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Kitzbüheler Anzeiger
a_wb_biach_05_2026_Wirtschaftsbund
Alexander Biach, Generaldirektor der Sozialversicherung der Selbständigen, sprach über Entwicklungen und Herausforderungen im österreichischen Gesundheitssystem. Er betonte genauso wie der zweite Redner des Treffens, Peter McDonald, die große Bedeutung von Prävention. Landeshauptmann Anton Mattle betonte anlässlich des Wirtschaftsbund- empfangs: „Das Thema Gesundheit nimmt in der Reformpartnerschaft zwischen Bund, Ländern und Gemeinden eine große Rolle ein.“

Können wir uns Spitzenmedizin noch leisten?

Rund 280 Gäste folgten der Einladung des Wirtschaftsbundes im Rahmen des Hahnenkammwochenendes. Im Mittelpunkt stand ein mehr als aktuelles Thema: „Können wir uns Spitzenmedizin noch leisten?“ – Antwort auf diese Frage gaben die beiden Experten Peter McDonald, Vorsitzender des ÖGK-Verwaltungsrates, sowie Alexander Biach, Generaldirektor der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS).

Prävention als zentrales Thema

Auf der Bühne ging Biach auf die wichtigsten Fragen im österreichischen Gesundheitssystem ein: Wie bleiben wir gesund? Wie sichern wir die Versorgung? und – natürlich – die Hauptfrage: Wie können wir uns das leisten? „Vor allem Prävention entlastet das Gesundheitssystem, weil sie Krankheiten verhindert, bevor sie teuer und belastend werden. Somit ist die Frage: ‚Wie bleiben wir gesund‘ die zentrale, auch in Bezug auf die Finanzierung“, betonte Biach.

Gerade im Verwaltungsbereich könne die Digitalisierung wertvolle Unterstützung leisten für das System, unterstreicht der SVS-Generaldirektor. Zudem sollen die Patienten zum „Best point of service“ geleitet werden, sagt Biach. Und das müsse nicht der teuerste sein, sondern der für das jeweilige Bedürfnis richtige.

Reformen und mehr Eigenverantwortung

Peter McDonald betonte in seiner Ansprache: „Wir haben einen enormen finanziellen Druck im System. Aber man darf dennoch nicht dem Trugschluss erliegen, dass überall schlecht gearbeitet wird.“ McDonald unterstrich, dass Reformen notwendig sein werden, zumal mit Blick auf die Zukunft „fünf Herausforderungen zu stemmen sein werden.“ Zum einen ist es die Überalterung der Gesellschaft. Da die Medizin gottseidank immer weiter fortschreitet und viele Krankheiten behandelbar sind, die früher tödlich waren, werden zudem auch die Ausgaben für Medikamente und Behandlungen steigen. Ein weiterer Punkt ist das Thema Wirtschaftswachstum. Die gute Konjunkturlage ermöglichte es lange Zeit, den wachsenden Herausforderungen des Gesundheitswesens finanziell zu begegnen.

Das Wachstum flaut ab und somit, so McDonald, „fehlt uns das jetzt.“ Weniger Geld ist darüber hinaus dadurch zu erwarten, dass es weniger Kinder gibt, die später dann ins System einzahlen können. Die fünfte Herausforderung formuliert McDonald so: „Wir haben eine Kultur geschaffen, wo sehr stark in Ansprüchen gedacht wird und nicht mehr, was es kostet.“ Einerseits werde man wieder verstärkt auf die Eigenverantwortung gehen müssen, zudem „werden wir intelligenter und effizienter planen und das ganze anders angehen müssen“, ist der Experte überzeugt.

„Gesundheitssystem umbauen“

Dies könne in zwei Schritten erfolgen: „Das erste ist: Wir werden das Gesundheitssysstem umbauen müssen“, betonte McDonald. Als zweiten Punkt nannte der Experte eine verstärkte Verantwortung des Einzelnen für sein Handeln. Gemäß dem Motto: „Nicht wie viel Versorgung wünschen wir uns, sondern wie viel Versorgung brauchen wir?“, so der ÖGK-Chef. LH Anton Mattle betonte die zentrale Rolle des Wirtschaftsbund-Empfangs als Netzwerkplattform, hob abschließend die Bedeutung von Gesundheitsreformen hervor und ergänzte: „Reformen müssen aus Sicht der Patienten gesehen werden.“

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