Zum Inhalt springen
Job AnzeigerImpulsTrendig MagazinServus
Kitzbüheler Anzeiger
Erste Hilfe

Welttag der Ersten Hilfe: Richtig handeln

Nur eine Woche nach einem Erste-Hilfe-Kurs wurde es für Monika aus Fritzens ernst: Ihr Mann Manfred erlitt zu Hause einen Herzinfarkt und brach zusammen. Monika reagierte sofort, setzte den Notruf ab und begann mit der Herzdruckmassage. Ihr beherztes Eingreifen rettete ihrem Mann vermutlich das Leben.

Es war ein gemütlicher Fernsehabend am 4. März, als Manfred kurz nach 21 Uhr plötzlich von der Couch rutschte und nicht mehr reagierte. Monika erkannte den Ernst der Lage. Erst eine Woche zuvor hatte sie einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Sie überprüfte seinen Zustand und wählte unverzüglich den Notruf 144.

Herzdruckmassage bis zum Eintreffen der Rettung
Auch der Mitarbeiter der Leitstelle Tirol erkannte rasch, dass Manfred nicht mehr atmete. Er leitete Monika am Telefon bei der Herzdruckmassage an, während die Rettungskräfte bereits unterwegs waren. Bis zu deren Eintreffen führte sie die lebensrettenden Maßnahmen weiter durch.

„Als wir einige Minuten nach der Alarmierung vor Ort gewesen sind, konnten wir Manfreds Kreislauf wieder stabilisieren“, berichtet Thomas Fluckinger, Chefarzt des Roten Kreuzes Tirol und diensthabender Notarzt bei diesem Einsatz. Im Krankenhaus bestätigte sich der Verdacht: Manfred hatte einen akuten Hinterwandinfarkt erlitten.

Nach einer Stent-Operation erholte sich der Patient wieder. „Ohne Monikas beherztes Handeln hätte er wohl kaum eine Überlebenschance gehabt“, betont Fluckinger.

Ersthelfer sind entscheidend
Der Fall zeigt, wie entscheidend die ersten Minuten bei einem medizinischen Notfall sein können. Dabei komme es laut Rotem Kreuz vor allem auf wenige grundlegende Handgriffe, den Mut zum Handeln und die Bereitschaft an, Verantwortung zu übernehmen.

Ersthelfer bilden das erste Glied der Rettungskette und überbrücken die entscheidende Zeit bis zum Eintreffen der professionellen Einsatzkräfte. Regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse sollen deshalb nicht nur das notwendige Wissen vermitteln, sondern auch Sicherheit geben, im Ernstfall tatsächlich zu handeln.

Mehr als 20.000 Menschen ausgebildet
Dass das Interesse an Erster Hilfe in Tirol groß ist, zeigen die Zahlen des Roten Kreuzes. Im Jahr 2025 wurden rund 1.650 Erste-Hilfe-Kurse durchgeführt und dabei 20.050 Menschen ausgebildet. Neben dem 16-stündigen Grundkurs werden Auffrischungs-, Führerschein- und Kindernotfallkurse angeboten.

Eine wichtige Rolle spielen zudem die Schulen. Über das Jugendrotkreuz werden jährlich Hunderte Schüler mit den Grundlagen der Ersten Hilfe vertraut gemacht. Ziel ist es, richtiges Helfen bereits in jungen Jahren zu einer Selbstverständlichkeit zu machen.

„Prüfen – Rufen – Drücken“
Für Manfred ist die Geschichte gut ausgegangen. Bereits eine Woche nach seinem Herzinfarkt konnte er gemeinsam mit seiner Frau wieder einen ersten Spaziergang unternehmen. Die beiden sind seit 40 Jahren verheiratet.

Passend zum Welttag der Ersten Hilfe am zweiten Samstag im September erinnert das Rote Kreuz daran, wie wichtig rasches Handeln ist. Die drei entscheidenden Schritte lauten: Prüfen – Rufen – Drücken.

„Erste Hilfe beginnt nicht erst, wenn die Rettung eintrifft. Sie beginnt mit dem Menschen, der als erstes vor Ort ist – und den Mut hat, zu helfen. So wie Monika“, bringt es Fluckinger auf den Punkt.

Weitere Artikel: