
Moderne Windkraftprojekte zeigen, dass Energiegewinnung und Naturschutz unter klaren Rahmenbedingungen vereinbar sind.
Wirtschaft
Windkraft & Naturschutz – Widerspruch oder Chance?
Die Errichtung von Windkraftanlagen wird oft als Konflikt zwischen Energieversorgung und Naturschutz dargestellt. Klar ist aber, dass es nur gemeinsam geht.
In Zeiten der wiederkehrenden Energiekrisen wird die Abkehr von Erdgas und Erdöl immer dringender. Dabei ist nicht nur entscheidend, ob Windkraft ausgebaut wird, sondern vor allem, wie und wo.
Moderne Projekte zeigen, dass sich Energiegewinnung und ökologische Anforderungen unter klaren Rahmenbedingungen gut verbinden lassen.
Windkraft mit geringem Flächenbedarf
„Windkraftanlagen werden nur dann errichtet, wenn sie ein umfassendes Umweltverträglichkeitsverfahren durchlaufen haben. Darin werden mögliche Auswirkungen auf Natur, Landschaft und Lebensräume genau geprüft“, erklärt Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft.
Ebenso entscheidend ist die Standortwahl: Projekte werden gezielt dort umgesetzt, wo Eingriffe möglichst gering bleiben und sensible Bereiche ausgespart werden.

Florian Maringer, Geschäftsführer der IG Windkraft
"Moderne Windkraftprojekte werden so geplant, dass ökologische Auswirkungen von Anfang an berücksichtigt werden.“
Florian Maringer, Geschäftsführer der IG
Ein zentraler Punkt ist der Flächenbedarf. Windkraft benötigt vergleichsweise wenig Raum. Auf rund zwei Prozent der Fläche Österreichs könnten Windparks mehr Strom erzeugen, als derzeit in ganz Österreich verbraucht wird.
Gleichzeitig bleibt der Großteil der Flächen rund um die Anlagen weiterhin nutzbar – etwa für die Land- und Forstwirtschaft. Über die Lebensdauer eines Windrades wird lediglich ein sehr kleiner Teil durch das Fundament direkt beansprucht.
Nach dem Rückbau der Anlagen kann diese Fläche zudem wieder vollständig renaturiert werden. „Windkraft ist eine der effizientesten Formen der Energiegewinnung, wenn es um den Flächenverbrauch geht. Für uns ist entscheidend, dass die Eingriffe klar begrenzt und langfristig reversibel sind“, betont Josef Plank, Präsident der IG Windkraft.
Bereits vor der Errichtung werden mehrjährige Erhebungen durchgeführt.

Natur- & Artenschutz moderner Windkraft.
Dabei werden in umfangreichen Prüfungen alle Aspekte vom Wasserhaushalt, über die Geologie bis hin zum Artenschutz detailliert geprüft. Besonderer Fokus liegt dabei auf der lokalen Aktivität von Vögeln und Fledermäusen.
Auf dieser Grundlage werden im Genehmigungsverfahren gezielte Maßnahmen festgelegt, etwa zeitlich begrenzte Abschaltungen in sensiblen Phasen.
Gleichzeitig ist zu berücksichtigen: Die Klimakrise selbst ist eine der größten Bedrohungen für Ökosysteme und Artenvielfalt. Der naturverträgliche Ausbau erneuerbarer Energien – und damit auch der Windkraft – ist daher ein zentraler Beitrag zum Schutz von Natur und Biodiversität.

Hannah Keller, Klima- und Energiesprecherin Global 2000
„Klima- und Biodiversitätskrise müssen gemeinsam gelöst werden, und besonders im Winter ist Österreich noch auf Energieimporte angewiesen. In den kalten Monaten ist die Windkraft besonders produktiv.
Die Errichtung von Windrädern ist naturverträglich möglich, ein wichtiger Beitrag zur Unabhängigkeit von internationalen Öl- und Gaslieferungen und muss daher auch in Tirol endlich angegangen werden.“
Hannah Keller, Klima- und Energiesprecherin Global 2000

Mag. Olivier Dantine, Evangelischer Superintendent für Salzburg und Tirol
„Für die Evangelische Kirche hat die Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung hohe Priorität. Um der Glaubwürdigkeit willen verpflichten wir uns selbst zu verstärkten Maßnahmen zum Klimaschutz, unterstützen aber auch die dazu erforderliche Energiewende. Erneuerbare Energiequellen sind dort, wo sie aus ökologischer Sicht sinnvoll sind, ein wichtiger Baustein dafür.“
Mag. Olivier Dantine, Evangelischer Superintendent für Salzburg und Tirol