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Kitzbüheler Anzeiger
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Von einem guten Start hängt alles ab, deshalb überlässt Greta hier nichts dem Zufall.

Talent auf der Rodelbahn

Bei Greta Stöckl aus Kirchberg könnte der Spruch „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ passender nicht sein. Ist die 13-jährige doch Tochter des bekannten Mountainbikers Markus Stöckl, der schon einige Rekorde zu Buche stehen hat. Stöckls Husarenritt über die verschneite und vereiste Streifabfahrt auf seinem Mountainbike im Jahr 2018 ist sicherlich noch vielen in Erinnerung.

Die damals gemessene Höchstgeschwindigkeit von 103,64 km/h konnte Greta in ihrer Sportart zwar noch nicht ganz toppen, sie ist aber auf dem besten Weg dorthin. Zählt die Mittelschülerin doch zu den aufstrebenden Talenten im Rodelsport. „Die Geschwindigkeit, das ist das, was mir am meisten taugt – da bin ich wie mein Papa“, lacht die Kirchbergerin verschmitzt.

Zweimal pro Woche zum Training nach Igls
Seit mittlerweile vier Jahren fährt Greta zweimal wöchentlich zum Training nach Innsbruck/Igls, um mit 20 anderen jugendlichen Mädchen und Burschen an ihrer Technik zu feilen. „Momentan müssen wir nach Bludenz ausweichen, da ja die Bahn in Igls nicht den Normen entspricht und daher nicht genutzt werden kann“, erzählt Greta. Aber diese Strapazen nimmt die Sport-Mittelschülerin für ihren Traum gerne in Kauf.

„Über ein Schnupperrodeln bin ich zum Rodelsport gekommen, und es hat mich vom ersten Moment an fasziniert“, reüssiert das Talent.

„Angst habe ich keine, die Stürze gehören dazu und man rutscht ja dann eigentlich nur übers Eis, das ist alles halb so wild.“

Greta Stöckl, Nachwuchs-Rodlerin

Mit der heurigen Saison hat Greta zudem das Mindestalter für den Doppelsitzer erreicht und gleich mit ihrer Innsbrucker Teamkollegin Nella Haas bei den Tiroler Meisterschaften und den AKSÖ Meisterschaften jeweils die Bronzemedaille gewonnen. Auch in den Einzelbewerben kann die Jugendliche bereits einige gute Ergebnisse vorweisen.

Sogar die Sommermonate werden genutzt, um zu trainieren: „In der warmen Jahreszeit fahren wir auf Sommerbahnen wie zum Beispiel jener in Zwickau auf Rollen-Rodeln und legen unser Hauptaugenmerk auf Krafttraining und die Technikverbesserung am Start“, so Stöckl.

Auf das richtige Gewicht kommt es an
Aber nicht nur auf Technik, Schnelligkeit und Kraft sind die Trainingseinheiten ausgelegt, sondern auch, um sich mit seinem Sportgerät auseinanderzusetzen. „Wir schleifen vorm Training wie auch vor Wettkämpfen unsere Rodeln selbst mit Schleifpapier. Wir bearbeiten anders als bei den Skifahrern nicht mit Wachs. Vor Rennen werden die Geräte dann nochmals extra poliert, kontrolliert und eine Kufenmessung durchgeführt, damit diese nicht zu warm sind. Darüber hinaus dürfen Rodel und Fahrerin ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten,“ erzählt die Kirchbergerin von den umfangreichen Maßnahmen.

Die Jugendlichen bestreiten Trainings und Wettkämpfe auf denselben Bahnen wie die Erwachsenen, nehmen allerdings einen weiter unten an der Bahn liegenden Einstieg, um die Fahrzeit zu verkürzen. Gelenkt wird durch eine Kombination aus Gewichtsverlagerung sowie einer Wechselwirkung der Füße, wobei der Innenfuß angehoben und der Außenfuß gegen die Kufe gedrückt wird, was eine Kurveneinleitung ermöglicht. „Außerdem befinden sich an den Rodeln zwei kleine Hebel, wo dann die Hände die Lenkung unterstützen – also ist eigentlich der ganze Körper gefordert, und das spürt man danach auch,“ lacht Greta.

Die Ausrüstung hat es in sich
Aber auch der Kopf und das Merkvermögen werden bei dieser ganzheitlichen Sportart gefordert: „Wir machen auf jeder Bahn zuerst eine Begehung, prägen uns die Bahnführung ein und schreiben sie in unserem Bahnenheft auf, um die Lenkpunkte zu verinnerlichen“, weiß die Sportlerin.

Neben dem Anzug, dem Helm samt Brille und Lederhandschuhen, die an der Spitze mit getapten Spikes versehen sind, den sogenannten „Tatzlern“, tragen die Rodler ganz enge Schuhe, die „Batscherln“ genannt werden. „Die sind jetzt nicht so fein, das kann man sich so wie bei den Alpinen vorstellen, deren Skischuhe auch sehr sehr eng sind, so ist es bei uns Rodlern auch, und da bin ich immer froh, wenn ich wieder heraußen bin“, erzählt die 13-Jährige.
Zur Lieblingsbahn der Nachwuchshoffnung gehört die Igler Rodelbahn, weil da auch schon in ihrem zarten Alter Geschwindigkeiten von annähernd 100 km/h erreicht werden.

Eine wichtige Grundvoraussetzung hat sich Greta, nicht zuletzt durch ihren Vater, bereits angeeignet: „Angst habe ich keine, die Stürze gehören dazu und man rutscht ja dann eigentlich nur übers Eis, das ist alles halb so wild“, so Stöckl entspannt.
Neben ihren Freundinnen, die Gretas Willen und Entschlossenheit bewundern, zählt ihr kleiner Bruder Vito zu ihren größten Fans. Der Achtjährige ist sich sicher: „Greta wird einmal eine ganz Große im Rodelsport, und ich bin immer live dabei und feuere sie am lautesten an.“

Bleibt zu hoffen, dass Vitos Voraussagen eintreffen und Greta noch lange ihrem Sport erhalten bleibt und einige schöne Erfolge feiern kann.

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Keine Rennrodel ist wie die andere – immer wieder tüfteln die Athleten an ihren Sportgeräten – Greta Stöckl weiß, worauf es ankommt. Foto: privat
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