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Kitzbüheler Anzeiger
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Die Blaumeise zählt österreichweit zu den häufigsten Arten, liegt in Tirol jedoch nur an fünfter Stelle.

Mehr als 700.000 Vögel bei Winterzählung gemeldet

Die „Stunde der Wintervögel“ verzeichnete heuer eine Rekordbeteiligung: Über 33.000 Menschen haben im 17. Jahr der größten Vogelzählaktion Österreichs mehr als 700.000 Vögel gemeldet. Auch in Tirol war das Interesse besonders groß.

Der Federsperling legte in Tirol zu
Deutlich mehr Tiroler als im Vorjahr beteiligten sich an der „Stunde der Wintervögel“ und meldeten Beobachtungen aus dem Siedlungsraum. Insgesamt wurden rund 44.000 Vögel gezählt. An der Spitze der Rangliste blieben die gleichen drei Arten wie im Vorjahr: Haussperling, Kohlmeise und Amsel belegten erneut die Stockerlplätze. Zulegen konnten vor allem Kohlmeise und Feldsperling, letzterer rückte damit sogar auf Platz vier vor.

Geeignete Lebensräume gehen zurück
Im Durchschnitt wurden 29 Vögel pro Zählort beobachtet – etwas weniger als im Vorjahr. Diese Zahl ist in den vergangenen sechs Jahren mit leichten Schwankungen weitgehend stabil geblieben. Der Langzeitvergleich macht jedoch deutlich, dass die Zahl der beobachteten Vögel pro Garten seit Beginn der Aktion zurückgegangen ist – von rund 40 auf etwa 30 Individuen. Ursachen dafür liegen vor allem im Verlust geeigneter Lebensräume durch Verbauung, Nachverdichtung und naturfern gestalteter Grünflächen.

Die österreichweiten Ergebnisse
Dieses Jahr war wieder einmal die Kohlmeise mit 112.996 Individuen die häufigste Vogelart in den Siedlungen. Mit durchschnittlich 4,5 Vögeln pro Garten war sie an fast 9 von 10 Zählorten vertreten. Sie flog nur in drei Bundesländern auf den 1. Platz, dort aber in besonders hoher Anzahl.

Der Haussperling (Hausspatz) flatterte mit 98.984 Individuen österreichweit auf Platz zwei und trat mit durchschnittlich 3,9 Individuen ähnlich häufig auf wie im Vorjahr. Er zeigte sich in nahezu der Hälfte aller Gärten, Parks und sonstigen Zählorten und landete in fünf Bundesländern sogar auf dem 1. Platz.

Der Feldsperling (Feldspatz) konnte an 4 von 10 Zählorten beobachtet werden. Insgesamt wurden 90.231 Individuen gezählt, das macht 3,6 Vögel pro Zählort. In Kärnten war er sogar der häufigste Vogel in Siedlungsgebieten, während er es in Wien z. B. nicht einmal mehr in die Top 10 schaffte.

Auffällig war heuer das weitgehende Ausbleiben nordischer Wintergäste. Arten wie Bergfink, Kernbeißer oder Erlenzeisig wurden deutlich seltener gemeldet als in Jahren mit starken Einflügen.

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Die Grafik zeigt das Ergebnis der Zählung in Tirol.

Die Trends im Überblick
Ob diese Vögel nach Österreich kommen, hängt stark vom Bruterfolg und vom Nahrungsangebot in ihren nördlichen Brutgebieten ab. Sind dort die Bedingungen gut, bleiben viele Tiere im Norden und ziehen nicht weiter.
Auch das heimische Nahrungsangebot spielt eine Rolle: Finden durchziehende Vögel bei uns zu wenig Samen, Beeren oder Insekten, setzen sie ihre Reise nach Süden fort. Mildere Winter haben zudem dazu geführt, dass einige Arten ihr Zugverhalten ändern. So bleibt etwa der Stieglitz langfristig stabil, auch wenn es heuer kurzfristig einen Rückgang gab.

Langfristig zeigen die Daten jedoch einen klaren Negativtrend bei vielen häufigen Siedlungsvögeln wie Sperlingen sowie Kohl- und Blaumeisen. Besonders stark betroffen ist der Grünling, dessen Bestände zusätzlich durch die Vogelkrankheit Trichomoniasis geschwächt werden. Positiv entwickelt sich hingegen die Amsel, die sich nach deutlichen Einbrüchen in den vergangenen Jahren wieder erholt und in den Siedlungsräumen zunehmend häufiger wird.

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