
Tag 3: Von der Eröffnungsfeier und den Rennen von den Rennen
Heute melde ich mich nicht vom Heimtrainer, sondern schon aus dem Transportbus Richtung Stadion. Unser täglicher Weg dorthin ist inzwischen fast Routine – auch wenn wir tatsächlich zweimal umsteigen müssen, obwohl wir im Antholzer Mittertal wohnen. Olympia-Logistik hat eben ihre eigenen Regeln.
Gestern war Eröffnungsfeier. Wobei „Feier“ für uns anders aussieht, als man vielleicht denkt. Es sind meine vierten Olympischen Spiele – und ich war noch nie live bei einer Opening Ceremony. Wenn man arbeitet, geht sich das einfach nicht aus.


Unser Abend war dafür auf seine Art besonders: Public Viewing im Vereinsheim in Antholz-Mittertal, mit Speckjause und einem Glas Rotwein. Südtirolerischer geht’s wirklich nicht. Ein bisschen Klischee, aber genau das hat’s gemütlich gemacht. Wir waren mit Mitarbeitenden und Volunteers dort. Bei jedem Land wurde laut gejubelt – bei Österreich natürlich besonders, weil ein Großteil unseres Teams aus Österreicherinnen und Österreichern besteht. Italien und Frankreich waren auch stark vertreten. Es hatte fast Volksfest-Stimmung.
Heute stehen die nächsten Generalproben an – die sogenannten Dress Rehearsals. Die Spannung steigt, morgen ist der erste Bewerbstag.


Ganz lustig sind unsere Test Events. Junge Nachwuchssportler aus dem lokalen Verein laufen die Strecken, aber wir sagen die Namen der Athletinnen und Athleten durch, die später wirklich auf den Startlisten stehen. Wenn also ein Nachwuchsläufer vom WSV Antholz unterwegs ist, moderieren wir ihn wie einen internationalen Top-Athleten. Das fühlt sich manchmal ziemlich surreal an, ist aber wichtig, damit Kameras, Abläufe und Timing perfekt getestet werden.
Das Stadion ist dabei natürlich gesperrt – das sieht von außen niemand. Aber genau hier passieren gerade die letzten Feinarbeiten, damit morgen alles sitzt.
Und jetzt heißt’s: Ankommen, Headset auf – und weiter geht’s. Morgen wird’s ernst.