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Kitzbüheler Anzeiger
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Zogen Bilanz über den aktuellen Sommer und blickten auf die kommende Wintersaison: Tirol Werbung-Marketingleiter Patricio Hetfleisch, Landesrat Mario Gerber und Wirtschaftskammer-Spartenobmann Alois Rainer (v.l.).

Tirols Tourismus zieht positive Bilanz

Das Urlaubsland Tirol bleibt gefragt. Nach fünf von sechs Monaten der aktuellen Sommersaison steht bei Übernachtungen und Gästeankünften ein Plus gegenüber dem Vorjahr zu Buche. Positiv hat sich auch die Wertschöpfung entwickelt. Die Aussichten für den Winter sind ebenfalls von Optimismus geprägt. Die stabile Entwicklung der Branche sei allerdings keine Selbstverständlichkeit, betonen die Touristiker.

Tirols Tourismus hat in der aktuellen Sommersaison, die mit 31. Oktober zu Ende ging, erfolgreich den verschiedenen Herausforderungen getrotzt. Egal, ob schwieriges wirtschaftliches Umfeld oder verregneter Juli: Die Anziehungskraft des Urlaubslandes Tirol ist ungebrochen hoch. Nach fünf von sechs Monaten der aktuellen Sommersaison – Mai bis September repräsentieren rund 90 Prozent der gesamten Sommernächtigungen – weist Tirols Tourismusstatistik 20,8 Millionen Übernachtungen aus. Diese haben damit gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent zugenommen. Ebenfalls positiv hat sich die Gästezahl entwickelt: 5,9 Millionen Ankünfte ergeben ein Plus von 3,7 Prozent.

Aufenthaltsdauer ist ein Wermutstropfen
Einen Wermutstropfen stellt die Aufenthaltsdauer dar: Mit durchschnittlich 3,5 Tagen sind die Urlauber in der bisherigen Sommersaison um 0,1 Tage weniger lang geblieben als im Vorjahr. „Die Gäste verreisen öfter und bleiben kürzer“, bringt es Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber auf den Punkt.

Wertschöpfung hat deutlich zugenommen
Zufrieden stimmt ihn der Blick auf die wirtschaftliche Bilanz: „Gute Zahlen bei Nächtigungen und Ankünften sind erfreulich, eine positive Entwicklung bei der Wertschöpfung ist hingegen essentiell“, so Gerber. Die hat nach einer ersten Berechnung des MCI Tourismus auf 2,63 Milliarden Euro zugenommen. Das entspricht einem inflationsbereinigten Wachstum von 2,0 Prozent.

63 Prozent der befragten Betriebe sind mit dem wirtschaftlichen Erfolg in der aktuellen Sommersaison zufrieden, 20 Prozent sogar sehr zufrieden. Lediglich zwölf Prozent zeigen sich nicht zufrieden. „Diese Zahlen dürfen allerdings nicht über die verschiedenen Herausforderungen hinwegtäuschen, mit denen die Branche konfrontiert ist, wie die weiterhin steigenden Kosten“, macht Tirols Tourismuslandesrat deutlich.

Trotzdem bleibe der Tourismus in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein Fels in der Brandung. Das sei keine Selbstverständlichkeit. „Wesentlich für die anhaltende Attraktivität des Urlaubslandes Tirol sind die Angebote und das Engagement all jener, die im Tourismus tätig sind. Ihnen gebührt größter Dank.“

Gleichzeitig sei Weitsicht für die zukünftige Entwicklung gefragt. Wenn Tirols Tourismus weiterhin diese stabilisierende Rolle für die heimische Wirtschaft spielen soll, brauche es – wo sinnvoll und möglich – eine Anpassung des Märktespektrums. „Die Nahmärkte werden auch in Zukunft die Basis für unseren Tourismus bieten. Um beispielsweise Aufenthaltsdauer und Wertschöpfung zu steigern sowie Abhängigkeiten von einzelnen Ländern zu reduzieren, dürfen wir durchaus etwas internationaler denken“, blickt Gerber voraus. Dafür sei es wichtig, den Flughafen Innsbruck nachhaltig abzusichern, um möglichst breit aufgestellt zu sein.

Die aktuelle Tourismusbilanz macht die Bedeutung der Kernmärkte deutlich: Die Nächtigungen aus Deutschland, Österreich, Niederlande und der Schweiz liefern zusammen 80 Prozent der gesamten Nächtigungen im bisherigen Sommer. Ein Plus von 1,5 Prozent auf 11,9 Millionen Übernachtungen zeigt der deutsche Markt. Österreichische Gäste nächtigten zwei Millionen Mal – ein Plus von 0,6 Prozent. Einen Zuwachs von 2,4 Prozent liefert der Markt Niederlande mit 1,7 Millionen Nächtigungen. Einen Rückgang um 0,7 Prozent auf eine Million Nächtigungen verzeichnet Tirols Tourismus in der bisherigen Sommersaison aus der Schweiz.

Interesse am Urlaub im eigenen Land steigt
„Besonders freut uns, dass das Interesse der Tiroler an Urlaub im eigenen Land weiterhin steigt“, hält Tirol Werbung-Marketingleiter Patricio Hetfleisch fest. 400.000 Nächtigungen bedeuten ein leichtes Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist Tirol nicht nur die wichtigste Herkunftsregion innerhalb der österreichischen Bundesländer, sondern liegt auch vor Märkten wie Frankreich (350.000 Übernachtungen) oder dem Vereinigten Königreich (330.000 Übernachtungen). „Zudem zeigt die aktuelle Bilanz, dass die in der Tourismusstrategie Tiroler Weg forcierte Entwicklung hin zu einem ausgeglichenen Ganzjahrestourismus Früchte trägt“, analysiert Hetfleisch. Die touristischen Randzeiten haben zugelegt: Im Frühsommer 2025 (Mai und Juni) gab es mit 5,3 Millionen Nächtigungen ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, mit 3,5 Millionen Nächtigungen im September eines von 5,4 Prozent.

Ambivalent fällt die Analyse von Alois Rainer, Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol, zur bisherigen Sommersaison aus: „Die aktuellen Zahlen belegen, wie leistungsfähig unsere Tourismusbetriebe sind. Allerdings kann die Ertragslage damit nicht Schritt halten. Aufgrund der weiterhin wachsenden Kosten bleibt unterm Strich vielfach zu wenig übrig.“ Das belege auch das Tourismusbarometer: Ein Drittel der befragten Betriebe gab an, die gestiegenen Kosten bisher komplett an die Gäste weitergeben zu können, 40 Prozent gelang dies teilweise und einem guten Viertel gar nicht. „Hier zeigt sich die zunehmende Sparneigung der Gäste“, so Rainer. Im Vorjahr hatten nämlich noch 43 Prozent der Betriebe angegeben, die gestiegenen Kosten komplett an ihre Gäste weitergeben zu können. Bei den Arbeitskräften stehen die Zeichen dagegen auf leichter Entspannung. „Die neue Saisoniersregelung hat uns eine wichtige Erleichterung gebracht“, so Rainer.
Eine gute Nachfrage zeichnet sich für die Wintersaison ab. Laut Tourismusbarometer berichten 82 Prozent der Befragten von einer gleich guten oder sogar besseren Buchungslage als im Vorjahr, 16 Prozent beurteilen diese als schlechter.
Bessere Buchungslage als im Vorjahr
Das deckt sich mit dem Preis- und Buchungsmonitoring der Tirol Werbung, mit dem sich die Nachfrage tagesgenau prognostizieren lässt. Die Vorschau zeigt großteils eine ähnliche Nachfrage wie im vergangenen Winter bzw. liegt sie sogar leicht darüber. Weihnachten und Neujahr sind mit Abstand am stärksten nachgefragt.

Auch wirtschaftlich blickt die Branche zuversichtlich Richtung Winter. 57 Prozent der Betriebe gehen laut Tourismusbarometer davon aus, das Ergebnis vom Vorjahr halten zu können. Knapp 30 Prozent rechnen mit einem Umsatzplus, nur elf Prozent erwarten Einbußen bei den Umsätzen. Die Tirol Werbung investiert rund acht Millionen Euro in die Kommunikationsmaßnahmen für den kommenden Winter. Teil davon ist auch der Auftritt Tirols bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina.

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