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Kitzbüheler Anzeiger
ChatGPT Image 10. Nov. 2025, 11_08_07
Das Riesenrad empfängt die Besucher am Eingang des Stadtparks. Es wird sich nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern über die gesamte Wintersaison drehen. Grafik: KI-generiert

Riesenrad bereichert Wintersaison


Trier, Stuttgart, Düsseldorf, Lyon oder Danzig: In die Reihe jener großen europäischen Weihnachtsmärkte, die schon seit Jahren mit einem Riesenrad aufwarten, fügt sich heuer erstmals die Gamsstadt ein. „Eine absolute Sensation. Wir sind der einzige Christkindlmarkt in Österreich mit einem Riesenrad“, frohlockten Ludwig Götzendorfer von Kitzbühel Tourismus sowie Bürgermeister Klaus Winkler bei einem Lokalaugenschein rund um die Aufbauarbeiten im Stadtpark. Dort fuhren nämlich in den vergangenen 14 Tagen schwere Gerätschaften mit massiven Fundamenten und Trägern aus Eisen und Stahl auf.

Stattliche 35 Meter wird Kitzbühels neue Attraktion neben dem Marienheim in den winterlichen Himmel der Gamsstadt ragen. Damit ist es mehr als doppelt so hoch wie das benachbarte Volksschul-Gebäude, im Vergleich zum Riesenrad im Wiener Prater fällt es jedoch um die Hälfte niedriger aus.

Doppelt so hoch wie die Volksschule

Betreiber ist der Deutsche Oscar Bruch jun., der mit seinem Traditionsunternehmen europaweit tätig ist. „Die Riesenräder, die wir normalerweise errichten und betreiben, sind an die 60 Meter bis 80 Meter hoch“, schildert der Unternehmer. Als „klein, aber fein“ bezeichnet er deshalb das Kitzbüheler Format, das mit seinen 35 Metern den vorherrschenden Platzkapazitäten im Stadtpark angepasst worden sei. Es handle sich sogar um eine Extraanfertigung und werde fabriksneu direkt aus dem Werk angeliefert, erläutert Oscar Bruch nicht ohne Stolz.

Komfortable Gondelkabinen, ausgestattet mit Heizung und Belüftung, werden bis zu acht Personen Platz bieten. Dazu gesellt sich ein atemberaubender Blick über die Dächer von Kitzbühel, der sogar bis zum Zielraum des Hahnenkammrennens reichen soll, wie sich Touristiker Ludwig Götzendorfer erhofft. Von ihm stammt übrigens die Idee, ein Riesenrad an Land zu ziehen.

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Stadtchef Klaus Winkler, Betreiber Oscar Bruch mit Ehefrau Ariane sowie Ludwig Götzendorfer (von links) beim Lokalaugenschein im Stadtpark.

Tarif-Ermäßigung mit Bürgerkarte

Für die Dauer von zehn bis zwölf Minuten können die Besucher des Adventmarkts (19. November bis 28. Dezember) ihre Runden drehen: 10 Euro zahlen dafür Erwachsene, mit 6 Euro wurde der Tarif für Kinder festgelegt, wie Betreiber Bruch erläutert. Gegen Vorlage der Bürgerkarte erhalten Einheimische eine Ermäßigung, gibt Stadtchef Klaus Winkler bekannt.

Die neue Errungenschaft stößt offenbar nicht bei allen Kitzbühelern auf ungeteilte Zustimmung. So wurden die Aufbauarbeiten für das Riesenrad vom ersten Tag an kritisch beäugt. Da für das Riesenrad jedoch keinerlei Fundamente in den Boden gerammt werden, seien auch keine Flurschäden zu erwarten, entkräfteten Bgm. Winkler, Ludwig Götzendorfer sowie Betreiber Oscar Bruch dahingehende Befürchtungen.

Kritische Stimmen wurden laut

Dass zugunsten des Riesenrades ein Apfelbaum aus dem Stadtpark weichen musste, wurde seitens der Gemeindeführung bestätigt. Mittlerweile hat der umgeschnittene Baum den Unmut in Teilen der Bevölkerung angefacht, wie den sozialen Medien zu entnehmen ist. Bürgermeister Winkler war für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss nicht erreichbar. Ein einstimmiger Stadtratsbeschluss – die Stadtgemeinde Kitzbühel ist Eigentümerin des Stadtparks – liegt der Genehmigung des
Riesenrades zugrunde.

Kosten entstehen der Stadtgemeinde durch die neue Attraktion jedenfalls nicht, wie Winkler auf Anfrage des Kitzbüheler Anzeigers klarstellt. Ganz das Gegenteil sei der Fall. „Wir heben sogar eine Standgebühr ein.“

Standgebühr wird eingehoben

Von der neuen Attraktion erwarten sich die Vertreter von Kitzbühel Tourismus und der Stadtgemeinde wichtige touristische Impulse.

„Fundamente werden nicht in den Boden gerammt. Flurschäden sind nicht zu erwarten.“

Bgm. Klaus Winkler

Das Riesenrad soll übrigens nicht nur den Weihnachtsmarkt bereichern, sondern Gäste über die gesamte Wintersaison vermehrt in die Gamsstadt locken. Abgebaut werden soll es erst im März, bestätigen Winkler und Götzendorfer.

Der Kitzbüheler Adventmarkt ist mit den Jahren stetig gewachsen und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Angaben des Tourismusverbandes zufolge wurden im Vorjahr 270.000 Besucher gezählt. Der Markt ist von Mittwoch bis Sonntag, jeweils von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Erste Runden mit dem Riesenrad können schon ab Mittwoch, 19. November, gedreht werden.

Kinderkarussell erstmals in St. Johann

Szenenwechsel nach St. Johann, wo die Vorbereitungen für den örtlichen Weihnachtsmarkt ebenfalls seit Tagen auf Hochtouren laufen. Auch hier hat man für eine neue Attraktion gesorgt. In der Marktgemeinde wird sich auf dem Adventmarkt erstmals ein Kinderkarussell drehen, das bis zu zwölf kleinen Gästen Platz bietet.

Der St. Johanner Weihnachtsmarkt ist ab 28. November regulär jeden Freitag und Samstag von 14 bis 20 Uhr sowie jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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