nach außen. „Wir merken dass das fruchtet. Die USA sind in den letzten fünf Jahren der am konstantest wachsende Markt bei uns in Kitzbühel“, freut sich Veider-Walser.

Noch ein Punkt fällt dabei ins Gewicht: Der US-Markt legt auch im Sommer zu. „Was uns begeistert ist, dass das Produkt Kitzbühel am US-amerikanischen Markt ganzjährig funktioniert.“ Deswegen sei man mit Kooperationen und entsprechenden Reisen bemüht, die Destination in den Köpfen zu verankern. „Das macht dann natürlich Freude, wenn sich diese Bemühungen in den Zahlen zeigen, was es im Fall der USA auch wirklich tut.“ Da ist es natürlich auch nicht von Nachteil, dass Kitzbühel wie berichtet erst heuer wieder zu den Abräumern der „World Ski Awards“ gehört.

Der chinesische Markt wird aktuell von Kitzbühel Tourismus nicht bearbeitet. Gerade in den Fernmärkten – Ausnahme USA, weil die Destination Kitzbühel dort bereits eine große Bekanntheit hat – mache es eher Sinn, in größeren Dimensionen wie z.B. auf Länderebene über Tirol bzw. sogar auf Nationenebene aufzutreten, soViktoria Veider-Walser abschließend.

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