
Neue Töne bei der Hauserer Musi
Während viele Blasmusikkapellen Land auf Land ab händeringend auf der Suche nach Kapellmeistern sind, kann man in St. Jakob von großem Glück sprechen: eine ambitionierte Frau aus den eigenen Reihen hat die große Aufgabe übernommen und steht nun am Dirigentenpult der Hauserer Musikkapelle. Geboren und aufgewachsen in Haus sprüht Theresa Adelsberger gerade so vor Begeisterung, wenn sie von der Musi spricht: „Es ist so vielseitig. Ich mag, wenn man klassische Blasmusik spielt, aber auch symphonisch und modern musizieren kann. Besonders schätze ich unsere Gemeinschaft und die Freude am gemeinsamen Musizieren.
Schon als Kind war sie begeistert von der Musik: „Mit sechs Jahren habe ich klassisch mit Blockflöte begonnen. Nach zwei, drei Jahren bin ich umgestiegen auf das Hackbrett, das habe ich fünf Jahre lang gespielt. Weil es einfach ein schönes Instrument ist, und als Kind hat mir auch das Draufhauen mit den Schlegeln einfach gefallen“, erzählt Theresa lachend von ihren musikalischen Anfängen.
Musik seit frühester Kindheit
„Danach habe ich begonnen, Waldhorn zu lernen und nach zwei Jahren bin ich dann zur Musi gegangen. Damals war ich 14 Jahre alt.“ Mit diesem Schritt war sie Pionierin in ihrer Familie und ist seit diesem Tag mit vollem Einsatz Musikantin aus Leidenschaft.
„Seit drei Jahren spiele ich zudem Saxophon. Ich wollte schon seit Langem ein Melodieinstrument lernen, ich mag den Klang des Saxophons und die Vielfalt der Genres, die man damit spielen kann. Im Unterricht lerne ich viel für mich selbst und was sich auch als Glücksfall erwiesen hat, ist, dass mein Saxophonlehrer Mario Millinger selbst auch Kapellmeister in Waidring ist. Das ist jetzt ein großer Bonus“, erzählt die Neo-Kapellmeisterin.
Frühjahrskonzert erste große Aufgabe
Durch die Namenstags-Tradition bei der Musikkapelle wurde ihr Interesse am Dirigieren geweckt. Theresa erzählt von der Marschtradition zum Namenstag: „Da habe ich von vielen Kollegen tolles Feedback bekommen. Dann waren sie auf der Suche nach einem Vizekapellmeister. Ich habe mir gedacht, ja, wieso nicht, das probiere ich.“
„Die neue Aufgabe ist eine große Herausforderung für mich, der ich auch mit dem nötigen Respekt begegne, ich freue mich aber auf eine spannende Zeit."
Theresa Adelsberger, Kapellmeisterin
An der Landesmusikschule in St. Johann absolvierte sie daraufhin mit Bravour die Ausbildung zur Kapellmeisterin und schloss diese im heurigen Sommer ab. Dass sie nun so schnell schon im Amt ist, habe sich so ergeben. „Es ist eine große Herausforderung für mich, der ich auch mit dem nötigen Respekt begegne, ich freue mich aber auf eine spannende Zeit“,
berichtet Theresa.
Ihre erste große Aufgabe ist das Frühjahrskonzert. Die Stückauswahl hat sie bereits abgeschlossen, nun geht es ans Proben: „Beim Aussuchen der Stücke gibt es einiges, das man beachten soll. Einerseits sollen die Stücke der Kapelle liegen und zugleich dürfen auch Herausforderungen auf die Musikanten warten, bei denen sie mit neuen Musikrichtungen usw. konfrontiert werden. Man kann nicht jeden Geschmack treffen, aber ich habe probiert ein breites, vielseitiges Repertoire zusammenzustellen.“ Theresa ist zuversichtlich und voller Tatendrang, sie freut sich über den großen Zusammenhalt der derzeit 31 aktiven Musikanten und die Unterstützung aus den eigenen Reihen.
Dirigieren bisher eine Männerdomäne
Frauen mit dem Taktstock sind derzeit noch rar im Bezirk. „Witzigerweise hat eine Kollegin zur gleichen Zeit den Dirigierkurs gemacht, und ist nun auch, so wie ich, frisch gebackene Kapellmeisterin in der Kelchsau. Wir haben uns schon ausgetauscht und wollen uns da gegenseitig unterstützen und zusammenschließen“, meint Theresa. Ihrer Ansicht nach macht es einen Unterschied, ob man als Mann oder als Frau den Takt vorgibt. „Aufgrund des Alters- und Generationsunterschiedes innerhalb von Kapellen fiel und fällt es manchen wenigen schwer, die Rolle der Frau als Dirigentin zu akzeptieren“, erzählt sie von ihren Dirigiererfahrung bei verschiedenen Praktika und in der Kapelle. „Meiner Meinung nach sollte es keinen Unterschied machen, denn jeder gibt sich Mühe, gibt sein Bestes.“
Fröhliches Miteinander und effektive Proben
Ihre pädagogische Ausbildung zur Volksschullehrerin hält Theresa auch in der Führung der Musikkapelle für hilfreich: „Mit mir kann man gut reden, man soll es nett miteinander haben und der Rahmen muss stimmen. Es ist mir wichtig, dass es mir gelingt, da eine gute Mischung von einem guten, fröhlichen Miteinander aber auch einer effektiven und konzentrierten Probenzeit zu finden. Und einer muss den Ton angeben und sagen was läuft, das nützt nichts, sonst gibt es Chaos.“

Ihre Vorbilder sieht sie diesbezüglich auch in ihren Vorgängern: „Man muss einen guten Kompromiss finden zwischen Musikmachen, Gemeinschaft und Zusammenhalt. Mein derzeitiges Ziel ist es, dass wir miteinander ansprechende Musik machen und unser Repertoire erweitern. Die Musikanten sollen mit Motivation und Freude zur Probe gehen und gerne dabei sein. Das wäre mir wichtig. Musikant zu sein ist äußerst zeitintensiv. Aber sehr bereichernd, sowohl aus persönlicher als auch aus musikalischer Sicht. Man findet Freunde fürs Leben. Ich finde die Musi eine Mordsbereicherung.“
„Ich freue mich auf das, was da kommt. Zuerst hatte ich Riesenrespekt, aber jetzt bin ich davon überzeugt: Das wird. Ich habe klare Strukturen, sehe den Rückhalt und den Zusammenhalt. Wir helfen zusammen. Wir machen das.“