
Volksbefragung ist in Hochfilzen kein Thema
„Wir haben den Standort genau überprüft und auch ausgetestet, ob die Straßenführung geeignet ist.
Der Neubau wird vom Landesfeuerwehrinspektor befürwortet.“
BFI Bernhard Geisler
Schon vor rund einem Jahr fielen im Hochfilzener Gemeinderat die mehrheitlichen Beschlüsse für den Neubau eines Mehrzweckgebäudes. Vor allem die Hochfilzener Feuerwehr soll darin adäquate Räumlichkeiten bzw. Garagen bekommen. Allerdings sehen die Mandatare der SPÖ das Projekt, wie berichtet, inzwischen sehr kritisch.
Das geplante Projekt stand in der Vorwoche im Mittelpunkt der Gemeindeversammlung – Bürgermeister Konrad Walk konnte sich über ein volles Haus freuen. Das Projekt erhitzt die Hochfilzener Gemüter – intensive Diskussionen waren die Folge.
Gemeinsam mit Feuerwehrkommandant Johannes Bergmann informierte Bürgermeister Konrad Walk über das geplante Mehrzweckgebäude, das hinter dem Kulturhaus entstehen soll. Die Einreichplanung steht bereits. Rund 3,5 Millionen Euro sollen investiert werden. Geplant sind neben den Räumlichkeiten für die Florianijünger ein barrierefreies Sitzungszimmer, Platz für die Gemeindeeinsatzleitung sowie Räumlichkeiten für den Bauhof. „Unser Feuerwehrhaus stammt aus dem Jahr 1978. Es ist inzwischen viel zu klein geworden und nicht mehr praktikabel“, informierte Feuerwehrkommandant Johannes Bergmann. Der Zulauf zur Feuerwehr ist in Hochfilzen ungebrochen – inzwischen hat die Wehr 95 Mitglieder. Beim bestehenden Feuerwehrhaus seien die Erweiterungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt, so Bergmann. Problematisch ist auch ein Haarriss in der Decke des Gebäudes – und zwar genau dort, wo das Tanklöschfahrzeug steht. Daher mussten hier schon Sicherungsarbeiten durchgeführt werden. Bis zum Jahr 2033 soll überdies ein weiteres Fahrzeug angekauft werden.
Der jetzt angepeilte Standort sei überdies der einzig mach- und finanzierbare, stellte Bergmann klar. Bei der Standortsuche habe es wenig Auswahl gegeben, da eine Fläche von rund 2.500 Quadratmetern benötigt werde. Beim jetzt gewählten Standort handle es sich um bereits gewidmeten Gemeindegrund, wie der Kommandant, der auch im Gemeindevorstand engagiert ist, klarstellte. Auch die nötigen Parkflächen seien vorhanden.
Bezirksfeuerwehrinspektor Bernhard Geisler erklärte im Rahmen der Gemeindeversammlung, „dass von unserer Seite alles genau geprüft wurde und wir den Neubau in dieser Form absolut unterstützen.“ Angesprochen auf die mögliche Verkehrsproblematik aufgrund einer engen Kurve direkt beim Kulturhaus, konnte Geisler Entwarnung geben und dies auch mittels eines Videos untermauern.
Es ist vor allem die SPÖ, die das Projekt kritisch sieht. GR Manfred Obermoser und Bauausschussmitglied Rupert Baumann taten im Rahmen der Versammlung ihren Unmut deutlich kund. Das Projekt sei weder finanziell vertretbar, noch wäre der Standort der richtige. Für Obermoser steht fest, „dass die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde mit der Realisierung des Projektes stark beschränkt wird.“ Es fehle künftig der Spielraum für Bildung, Infrastruktur und Entwicklung der Gemeinde. Das könne man nicht vertreten. Die schwierige Zu- bzw. Abfahrt und die Nähe zu Schule, Kindergarten, Kulturhaus und dem Hotel stellte Baumann ebenfalls in den Raum. Er sprach von einem „unnötigen Sicherheitsrisiko“. Baumann wie Obermoser stellten jedoch klar, dass sich ihre Kritik nicht gegen die Feuerwehr richte, sie jedoch eine bessere Lösung wollen.
Das Thema „Volksbefragung“ wurde ebenfalls angesprochen. Ein entsprechender Antrag wurde im Gemeinderat bereits mit acht zu fünf Stimmen abgelehnt. Hier kam allerdings aus dem Publikum die Frage, „warum denn die Kritiker erst jetzt eine solche Befragung thematisieren, die ja nur Geld koste und gar nicht bindend sei.“
FF-Chef Johannes Bergmann stellte zum Schluss klar: „Wir als Feuerwehr stehen hinter diesem neuen Feuerwehrhaus – ich als Kommandant muss es im Sinne der Sicherheit sogar fordern.“
„Die finanzielle Handlungsfähigkeit wird beschränkt, es fehlt zukünftig an Spielraum.“
Manfred Obermoser
Gemeinderat