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Kitzbüheler Anzeiger

Nicht jedes Hotel ist eines zuviel

Hotelprojekte sorgen in Tourismusgemeinden fast reflexartig für Diskussionen. Mehr Betten? Mehr Verkehr? Mehr Belastung? Diese Fragen sind berechtigt. Doch genauso berechtigt ist die Frage, welche Betten eine Gemeinde braucht.

Genau darin liegt der Unterschied beim geplanten Motelprojekt in Oberndorf. Es setzt nicht auf Luxus, sondern auf ein Marktsegment, das in der Region bislang kaum vertreten ist: moderne, funktionale und leistbare Übernachtungen. Das könnte sich als kluge Ergänzung erweisen.

Gerade in Oberndorf, das in den letzten Jahren massiv Gästebetten eingebüßt hat, könnte ein solches Motel gut passen. Luxusprojekte wie jenes, das im Bereich Reinache geplant ist, bringen keine Gäste, die in Oberndorf Ski fahren oder Essen gehen. Da passt das angepeilte Klientel des Motels weit besser. Wer für die Übernachtung weniger bezahlt, investiert das frei werdende Budget häufig in Skipässe, Gastronomie, Sportgeschäfte oder Freizeitangebote.

Natürlich muss auch ein Motel in die Landschaft und zur Gemeinde passen. Verkehr, Infrastruktur und Raumordnung sind sorgfältig zu prüfen. Niemand will ein Projekt, das den Lebensraum verschlechtert. Doch wenn ein Betrieb architektonisch überzeugt, Mitarbeiterwohnungen schafft und ein Segment bedient, das bisher fehlt, sollte man ihm eine faire Chance geben.

Tourismus entwickelt sich weiter. Erfolg bedeutet heute nicht mehr automatisch „höher, größer und exklusiver“. Oft sind es durchdachte Konzepte, die bestehende Angebote sinnvoll ergänzen und neue Gästeschichten ansprechen.

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