
Beim Bezirksfeuerwehrtag 2024 übergab Rupert Aufschnaiter (links) seine umfangreiche Chronik an den damaligen BFK Martin Mitterer.
Rupert Aufschnaiter: Ein Leben im Dienst der Gemeinschaft
Die Feuerwehrwelt trägt Trauer: Mit Rupert Aufschnaiter verliert der Bezirk Kitzbühel eine prägende Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg als engagierter Feuerwehrmann weit über die Bezirksgrenzen hinaus hohe Anerkennung genoss. Auch in seiner Heimatgemeinde Aurach ist die Trauer groß – engagierte sich Aufschnaiter doch jahrzehntelang in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen.
Vergangenen Samstag wurde Rupert Aufschnaiter, der im 85. Lebensjahr nach längerer Krankheit verstarb, unter großer Anteilnahme in Aurach zu Grabe getragen. Die letzte Ehre erwiesen ihm auch zahlreiche Feuerwehrabordnungen – nicht nur aus dem Bezirk Kitzbühel, sondern aus ganz Österreich.
Rupert Aufschnaiter wurde im November 1941 geboren und wuchs am Hof Unterfeld in Aurach auf. Im Zivilberuf erlernte der Auracher den Beruf des Elektromechanikers und arbeitete viele Jahre als Elektromechaniker-Meister bei der Firma Hinterholzer in Kitzbühel. Im Jahr 1957 trat Aufschnaiter der Feuerwehr Aurach bei. Nur sechs Jahre später wurde er zum Kommandanten gewählt. Diese Funktion übte er bis 1988 mit großem Engagement aus.
Zehn Jahren an der Spitze der Feuerwehr
Bereits 1983 war der Auracher zum stellvertretenden Bezirksfeuerwehrkommandanten gewählt worden. 1988 übernahm er schließlich die Funktion des Bezirksfeuerwehrkommandanten, die er zehn Jahre lang ausübte.
„Vater der Technischen Leistungsprüfung“ Aufschnaiters Engagement für das Feuerwehrwesen reichte weit über die Bezirksgrenzen hinaus. Ab 1988 gehörte er dem Landesfeuerwehrausschuss an und arbeitete in zahlreichen weiteren Ausschüssen mit. Ab 1989 war er zudem Mitglied im Fachausschuss der Freiwilligen Feuerwehren des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes.
Bis heute gilt Aufschnaiter als „Vater der Technischen Leistungsprüfung“, die österreichweit einen festen Bestandteil der Feuerwehrausbildung bildet. Darüber hinaus war er Vorsitzender für das Thema „Absichern von Einsatz- und Unfallstellen“ sowie Sachgebietsleiter im Bereich „Technische Feuerwehreinsätze“. Bis zum Ende seiner Feuerwehrkarriere war seine Expertise hochgeschätzt. Für seine Verdienste wurde Aufschnaiter vielfach ausgezeichnet. Unter anderem war er Ehrenmitglied des Bezirksfeuerwehrverbandes sowie der Feuerwehr Aurach.
Beim Bezirksfeuerwehrtag 2024 übergab er sein umfangreiches Pressearchiv an den damaligen Bezirksfeuerwehrkommandanten Martin Mitterer. Auch beim Kitzbüheler Anzeiger war Rupert Aufschnaiter ein gern gesehener Besucher. Über viele Jahre brachte er die Einsatzberichte persönlich in der Redaktion vorbei.
Engagiert für seine Heimatgemeinde
So sehr Aufschnaiter Feuerwehrmann mit Leib und Seele war, so sehr lag ihm auch seine Heimatgemeinde Aurach am Herzen. Von 1980 bis 1986 gehörte er dem Gemeindevorstand an und war in dieser Funktion für den Kanalbau zuständig. Doch auch danach war er stets für die Belange der Gemeinde da und unterstützte, wo er konnte, heißt es aus der Gemeindestube. 1999 wurde ihm das Ehrenzeichen der Gemeinde Aurach verliehen.
Als Gemeindechronist leitete er zudem die Neuausrichtung des Gemeindearchivs. Eine weitere große Leidenschaft Aufschnaiters galt dem Rodelsport.
Begründer des Auracher Rodelvereins
Er war Gründungsobmann des 1967 gegründeten Rodelvereins und stand diesem bis 1978 vor. Unter seiner Federführung wurden unter anderem der Große Preis von Österreich im Naturbahnrodeln im Jänner 1975 sowie die Europameisterschaft 1978 erfolgreich durchgeführt.
Rupert Aufschnaiter hinterlässt seine Frau Christl und drei Töchter mit Familien. Die Feuerwehr und die Gemeinde Aurach verlieren mit ihm einen engagierten Kameraden und Mitbürger, der sich über Jahrzehnte in den Dienst der Gemeinschaft stellte. Sein Wirken wird in ehrender Erinnerung bleiben.