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Kitzbüheler Anzeiger
Pistensecurity Hahnenkammrennen 2026
Pistensecurity-Chef Manfred Berger wacht darüber, dass nur Einlass bekommt, wer auch darf.

Nicht jeder, der möchte, darf auf die Piste

Es ist still im Startbereich der Streif. Kein Athlet zieht sich die Handschuhe zurecht, kein Trainer gibt letzte Anweisungen, kein Funkgerät knistert. Es ist trainings- und rennfrei. Ein guter Zeitpunkt um mit Manfred Berger zu plaudern. An Trainings- und Renntagen geht es hier hektisch zu, denn gemeinsam mit seinem Team sorgt er dafür, dass sich die Athleten in Ruhe auf das schwierigste Rennen des Jahres vorbereiten können. Nur sie und ihre engsten Vertrauten haben Zutritt zum sensiblen Startbereich – aber viele würden genau da gerne hinein.

Seit 20 Jahren ist Manfred Berger beim Hahnenkamm-Rennen für die Pisten-Security zuständig. Was heute selbstverständlich wirkt, war vor zwei Jahrzehnten Neuland. „Damals war das nicht ganz so streng geregelt. Da kam mir die Idee, das professionell umzusetzen“, erzählt der Kärntner. Er hat sich mit seiner Security-Firma auf Skigebiete und Weltcuprennen spezialisiert.

„Ausreden und Versuche, hinein zu kommen, gibt es viele. Ausnahmen gibt es nur nach Rücksprache.“

Manfred Berger, Leiter Pistensecurity

Seit 20 Jahren am Pistenrand dabei
Insgesamt 60 Mitarbeiter kontrollieren nicht nur die Pisten-Zutritte beim Hahnenkamm-Rennen, sondern überwachen in zahlreichen Skigebieten Österreichs, ob die Skigäste beispielsweise gültige Tickets vorweisen können.
Michael Schweiger und Manfred Goller haben Berger damals in Kitzbühel eingelernt. „Sie haben mir gezeigt, wo es heikel ist, wo jemand stehen darf und wo sicher nicht“, erinnert er sich. Heute sind die beiden in Pension, Alex Sappl und Fabian Nitsche haben ihre Aufgaben übernommen und geben die Regeln für die Pistensecurity vor. Manfred Berger koordiniert alles. Inzwischen sind die Abläufe präziser, die Regeln strenger. Wer ins Starthaus will, braucht mehr als ein freundliches Lächeln.

99 Prozent Konsequenz, ein Prozent Gefühl
„Es sind 99 Prozent Konsequenz, ein Prozent Gefühl“, beschreibt Berger seine Linie. Akkreditierungen werden genau geprüft, im Zweifel telefonisch gegengecheckt. „Manche verlieren auch ihre Ausweise oder haben wichtige Gründe, dass sie eingelassen werden. das klären wir dann auf kurzem Weg. Aber einfach so hinein, lassen wir keinen – auch wenn die Ausrede noch so gut ist“, schmunzelt Berger. Und was bekommt er da so zu hören? „Ich bin der beste Freund vom Rennleiter“ oder „Der Hansi Hinterseer hat gesagt, ich darf rein“, sind einige der Klassiker.

Versuche, die Streif „nur für ein paar Schwünge“ zu betreten, gibt es viele. „Wir wurden sogar schon zu bestechen versucht.“ Verständnis hat er trotzdem: „Die Streif ist die spektakulärste Rennstrecke der Welt. Da will jeder einmal drauf.“

Es kam auch schon vor, dass Karten weitergegeben wurden. „Die nehmen wir ab und schicken die Leute zurück ins Akkreditierungsbüro.“

Berger und sein Team verstehen sich nicht als Türsteher. „Wir sind auch Infopoint“, sagt er. Wo komme ich ins Tal? Wann kann ich die Mausefalle queren? Wie geht es bei gesperrter Strecke weiter? Antworten darauf gehören genauso zum Job wie Funkkontakt mit Jury, Rennleitung und Alpinpolizei.

Übrigens: Der Einsatz der Pistensecurity beginnt bereits rund 14 Tage vor dem Rennen, wenn die Strecke offiziell für Skifahrer gesperrt wird.

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