Zum Inhalt springen
Job AnzeigerImpulsTrendig MagazinServus
Kitzbüheler Anzeiger
Kellerwiese_52_2025_Klausner

Derzeit ist die „Kellerwiese“ ein Lagerplatz. Die Tiroler Wohnbau will dort rund 170 Mitarbeiterwohnungen errichten. Doch es regt sich massiver Widerstand. Die Abstimmung in der jüngsten Gemeinderatssitzung kam nicht zustande – der Punkt wurde von der Tagesordnung genommen.

Projekt „Kellerwiese“ vertagt

Schon seit über einem Jahr wird – wie berichtet – über das geplante Mitarbeiterwohnhaus auf der Kellerwiese am Stadtrand diskutiert. SPÖ, Grüne und die Unabhängigen Kitzbüheler (UK) lehnen das Projekt mit bis zu 170 Wohnungen als überdimensioniert ab und starteten vor Kurzem die Petition „Bauwahnsinn Kellerwiese“. Vizebürgermeister Walter Zimmermann (SPÖ), Stadträtin Traudi Nothegger (UK) und Gemeinderat Rudi Widmoser (Grüne) kritisieren mangelnde Transparenz, befürchten Leerstände und fordern kleinere Wohnlösungen. Unter anderem verlangen sie eine fundierte Bedarfserhebung. Rund 700 Unterschriften wurden bereits gesammelt.

Bürgermeister Klaus Winkler spricht hingegen von falschen Darstellungen und betont die entlastende Wirkung des Projekts auf den angespannten Wohnungsmarkt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hätte das Projekt eigentlich von den Verantwortlichen der Tiroler Wohnbau – der Wohnbauträger soll das Vorhaben umsetzen – präsentiert werden sollen. Auch eine Abstimmung war vorgesehen.

Doch Bürgermeister Klaus Winkler nahm die entsprechenden Punkte zur Überraschung vieler kurzfristig von der Tagesordnung. Das Projekt sei zwar beschlussfähig, betonte Winkler, allerdings sei die Debatte zuletzt von sehr viel Polemik begleitet gewesen. „Ich rufe daher dazu auf, wieder zur Sachlichkeit zurückzukehren und das Thema emotionslos zu behandeln“, erklärte der Stadtchef. Die Petition bezeichnete er als „befremdliche Kampagne“, bei der mit falschen Informationen gearbeitet worden sei.

Petitions-Initiatoren zeigen sich erfreut

Vor allem die Initiatoren der Petition zeigten sich erfreut über die Entwicklung. Gemeinderat Andreas Fuchs-Martschitz (UK) sprach von einem „demokratischen Diskurs“, der sinnvoll und zielführend sei. Vizebürgermeister Walter Zimmermann betonte, „dass wir diese Entwicklung sehr begrüßen. Unsere große Kritik war, dass das Projekt zu schnell durchgezogen werden sollte.“ Er verwies dabei unter anderem auf fehlende Planunterlagen. „In unser aller Sinn wäre jetzt eine gemeinsame Lösung“, so Zimmermann. Auch Gemeinderat Rudi Widmoser erklärte, er habe sich bislang zu wenig informiert gefühlt.

Wie Bürgermeister Klaus Winkler ankündigte, soll das Projekt nun noch einmal überarbeitet und anschließend erneut im Gemeinderat behandelt werden. „Es soll ein klares Nutzungskonzept festgelegt werden“, erläuterte der Bürgermeister. Dabei gehe es darum, festzulegen, wer die Wohnungen nutzen soll und in welcher Form. „Wir haben uns mit der Tiroler Wohnen darauf abgestimmt, dass das Projekt in den nächsten Tagen und Wochen noch einmal verfeinert wird“, erklärte Winkler. Ziel sei es, letzte Zweifel auszuräumen und einem möglichen Leerstand vorzubeugen. Erst wenn ein ausgereiftes Projekt vorliege, werde dieses wieder im Gemeinderat behandelt.

„Es ist sinnvoll, ein klares Nutzungskonzept zu erstellen – wer es nutzt und wie. Das werden wir verfeinern“
Klaus Winkler, Bürgermeister