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Kitzbüheler Anzeiger
Bundesheer-Banner 1967
1967 wurden die Skifahrer in Kitzbühel zum ersten Mal mit einem Transparent zum neu gegründeten „Welt-Cup“ begrüßt.

Vor 60 Jahren: Geburtsstunde des Skiweltcups

Eine Idee, geboren bei einem Abfahrtstraining, veränderte vor 60 Jahren den alpinen Skisport für immer. 1966, auf der Seidlalm in Kitzbühel, fiel der gedankliche Startschuss für den Skiweltcup – jene Rennserie, die bis heute den internationalen Skizirkus prägt und Struktur, Spannung sowie globale Aufmerksamkeit in den Wintersport brachte.

Bis dahin waren hochklassige Skirennen – trotz großer sportlicher Leistungen – meist Einzelereignisse von singulärer Bedeutung. Seit den 1930er-Jahren, das erste Hahnenkamm-Rennen fand 1931 statt, fehlte eine einheitliche, saisonübergreifende Wertung. Athleten konnten keine Punkte über den Winter hinweg sammeln, ein Gesamtsieger existierte nicht. Auch medial war der Sport limitiert: Wer Rennen erleben wollte, musste anreisen oder ein Radio besitzen. Erst 1959 übertrug der ORF erstmals Skirennen aus Kitzbühel – in Schwarz-Weiß.

Internationale Rennserie fehlte
Zwar gab es bedeutende Fixpunkte wie die Lauberhorn-Rennen (seit 1930), die Arlberg-Kandahar-Rennen (seit 1928), Weltmeisterschaften (seit 1931) oder Olympische Winterspiele (seit 1936). Doch eine verbindliche internationale Serie fehlte. Mitte der 1960er-Jahre verdichteten sich daher die Bestrebungen, dem Rennkalender mehr Struktur zu geben. Vergleichswettkämpfe wie der Alpen-Cup in Davos oder ein Dreiländerkampf in Vail wiesen bereits in diese Richtung. Der Skisport internationalisierte sich zunehmend, auch Nordamerika drängte stärker in den alpinen Rennkalender.

Geburtsstunde des Weltcups auf der Seidlalm
Eine Tafel auf der Seidlalm erinnert an die Gründung des Weltcups im Jahr 1966 in Kitzbühel.

Idee entstand während Abfahrtstraining
Der entscheidende Impuls kam 1966 in Kitzbühel: Während eines Abfahrtstrainings trafen sich der französische Journalist Serge Lang, der französische Trainer Honoré Bonnet und der US-Coach Bob Beattie. Beattie brachte die Idee einer jährlich ausgetragenen Ski-WM ins Spiel, um die Attraktivität des Sports zu erhöhen.

Bonnet plädierte hingegen für eine Saisonwertung über mehrere Rennen hinweg, um den Zufallsfaktor eines einzelnen Wettkampftages zu reduzieren. Den zündenden Gedanken formulierte schließlich Lang mit Blick auf die bevorstehende Fußball-WM in England: „Was wäre, wenn wir auch einen ,World Cup‘ machen?“

Die Vision überzeugte. Ziel war es, den Skisport verständlicher, spannender und internationaler zu machen. Der Gesamtweltcup sollte zur Krönung des besten, disziplinenübergreifenden Skifahrers einer Saison werden. Noch im selben Jahr wurde das Konzept bei der sommerlichen FIS-WM in Portillo ausgearbeitet und beim FIS-Kongress in Beirut beschlossen.

Bereits 1967 ging der erste Skiweltcup über die Bühne – vom 5. Jänner bis zum 26. März. Auf dem Programm standen Abfahrt, Riesentorlauf und Slalom. Die ersten Gesamtsieger hießen Jean-Claude Killy (Frankreich) und Nancy Greene (Kanada), ein Kunststück, das beide 1968 wiederholten. Ab der Saison 1968/69 begann der Weltcup im Dezember und endete im März. Umfasste eine Serie damals 36 Rennen, sind es heute rund 75. Der Super-G kam 1982 als vierte Disziplin hinzu.

„Nach Berichten von Weltcup-Gründer Serge Lang gab gerade Kitzbühel den Anstoß zum Erfolg der Serie.“
Michael Huber,K.S.C.-Präsident

Kitzbühel von Beginn an im Weltcup dabei
„Kitzbühel ist stolz, von Beginn an Fixpunkt im Weltcup-Kalender zu sein“, betont Michael Huber, Präsident des Kitzbüheler Ski Clubs. „Nach schriftlichen Berichten von Weltcup-Gründer Serge Lang gab gerade Kitzbühel den Anstoß zum Erfolg, als 1967 die Zuschauer in der Stadt mit einem Transparent WORLD-CUP IN KITZBÜHEL begrüßt wurden.“

So bedeutend die Erfindung des Weltcups auch war, sie brachte langfristig einen sporthistorischen Einschnitt mit sich: den schleichenden Abschied von der alpinen Kombination. 2016 wurde sie in Kitzbühel letztmals ausgetragen. Sieger Alexis Pinturault – kürte sich damals zum letzten klassische Hahnenkamm-Champion aus Abfahrt/Super-G und Slalom.

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