
Tragstätt: Weichen gestellt
Geht es um Hotelprojekte, geht es in Fieberbrunn Schlag auf Schlag: Wie der Anzeiger berichtete, gab der Gemeinderat nun grünes Licht für den Bau des Hotels „Doischberg II“. Das Projekt hatte längere Zeit auf Eis gelegen, ehe der Wiener Immobilienentwickler „Immovate“ einstieg. Auf dem rund 13.500 Quadratmeter großen Areal soll ein Vier-Sterne-Hotel mit 136 Zimmern entstehen – darunter 88 Zimmer mit je rund 25 Quadratmetern sowie 48 Suiten mit einer Fläche zwischen 30 und 40 Quadratmetern.
In derselben Gemeinderatssitzung fiel auch die Mehrheitsentscheidung für das geplante Marriott-Hotel – ein Vorhaben, das die Fieberbrunner bereits seit Jahren beschäftigt. Schon vor vier Jahren wurden die ersten Beschlüsse zur Flächenwidmung gefasst.
Das neue Hotel soll auf dem sogenannten „Tragstätt-Areal“ entstehen, einem Grundstück, das die Gemeinde um rund 3,9 Millionen Euro an den bulgarischen Investor Nedko Mladenov verkauft hat. Geplant ist ein Hotelresort mit 300 Betten, einem großzügigen Wellnessbereich sowie einem Personalhaus.
Investor erwarb Vertrauen der Gemeinde
Nachdem alle Bedingungen des Kaufvertrags erfüllt und die Gesamtfinanzierung durch einen unabhängigen Sachverständigen bestätigt wurde, hat der Investor das Vertrauen der Gemeinde gewonnen, wie bereits im Oktober des Vorjahres betont wurde. Der Verkaufserlös liegt inzwischen auf einem Treuhandkonto.
Trotz der Kritik und einer Petition, die von Vizebürgermeister Hannes Fleckl (Grüne) initiiert und von über 700 Bürgern unterzeichnet wurde, hält die Gemeinde an dem Projekt fest. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden nun weitere Weichen gestellt: Bereits im Vorjahr waren die Auflagebeschlüsse für den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan gefasst worden. „Während der Auflagefrist sind keine Stellungnahmen oder Einsprüche eingelangt. Damit kann der Erlassungsbeschluss nun gefasst werden“, erklärte Bürgermeister Walter Astner. Verzögert hatten die Entscheidung zuvor Abstimmungsprozesse im Betreibervertrag mit der Marriott-Gruppe. Der Gemeinderat stimmte dem Erlassungsbeschluss mit elf zu sechs Stimmen zu. Die Grünen sowie Gemeinderätin Stephanie Pletzenauer votierten gegen das Projekt.