
Mit der Schaffung von Primärversorgungseinheiten (PVE) will die Gesundheitskasse die medizinische Versorgung für Kassenpatienten verbessern. Im Bezirk Kitzbühel fiel die Wahl des Standorts auf St. Johann.
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Primärversorgung der ÖGK entsteht in St. Johann
In Innsbruck, Fulpmes und Telfs haben bereits drei Primärversorgungseinheiten, kurz PVE genannt, in Tirol den Betrieb aufgenommen. Landesweit sollen sechs weitere Zentren der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) folgen. Eines davon ist im Bezirk Kitzbühel geplant, konkret in der Marktgemeinde St. Johann, das bestätigt die ÖGK auf Nachfrage des Kitzbüheler Anzeigers.
Die Primärversorgungseinheiten (PVE) sind als erste Anlaufstellen für Kassenpatienten bei gesundheitlichen Fragen konzipiert. Sie bieten wohnortnahe, medizinische Grundversorgung mit dem Ziel, die Patienten umfassend und möglichst aus einer Hand zu betreuen. Im Mittelpunkt einer PVE steht immer ein Team aus verschiedenen Gesundheitsberufen, das eng zusammenarbeitet: mehrere Hausärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Therapeuten.
Schwerpunkt Familien mit Kinder- und Frauenheilkunde
In St. Johann wird die ÖGK einen Schwerpunkt auf die Versorgung von Familien legen, teilt die ÖGK mit. Neben der allgemeinmedizinischen Betreuung sind Kooperationen mit einem Kinderfacharzt sowie einem Gynäkologen vorgesehen. Ergänzt werden soll das Angebot durch die entsprechenden therapeutischen Gesundheitsberufe. Warum ausgerechnet in St. Johann eine Primärversorgungseinheit entstehen soll, obwohl hier auch das Bezirkskrankenhaus beheimatet ist, begründet man in der ÖGK folgendermaßen: „Die PVE dient zur Entlastung des Spitals, vor allem dessen Ambulanzen sowie der Kassenärzte.“ Wo in St. Johann die neue Einrichtung eröffnet werden soll, ist noch offen. Die Ausschreibung werde erst erfolgen, teilt die ÖGK mit.
St. Johann erfüllt alle Voraussetzungen
Eine Bedarfsanalyse für den Bezirk Kitzbühel hat ergeben, dass St. Johann aufgrund der Einwohnerzahl, der Unterversorgung in der Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde sowie der Altersstruktur der Vertragsärzte der am besten geeignete Standort ist, begründet die ÖGK. Zudem brauche eine Primärversorgungseinheit ein Einzugsgebiet von mindestens 6.000 Einwohnern – auch diese Voraussetzung werde in St. Johann erfüllt. Deshalb werde der Bedarf für den Aufbau einer PVE in St. Johann dringender bewertet als an anderen möglichen Standorten im Bezirk.
Große Überraschung in Kirchberg
In Kirchberg mit seinen 5.300 Einwohnern ist man über diese Nachricht offenbar mehr als nur überrascht: Im Großprojekt „B3“, das Bernd Schwarz und Anita Riedl-Bonetsmüller auf dem ehemaligen Areal der Eichenhalle errichten, wurden Räumlichkeiten für ein Ärztezentrum bzw. eine PVE bereits eingeplant. Nun scheint der Standort Kirchberg aus dem Rennen zu seien. „Wir haben uns über ein erfahrenes Team um die PVE beworben, präsentiert und entsprechende Gespräche mit dem Land Tirol geführt“, bestätigt Projektentwickler und Investor Bernd Schwarz perplex.
Bürgermeister Helmut Berger verweist auf die zentrale Lage Kirchbergs. „Es könnte das gesamte Einzugsgebiet des Bezirkes abgedeckt werden.“ Ausführliche Argumente für den Standort Kirchberg seien bereits schriftlich dargelegt worden, erläutert der Bürgermeister abschließend.