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Kitzbüheler Anzeiger
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Über einen Bereich der St. Johanner Straße wurden jetzt Bausperren verhängt.

Kniff gegen Puff: Bausperre verordnet

Es ist ein Wunsch, der in Kitzbühel immer wieder aufflammt – der Bau eines Bordells. Über die Jahrzehnte gab es wiederholt Bestrebungen, teils auch von Einheimischen, ein Freudenhaus in der Gamsstadt zu errichten. Inzwischen ist es offenbar ein Oberösterreicher, der kurz davor steht, ein entsprechendes Etablissement realisieren zu wollen. Geplant ist dieses offenbar in der St. Johanner Straße.

Zwar hatten die Verantwortlichen der Stadt versucht, die Umsetzung des Projekts gerichtlich zu verhindern, scheiterten jedoch. Nach einem Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes ist die Stadt nun gezwungen, sich mit dem Bauansuchen auseinanderzusetzen. Genau das tat der Bau- und Raumordnungsausschuss unter der Leitung von Gemeinderat Georg Wurzenrainer – und ließ in der jüngsten Gemeinderatssitzung aufhorchen. Das gewählte Mittel gegen das Bordell: eine Bausperre.

„Nutzungskonflikte und wechselseitige Beeinträchtigungen beim Zusammentreffen von Gewerbe- und Industriegebiet mit den in diesem Bereich bestehenden Wohn- und religiösen Nutzungen sollen vermieden werden“, heißt es im Antrag. Überdies könne damit die Sicherstellung geeigneter Flächen für die Erhaltung und Weiterentwicklung der Wirtschaft gewährleistet werden. Das Bauverbot solle dazu dienen, „dass wir uns diesen Bereich in Ruhe anschauen können“.

Grundsätzlich im Gewerbegebiet möglich

Ausgenommen von der auf zwei Jahre befristeten Bausperre sind übrigens die Mitarbeiterhäuser, die derzeit in diesem Bereich errichtet werden. „Grundsätzlich sehen es die Gerichte so, dass ein solches Vorhaben im Gewerbegebiet umsetzbar ist. Wir sehen hier jedoch einen klaren Nutzungskonflikt mit den Nachbarn, da sich in diesem Bereich auch zahlreiche Wohnbauten befinden“, erklärte Wurzenrainer.
Kritisch sieht Gemeinderat Reinhard Wohlfahrtstätter (SPÖ) dieses raumordnerische Instrument. „Die Bausperre ist schon ein brachiales Mittel. Wir begeben uns damit in die Gefahr der Amtshaftung“, warnte er. Das Ansuchen laufe bereits, so Wohlfahrtstätter, der auch im Ausschuss dagegen gestimmt hatte. Der Antrag komme seiner Ansicht nach zu spät.

Als Sicherheitsstadtrat befürworte er die „Nachdenkpause“, erklärte Alexander Gamper (FPÖ). Wie Amtsleiter Michael Widmoser sowie Bürgermeister Klaus Winkler bestätigten, habe der Leiter der Abteilung Raumordnung beim Land Tirol, Peter Hollmann, diese Vorgangsweise empfohlen. Eine Klage sei demnach nicht zu befürchten.

Mit 14 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und vier Enthaltungen wurde die Bausperre schließlich beschlossen.