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Kitzbüheler Anzeiger

Wenn Wasser zur Zukunftsfrage wird

Margret Klausner
Beim Sommergespräch der Bauern in Kössen war deutlich zu spüren: Nach diesem trockenen, heißen Sommer zeigt sich immer klarer, wie eng Landwirtschaft, Wasserversorgung, Tourismus und letztlich unsere Lebensqualität miteinander verbunden sind. Weniger Futter, schwindende Wasserreserven und früher endende Almsaisonen sind Probleme, die nun auch in Tirol angekommen sind.
Die Landwirtschaft kann sich an veränderte Bedingungen anpassen – doch sie kann die Folgen des Klimawandels nicht alleine tragen. Wenn Quellen weniger ergiebig werden und gleichzeitig Bewässerung und Wasserversorgung wichtiger werden, braucht es Lösungen, die schnell und unbürokratisch umgesetzt werden können. Lange Behördenwege, wenn Quellen in den Bergen gefasst werden sollen, helfen dabei niemandem.

Gleichzeitig ist auch die Gesellschaft gefordert. Wer regionale Landwirtschaft will, muss auch bereit sein, ihre Produkte zu kaufen. Gerade Gastronomie und Tourismus könnten mit hiesigem Fleisch ein klares Zeichen für die heimischen Bauern setzen. Besonders nach diesem Sommer, in dem viele Bauern gezwungen sind, ihren Viehbestand zu verkleinern, sind auch die Politiker gefordert, an die regionalen Gastronomen zu appellieren, verstärkt heimisches Rindfleisch zu kaufen. Aufgrund der steigenden Mengen wird dieses ohnehin günstiger.

Am Ende geht es nämlich um mehr als um die Frage, wie viel Heu oder Silo heuer in den Tennen liegt. Es geht darum, ob wir auch in Zukunft eine bewirtschaftete Kulturlandschaft, gepflegte Almen und eine funktionierende regionale Landwirtschaft haben wollen.

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