
Nach Blaualgen schimmert See grün
Vorerst kann der Referent des Schwarzsees, GR Rudi Widmoser, aufatmen: „Der Algenteppich am See ist nicht mehr schädlich, allerdings grausig.“ Die Rede ist von jenem grünen Schleim, der am Nordufer des Schwarzsees für Aufregung sorgt. Es handle sich dabei um eine Mischung aus Grün- und Blaualgen, die bereits abgestorben sind, klärt Widmoser auf. Eine eigentlich gute Nachricht, würde sich die Schlammschicht nicht so unansehnlich präsentieren.
Ende September hatte ein auffälliger, dicker Algenteppich für Aufregung in der Gamsstadt gesorgt. Algen im See sind eigentlich nichts Ungewöhnliches, wie Schwarzseereferent Rudolf Widmoser damals bereits klarstellte. Diese treten nahezu jedes Jahr im Herbst auf. Kommt es normalerweise erst Ende Oktober oder Anfang November zu einem vermehrten Algenbefall, war es heuer dem kühlen, regnerischen Juli geschuldet, dass die Algen bereits im September da waren. Diese Algen werden normalerweise regelmäßig abgemäht.
Aufgrund des massiven Befalls überließ Widmoser jedenfalls nichts dem Zufall und schaltete die Limnologen des Landes ein. Es wurden Wasserproben entnommen und wenige Tage später war klar – es handelt sich um die Blaualge. Dabei sind Blaualgen eigentlich keine Algen, sondern Bakterien. Ihren Namen verdanken sie dem grün-blauen Farbstoff, der in manchen Arten der sogenannten Cyanobakterien enthalten ist. Einige dieser Bakterien produzieren Giftstoffe, die sich im Wasser lösen und für Menschen gesundheitsschädlich sein können. Der Seereferent reagierte daher umgehend und verhängte ein Badeverbot, da der Kontakt mit den Algen unter anderem Übelkeit und Erbrechen auslösen kann.
Rudi Widmoser war Anfang Oktober noch zuversichtlich, „dass mit dem Sinken der Wassertemperatur auf unter 14 Grad die Algen ohnehin absterben.“ Der Regen Anfang Oktober half tatsächlich die Bakterien zu reduzieren. „Den letzten größeren Befall mit Blaualgen gab es im Jahr 2006“, weiß Rudi Widmoser, der in den vergangenen Tagen und Wochen den See genau im Blick behielt. In den vergangenen 40 Jahren seien die Messungen immer gut gewesen, die Wasserqualität wurde von den Experten stets mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ versehen.
Klimawandel ein Grund für die Blaualgen
Die Gründe für den Blaualgenbefall sind vielfältig, weiß Widmoser. Eine Ursache ist etwa der Klimawandel – der Anstieg der Wassertemperatur um ein Grad sorgt bereits für Probleme. Die Sanierung des historischen Kabinengebäudes im Stadtbad – hier mussten unter anderem 60 sogenannte Mikropfähle rund 16 bis 18 Meter tief gesetzt werden – könnte den See ebenfalls in Unruhe versetzt haben.
Bekannt ist inzwischen, dass das sogenannte Olschewski-Rohr – ein Abfluss zur Tiefenentwässerung, der vom Sprungturm quer zum Parkplatz verläuft – ein Auslöser gewesen sein könnte. Dieses wurde inzwischen repariert, durchgespült und gereinigt. Weitere Einrichtungen, die bereits in den 1980er-Jahren errichtet wurden, wurden ebenfalls überarbeitet.
Maßnahmenpaket bereits umgesetzt
Die Seeverantwortlichen erarbeiteten inzwischen ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um dem Algenbefall Herr zu werden. „Es gibt klare Aussagen von den Limnologen, wir wollen uns aber nicht alleine auf diese verlassen, sondern setzen weitere umfangreiche Maßnahmen“, betont Widmoser. Ein weiterer Auslöser der Algenplage dürfte auch die Trinkwasserzufuhr sein. Diese werde seit Jahren jährlich durchgeführt. Hier habe es aber eine Änderung aufgrund einer Turbine gegeben, daher sei das Wasser in einem anderen Winkel in den See geleitet worden. Der Seebach sei ebenfalls nicht ausgebaggert worden, so Widmoser. „Die Hauptursache ist aber heuer sicher das Wetter gewesen“, betont der Seereferent, der ankündigt, „dass wir uns im nächsten Frühjahr die Wasserzufuhr genau anschauen werden.“
Jetzt geht es vorerst aber darum, dass der grüne Schleim, der vor allem im Bereich des Nordufers den See überzieht, verschwindet. „Dafür bräuchten wir jedoch die richtige Strömung“, klärt der Seereferent auf, der – auch wenn die Blaualgenproblematik im Griff ist – das Badeverbot vorerst aufrechterhält. Aus Sicherheitsgründen, wie er sagt. „Es ist natürlich grauslig, wie das ausschaut“, räumt er ein. Er hofft jetzt jedenfalls auf Regen, Schnee und Eis, damit der grüne Schleim endgültig verschwindet.
„Der grüne Schleim ist grausig, aber nicht gefährlich. Das haben uns die Limnologen bestätigt. Das Olschewski-Rohr wurde inzwischen repariert.“
Seereferent Rudi Widmoser