
Sport
Tag 8: DJ Max und die 1.200-Songs-Challenge
Schön langsam merken wir die Anstrengung von Olympia und die Energie geht etwas runter, die Tage waren lang. Die Stimmung passt aber immer noch bestens.
Für mich waren das ja die ersten Olympischen Spiele überhaupt. Weltcup kenne ich seit Jahren, ich bin seit 2001 dabei, aber Olympia ist nochmal ein anderes Level. Da läuft vieles strenger und genauer.
Zum Beispiel bei der Musik: Ich darf hier nur rund 1.200 Songs verwenden – und die müssen alle vorab freigegeben sein. Jeder Titel wird geprüft, ob er ethisch, moralisch und politisch passt. Also nix mit „spielen wir spontan was“. Die lLieder meiner Datenbank wurden alle genau durchgecheckt. Sicherheitshalber prüfe ich vieles nochmal extra.


Meine Tage sind auch ziemlich lang. Ich starte, wenn die Tore aufgehen, und bleibe bis alles vorbei ist. Das sind viele Stunden am Pult. Aber genau das taugt mir.
Nebenbei bin ich offenbar auch zum Kaffeemacher geworden.
Im Büro steht unsere Filtermaschine, aber in der Kommentatorenbox habe ich meine eigene kleine Kaffeemaschine organisiert. Ohne Kaffee geht bei uns halt gar nichts.
Ein besonders heikler Punkt sind die Siegerehrungen. Ich spiele die Hymnen und die offiziellen Hintergrundmusiken. Die stammen vom italienischen Komponisten Dardust und müssen ganz genau nach Protokoll laufen – Timing ist da heilig.
Und weil bei Hymnen wirklich nichts passieren darf, fahre ich mit drei Backups: Ein Musikcomputer läuft, zwei weitere stehen bereit. Wenn einer ausfällt, bin ich sofort auf dem nächsten. Bei Hymnen gibt’s keine zweite Chance.
