
Wenn Lehrkräfte die Bühne erobern
Bis auf den letzten Platz gefüllt präsentierte sich der Saal der Landesmusikschule Kitzbühel beim Lehrer:innenkonzert. Zusätzliche Stühle an den Seiten und zahlreiche Stehplätze unterstrichen das große Interesse des Publikums, das einen ebenso abwechslungsreichen wie hochkarätigen Konzertabend erleben durfte.
Festlicher Auftakt und herzliches Willkommen
Eröffnet wurde das Konzert von einem Bläserquintett mit einer festlichen Fanfare. Landesmusikschuldirektor Peter Gasteiger begrüßte das Publikum herzlich und betonte, dass sich die Lehrkräfte an diesem Abend bewusst nicht als Pädagoginnen und Pädagogen, sondern als Musikerinnen und Musiker präsentierten. Das letzte Lehrer:innenkonzert hatte vor elf Jahren anlässlich des Einzugs in das heutige Musikschulgebäude stattgefunden. Ursprünglich war geplant gewesen, dieses Format alle vier bis fünf Jahre zu wiederholen.
Grußworte überbrachte Kulturreferent Fritz Eller, der nicht nur als direkter Nachbar der Musikschule sprach, sondern auch als Musikschüler eine persönliche Verbindung zum Haus hat. Ein besonderer Dank galt Peggo Jöchl, der wesentlich zum Zustandekommen des Konzerts beigetragen hatte. Durch den Abend führte der neue Obmann des Fördervereins, Markus Brandstätter, selbst Schüler der Landesmusikschule. Mit viel Charme und Fachwissen lieferte er spannende Hintergründe zu Werken, Komponisten und Besetzungen.

Edith Gasteiger an der historischen Harfe von 1803.
Klangvielfalt über Epochen und Stile hinweg
Das Programm entwickelte sich als musikalischer Streifzug durch verschiedene Jahrhunderte und Genres. Beschwingt und prägnant erklang der Swing Klassiker „Chattanooga Choo Choo“, der als erster Song der Musikgeschichte mit einem Gold Record für über eine Million verkaufte Exemplare ausgezeichnet wurde. Einen stimmungsvollen Kontrast bildeten barocke Klänge mit einer Sonate von William Babell, interpretiert auf historischen Instrumenten, darunter eine Harfe aus dem Jahr 1803, Oboe und Violone.
Folkloristische Farben brachten zwei irische Stücke in den Saal, ehe Tobias Guttmann am Vibrafon mit vier Schlägeln gleichzeitig einen warmen, jazzig gefärbten Klang entfaltete. Nachdenkliche Töne schlug anschließend Ahmad Omrani mit einem Gitarrensolo an. Sein feinfühlig interpretiertes Stück „Les Tendres Plaintes“ verlieh dem Abend eine ruhige Atmosphäre.
Sehr berührend war auch der Goinger Gitarrenlandler, komponiert von dem 2025 verstorbenen Fritz Koch und ihm gewidmet. In der Besetzung mit zwei Gitarren, Zither und Bass entstand ein Klangbild von großer Tiefe und persönlicher Note.

Christian Haller spielt The Clockwork von Petteri Sariola.
Von Bach bis Volksmusik
Am Flügel überzeugte Jan Kirchner mit einer Französischen Suite von Johann Sebastian Bach. Ein weiteres technisches und musikalisches Highlight setzte Christian Haller mit der Gitarre. Neun Monate hatte er an „The Clockwork“ von Petteri Sariola gearbeitet und sein Instrument dafür eigens anders gestimmt. Nachdem zu Beginn der Verstärker kurz streikte, wurde seine Darbietung schließlich mit tosendem Applaus belohnt.
Volksmusikalische Akzente setzten „Auffi auf d Hech“ mit Klarinette, Hackbrett, Harfe, Tuba und Zugin sowie die schwungvolle Saalfeldner Polka. Für ausgelassene Stimmung sorgte die groovige Nummer „Holzmichl“. Einen feinen, intimen Kontrast bildete die kleinste Form der Kammermusik aus dem 20. Jahrhundert für Klarinette und Kontrabass mit dem Stück „Musikalisches Blumengärtlein“.
Fulminanter Schluss
Den vokalen Höhepunkt des Abends gestalteten drei Lehrerinnen und drei Lehrer mit einer eindrucksvollen Interpretation von „Somebody That I Used to Know“, die den Saal klanglich vollständig ausfüllte. Zum krönenden Abschluss erklang „Bohemian Rhapsody“ in einer außergewöhnlichen Bearbeitung für vier Saxophone, darunter gleich drei Musikschulleiter. Der Applaus wollte kein Ende nehmen.
Zum Schluss wurden alle Mitwirkenden vor den Vorhang gebeten. Der Dank galt den Musikerinnen und Musikern ebenso wie den zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie der Technik. Die Vielfalt der Instrumente, die Bandbreite der Genres und die spürbare Spielfreude machten diesen Konzertabend zu einem mehr als gelungenen musikalischen Erlebnis. Eine Veranstaltung, die förmlich nach einer baldigen Wiederholung ruft und nicht erst wieder in elf Jahren.
