Weniger Planspiele, mehr Lösungen

Stefan Pletzer
Mit einer Gegenstudie hat die Liste Fritz die Debatte um Freizeitwohnsitze im Bezirk Kitzbühel weiter angefacht. Auf der Rückfahrt von der Pressekonferenz in Innsbruck bleibt ein Gedanke hängen: Rechenbeispiele sind legitim, doch sie ersetzen nicht die Realität vor Ort. Denn so klar die politische Botschaft formuliert ist, so theoretisch bleibt der Zugang. Die Realität ist kein Schwarz-Weiß, denn Freizeitwohnsitze sind weder nur Problem noch nur Lösung. Sie sind seit Jahrzehnten Teil der Region.
Die Herausforderungen im Bezirk sind bekannt: hoher Druck am Wohnungsmarkt, gleichzeitig eine wirtschaftliche Struktur, die in vielen Bereichen von genau jenen Effekten lebt, die nun infrage gestellt werden. Dass es so nicht weitergehen kann, bestreitet wohl kaum jemand, doch wohin die Entwicklung gehen soll, darüber herrscht Uneinigkeit. Alles deutet darauf hin, dass es neue Ansätze braucht, politisch, gesetzlich und bei Kontrollen.
Dabei gibt es vor Ort durchaus ein ernsthaftes Bemühen, Lösungen zu finden – in den Gemeinden, in der regionalen Politik und auch in der Wirtschaft. Umso problematischer ist es, wenn die Debatte zunehmend auf theoretische Modelle und politische Zuspitzung reduziert wird und das zunehmend von außerhalb der Region.
Was es jetzt braucht, ist ein ehrlicher Diskurs – offen, faktenbasiert und ohne Scheuklappen. Die entscheidenden Akteure müssen dabei auf einer gemeinsamen Bühne zusammenkommen: Politik und Wirtschaft, Land Tirol und Gemeinden, unterschiedliche politische Positionen – nicht getrennt, nicht unter Gleichgesinnten, sondern im direkten Austausch.