
Der Hintersteiner See ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region Wilder Kaiser – seit dem heurigen Sommer gibt es einen eigenen Shuttledienst, der bei der Bergbahn Scheffau startet. Das Mobilitiätsprojekt hat sich bereits bewährt. Foto: TVB Wilder Kaiser/Julia Mücke
Touristiker und Gemeinden ziehen an einem Strang
Im Rahmen der Vollversammlung des Tourismusverbandes Wilder Kaiser in Ellmau wurde dieser Tage ein weitreichender Beschluss gefasst. Die Touristiker haben den Beitritt zur Genossenschaft Lebensraum Wilder Kaiser abgesegnet.
Damit rücken der Tourismusverband und die Gemeinden Going, Ellmau, Scheffau und Söll enger zusammen und ziehen künftig bei Themen wie Mobilität und Nachhaltigkeit an einem Strang. Die geplante Genossenschaft ist Teil einer neuen Strategie für einen „Tourismus mit Lebensraum-Fokus“, um eine gemeinsame Basis für die Zukunft zu schaffen. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung, die den Lebensraum schützt und gleichzeitig die wirtschaftlichen Interessen sichert, heißt es.
Der Obmann des Planungsverbandes 30 – der deckungsgleich mit den Mitgliedsgemeinden des Tourismusverbandes ist – Scheffaus Bürgermeister Christian Tschugg, hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Die jeweiligen Gemeindegremien haben der Gründung ebenfalls bereits zugestimmt, wie Tschugg erklärt.
Themen, die Gäste und Bevölkerung betreffen
Mit der Genossenschaft soll eine Organisation geschaffen werden, die Themen bearbeitet und vorantreibt, die sowohl die Gäste als auch die Bevölkerung betreffen. Tschugg spricht in diesem Zusammenhang etwa das Thema Mobilität an: „Hier geht es um die Verbesserung und Koordination bestehender Angebote. Ein Erfolgsprodukt ist zum Beispiel der Kaiserjet. Auch mit dem Verkehrsverbund Tirol (VVT) verhandelt es sich gemeinsam leichter.“ Die Reduktion des Individualverkehrs zur Steigerung der Lebensqualität und die CO₂-Reduktion sind weitere Ziele. Die Region soll ein Vorreiter in Sachen nachhaltiger Mobilität werden.
Ein weiteres Thema, mit dem sich die Verantwortlichen der Genossenschaft beschäftigen sollen, ist der Bereich Energie. Wie Tschugg erklärt, seien die Gemeinden hier bereits stark engagiert. Es gebe bereits einen Energieleitplan, der beschreibt, welche Ausbauformen sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig wären.
Doch all das kostet Geld, wie der Scheffauer Bürgermeister einräumt. Geplant ist, dass in der Startphase eine Vollzeitkraft angestellt werden soll. „Die Gemeinden und der Tourismusverband haben ihre Hausaufgaben gemacht“, erklärt Tschugg. So wurden bereits erste Aufgaben definiert und zugewiesen. Die Region hat sich zudem für das Förderprogramm „Ländliches Innovationsunterstützungsnetzwerk“ (LIN) des Landwirtschaftsministeriums beworben. „Derzeit warten wir noch auf den positiven Bescheid“, informiert Tschugg.