Zum Inhalt springen
Job AnzeigerImpulsTrendig MagazinServus
Kitzbüheler Anzeiger
Neuer Trainer FC Kitzbühel

Aufbruchstimmung beim FC Kitzbühel und Präsident Francesco Cirolini (1.v.r.): Mit dem neuen Sportlichen Leiter Mathias Wallner (1.v.l.) und Trainer Michael Baur (Mitte) soll der Erfolg in die Langau zurückkehren.

Mit neuer Motivation in die kommende Frühjahrssaison

Der Ball rollt wieder, die Vorbereitung ist abgeschlossen, jetzt wird’s ernst. Beim FC Kitzbühel ist die Vorfreude spürbar – nicht nur, weil die Pflichtspiele starten, sondern weil sich im Verein vieles geordnet hat. „Ich bin froh, dass es jetzt losgeht und wir uns wieder auf das Sportliche konzentrieren können. Die Turbulenzen vom Winter sind ausgeräumt“, ist Präsident Francesco Cirolini im Gespräch mit dem Kitzbüheler Anzeiger zuversichtlich.

Sein Amt übt er weiterhin mit Leib und Seele aus. „Ich habe meine Arbeit im vergangenen Jahr dokumentiert und bin auf über 1.200 Stunden gekommen. Daneben habe ich auch noch einen Job und bin Schauspieler. Was viele vergessen: Das Ganze ist ein Ehrenamt. Ich verdiene keinen Euro damit. Die Familie musste in den letzten Monaten schön zurückstecken“, gibt er ehrlich zu. Auf die Frage, ob er das Präsidenten-Amt nach den Erfahrungen des ersten Jahres wieder übernehmen würde, kommt die Antwort aber prompt: „Ja – ich würde es wieder tun.“

„Mit Michael Baur haben wir einen super Trainer, der den jungen Spielern schon früh eine Chance gibt.“
Francesco Cirolini, FCK-Präsident

Bekenntnis zur Region
Inhaltlich ist Cirolinis Linie klar: Der FC Kitzbühel soll wieder stärker auf lokale Spieler und den eigenen Nachwuchs setzen. „Wir haben in St. Johann, in Fieberbrunn, in der ganzen Region tolle Fußballer“, findet er. Sein Anspruch: Talente aus der Umgebung sollen eine Perspektive bekommen, anstatt als Lückenfüller zu dienen.

Für die Umsetzung sieht Cirolini den Verein mittlerweile besser aufgestellt als noch vor einem Jahr. „Wir sind auf einem guten Weg. Ich habe Leute hinter mir, die alle ihren Aufgabenbereich haben und mich unterstützen.“ Gerade diese klare Aufgabenverteilung habe zuvor gefehlt.

„Ich bin sehr positiv. Ich glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dass etwas getan wird.“
Francesco Cirolini

Mit Baur den richtigen Trainer gefunden
Ein Schlüssel zur sportlichen Neuausrichtung ist für Cirolini der neue Trainer Michael Baur. Er beschreibt ihn nicht nur als ehemaligen Top-Spieler, sondern als Trainer mit „Herz für den Nachwuchs“ und mit einer erstklassigen Ausbildung.

Baur lasse junge Spieler früh ran – nicht als Alibiwechsel kurz vor Schluss. „Die Jungs kriegen jetzt von Anfang an schon einmal eine Halbzeit“, sagt Cirolini. Das sei wichtig, um Tempo, Härte und Spielniveau der Regionalliga West kennenzulernen. Auch die Intensität im Training hebt er hervor. Die Mannschaft sei physisch auf einem deutlich besseren Stand. „Die Spieler sind nach der Winterpause ins Training gekommen – da hat man gesehen, was für ein körperliches Niveau da ist“, sagt er. Seine Hoffnung: weniger Verletzungen, mehr Stabilität – und ein „attraktiverer Fußball“ als zuletzt.

In der Liga will der Verein den Jungen Spielzeit geben, ohne den sportlichen Anspruch zu verlieren.

Log Fc Kitzbühel neu 2026

Neues Logo seit Kurzem offiziell
Konkreter wird Cirolini bei den Zielen: „In der Meisterschaft spielen wir um die goldene Ananas, weil es heuer ja keinen Absteiger gibt. Unser Fokus liegt daher darauf, unter die top vier der Tiroler Teams zu kommen, denn dann sind wir automatisch für den ÖFB-Cup qualifiziert. Und wer weiß, vielleicht bekommen wir dann einen attraktiven Gegner zugelost.“

Kritisch sieht Cirolini die kommende neue Ligakonstellation, wenn ab nächster Saison nur noch Teams aus Vorarlberg und Tirol in der Regionalliga West aufeinandertreffen. „Welcher Fan hockt sich fünf Stunden ins Auto, um ein Match der dritten Liga anzuschauen?“ fragt sich nicht nur er.

Als sichtbares Zeichen des Aufbruchs beim FC Kitzbühel steht das neue Vereinslogo, das erst vor ein paar Tagen präsentiert wurde. Auf den Trikots wird es bereits zu Saisonstart sichtbar sein, in allen anderen Bereichen nach und nach das alte ersetzen.

Neben Sport und Struktur ist Cirolini ein Thema besonders wichtig: die Sportanlage. Kabinen- und Kantinenbereich seien nach Jahrzehnten am Limit. „Wenn man in das Gebäude schaut: Das ist baufällig. Teilweise ist das kriminell“, sagt er ernst. Vor allem die Feuchtigkeit sei ein Problem, immer wieder müssten deshalb Bereiche gesperrt werden.

FC Kitzbühel

Liga-Auftakt am Wochenende
Ein Konzept und einen grundsätzlich einheitlichen Beschluss gäbe es bereits, aktuell müsse aber noch an der Finanzierung gearbeitet werden. Cirolini bleibt dennoch optimistisch: „Ich bin sehr positiv. Ich glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dass was getan wird.“

Am Ende des Gesprächs überwiegt trotz der herausfordernden Monate der Optimismus. „Die Stimmung ist sehr positiv. Wir ziehen alle an einem Strang und man spürt, dass etwas weitergeht“, betont Cirolini. Diese Aufbruchstimmung soll sich nun auch auf die Mannschaft, die Zuschauer und das gesamte Umfeld übertragen.

Die erste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am Wochenende: Am Sonntag, 15. März, um 10.30 Uhr startet der FC Kitzbühel auswärts gegen Reichenau in die Frühjahrssaison.