
Neujahrskonzert begeistert
Mit einem festlichen Neujahrskonzert eröffnete das Tiroler Kammerorchester Innstrumenti das neue Jahr im gut besuchten Saal des K3 KitzKongress. Unter der musikalischen Leitung von Gerhard Sammer präsentierte sich das Orchester in ausgezeichneter Form. Die mit Blumen festlich geschmückte Bühne unterstrich den feierlichen Charakter des Abends.
Eröffnet wurde das Konzert mit der Ouvertüre aus der Oper Zampa von Ferdinand Hérold. Anschließend begrüßte Martin Papst das Publikum mit einem humorvollen „Gutes Neues“. Der aus der Nachrichtensendung ORF Heute bekannte Moderator nahm sich dabei selbst nicht allzu ernst und merkte an, dass er im Fernsehen größer und schlanker wirke als in Wirklichkeit. Fernsehen lügt, umso schöner war es, Musik live im Konzertsaal zu erleben.
In seiner Moderation bat er die optische Exzellenz Bürgermeister Klaus Winkler auf die Bühne. In der Neujahrsansprache bedankte sich dieser bei Peggo Jöchl samt Team und Familie für die Organisation des Abends sowie bei den Bergbahnen für den kostenlosen Parkplatz. Zugleich verband er seine Worte mit guten Wünschen für das neue Jahr.
Walzerseligkeit und Opernklang
Mit Wiener Blut von Johann Strauss hielt klassischer Neujahrsglanz Einzug in den Saal. Martina Fender und Martin Lechleitner überzeugten als Gesangssolisten mit Ausdrucksstärke und Bühnenpräsenz. Das traditionelle Jahresregentenrätsel führte das Publikum musikalisch zu Carl Maria von Webers Ouvertüre zu Oberon, gefolgt von einem temperamentvollen spanischen Tanz von Manuel de Falla sowie der kraftvollen Ouvertüre zu Nabucco von Giuseppe Verdi.
Parallelen zum weltbekannten Neujahrskonzert in Wien waren deutlich hörbar. Auch in Kitzbühel standen Werke weiblicher Komponistinnen auf dem Programm, darunter Musik von Constanze Geiger und Cécile Chaminade, ergänzt durch Klassiker wie den Radetzky-Marsch und An der schönen blauen Donau.
Einen besonderen Moment schuf der Haller Komponist Werner Kirchner mit seiner Firewater Music, die leise ausklang und starken Applaus erhielt. Mit Emmerich Kálmáns Komm mit nach Varasdin sorgten die Sopranistin und der Tenor erneut für Begeisterung.
Ein Blick nach vorne
Nach der Pause wagte Martin Papst einen Ausblick auf das Jahr 2026. Erwähnt wurden unter anderem das chinesische Jahr des Pferdes als Symbol für Unabhängigkeit, eine Sonnenfinsternis am 12. August, der Eurovision Song Contest in Wien sowie die Olympischen Spiele in Italien – sogar mit funktionierendem Eiskanal. Passend dazu folgte das heitere Scherzetto von der bereits erwähnten Komponistin Cécile Chaminade.
Besonders charmant geriet der Auftritt der beiden Sänger bei Bist du’s lachendes Glück von Franz Lehár, bei dem sich Gesang und Bewegung auf der Bühne ergänzten. Dirigent Gerhard Sammer zeigte sich dabei ebenso spielfreudig, wechselte mehrfach seine Fliege und ging humorvoll auf die Wortmeldungen des Moderators ein.

Von moderner Klangsprache zurück zur Klassik
Einen zeitgenössischen Akzent setzte die Uraufführung von Respira: Domina des Tiroler Komponisten Christian Tschuggnall. Gemeinsam mit Beatboxer Paul Pichler entstand ein ungewöhnlicher Brückenschlag zwischen Klassik und moderner Klangsprache. Er erklärte dem Publikum vorab die Grundlagen des Beatboxens und animierte zum Mitmachen, was im Saal für spürbare Begeisterung sorgte.
Zum Abschluss führte das Orchester von der Moderne zurück zur Tradition. Mit den Neujahrsgrüßen zu An der schönen blauen Donau schloss sich der musikalische Bogen. Drei Zugaben rundeten den Abend ab. Die Ankündigung, dass das Neujahrskonzert mit Innstrumenti auch 2027 wieder in Kitzbühel stattfinden wird, sorgte für zusätzlichen Applaus.
